Der Herbst ist die Hochsaison für Chilbis, Messen und andere Volksfeste. Was für Menschen ein geselliger Ausflug ist, bedeutet für viele Hunde vor allem Stress. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN empfiehlt, Vierbeiner nicht an solche Veranstaltungen mitzunehmen.
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Der Herbst ist die Hochsaison für Chilbis, Messen und andere Volksfeste. Was für Menschen ein geselliger Ausflug ist, bedeutet für viele Hunde vor allem Stress. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN empfiehlt, Vierbeiner nicht an solche Veranstaltungen mitzunehmen.
An einer Chilbi oder Herbstmesse werden Hunde mit einer Vielzahl von Eindrücken gleichzeitig konfrontiert: laute Musik, blinkende Lichter, ungewohnte Gerüche und grosse Menschenmengen. Anders als Menschen können sie die Situation weder einordnen noch sich den Reizen entziehen. Die Folge ist häufig eine anhaltende Überforderung, die erheblichen Stress auslösen kann.
«Viele Hunde zeigen ihre Belastung nicht offensichtlich. Nur weil ein Hund ruhig wirkt, bedeutet das nicht, dass er sich wohlfühlt», erklärt Janine Cirini, Campaignerin Haustiere bei VIER PFOTEN Schweiz. «Auch ausgeglichene Hunde können unter dem dauerhaften Reizniveau leiden. Freude bereiten solche Veranstaltungen den wenigsten Vierbeinern.»
Versteckte Gesundheitsrisiken auf dem Festgelände
Neben der psychischen Belastung bestehen zahlreiche gesundheitliche Gefahren. In dichtem Gedränge können Hunde versehentlich getreten oder angerempelt werden. Scherben, Holzspiesse oder andere Abfälle bergen Verletzungsrisiken für Pfoten und Maul.
Hinzu kommen Essensreste am Boden, die für Hunde oft unwiderstehlich sind. Verdorbene Lebensmittel, stark gewürzte Speisen oder ungeeignete Zutaten können zu Magen-Darm-Problemen führen. In einzelnen Fällen drohen sogar Vergiftungen.
Gerade an Weinfesten und ähnlichen Veranstaltungen stellen zudem alkoholhaltige Rückstände in weggeworfenen Bechern, verschüttete Getränke oder Pfützen mit Alkohol ein oft unterschätztes Risiko dar. Bereits geringe Mengen Alkohol können bei Hunden zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und Koordinationsstörungen führen.
Zusätzliche Risiken gehen von alkoholisierten Festbesuchern aus. Durch eingeschränkte Koordination, unvorhersehbares Verhalten oder erhöhte Aggressivität können die ohnehin schon gestressten Hunde versehentlich verletzt, bedrängt oder erschreckt werden.
Fehlende Distanz als Problem
Volksfeste bieten kaum Möglichkeiten, ausreichend Abstand zu fremden Menschen einzuhalten. Viele Besucherinnen und Besucher möchten Hunde streicheln oder nähern sich ihnen unvermittelt. Für unsichere oder gestresste Tiere kann dies eine zusätzliche Belastung sein.
Fühlt sich ein Hund bedrängt und kann der Situation nicht ausweichen, steigt das Risiko von Abwehrreaktionen. Dies kann sowohl für Menschen als auch für den Hund selbst unangenehme und folgenschwere Konsequenzen haben.
Betreuung organisieren
Wer einen Ausflug an eine Chilbi oder Herbstmesse plant, sollte die Bedürfnisse seines Hundes mitberücksichtigen. VIER PFOTEN empfiehlt, frühzeitig eine Betreuung durch Familienangehörige, Freunde oder eine vertraute Betreuungsperson zu organisieren.
«Für Hunde ist ein ruhiger Tag in ihrer gewohnten Umgebung oder mit vertrauten Bezugspersonen deutlich angenehmer als mehrere Stunden inmitten von Lärm, Gedränge und Reizüberflutung», sagt Cirini. «Wer seinen Hund nicht an die Chilbi mitnimmt, beraubt ihn nicht einer bereichernden Erfahrung, sondern schützt sein Wohlbefinden.»
VIER PFOTEN