Heiss für die Lese, ideal für den Wein
12.09.2026 ElggBereits Anfangs September konnte die Familie Lehmann am Humberg die diesjährige Weinlese durchführen und einen super Ertrag ernten.
Wenn die Tage wieder kürzer werden und das Abendrot intensiver wird, dann kündigt sich langsam aber sicher der Herbst an. Dies ist auch ...
Bereits Anfangs September konnte die Familie Lehmann am Humberg die diesjährige Weinlese durchführen und einen super Ertrag ernten.
Wenn die Tage wieder kürzer werden und das Abendrot intensiver wird, dann kündigt sich langsam aber sicher der Herbst an. Dies ist auch die Zeit der Winzer. Nach langer und intensiver Hege und Pflege kann endlich mit der Lese gestartet werden. Im Gegensatz zum Futterbau für die Milchwirtschaft war der diesjährige Sommer nicht so katastrophal für den Weinbau. Stefanie Lehmann erklärt: «Durch die lange Trockenheit konnten die Trauben reifen, ohne dass wir viel gegen Pilzkrankheiten unternehmen mussten. Auch der Zuckergehalt ist sehr hoch aufgrund der vielen Sonnenstunden. Unsere Reben haben sehr tiefe Wurzeln und konnten so immer genug Wasser aus dem Boden ziehen. Nur die jüngeren Pflanzen haben unter dem Wassermangel gelitten und sind deshalb etwas eingegangen». Die Familie Lehmann betreibt den Weinberg seit 40 Jahren, die Reben wurden noch nie gesamthaft ersetzt. Dementsprechend alt sind die Mehrheit der Rebstöcke.
Fleissige Helfer aus Familie und Freunden
Für die Weinlese wurden viele fleissige Hände gesucht. Rekrutiert wurden diese aus Angehörigen und Freunden der Familie Lehmann. Während die einen zum ersten Mal bei der Lese mithalfen, sind andere schon Jahrzehnte dabei. Mit Rebschere und Eimer ging es an die ersten Trauben. Dieses Jahr stellte die Lese keine grosse Herausforderung dar. Es gab nur vereinzelt faule Beeren, die man entfernen musste. Da der Zuckergehalt allgemein sehr hoch ist, musste man auch nicht aufpassen, dass keine unreifen Trauben im Kessel landeten. So füllten sich im Laufe des Vormittags die ersten Bottiche bis zum Rand und die Träger haben alle Hände voll zu tun.
Punkt 12 Uhr kehrte dann kurzzeitig Ruhe ein im Rebberg. Die Helfer wurden vom Winzerpaar Martin und Stefanie Lehmann mit Gerstensuppe und Wienerli ausgiebig verköstigt. Das angenehme Plätzchen mit bester Aussicht auf Elgg lud zum Verweilen ein. Doch die 2. Hälfte der Trauben muss noch geerntet werden. Mit zusätzlicher Unterstützung wurde dann unter brütender Sonne die Lese fortgesetzt. Im Hang ist die Hitze noch stärker, doch der konstante Wind und der Schattenwurf der Reben machen die Arbeit einigermassen erträglich. Zusammen wird fleissig gearbeitet, sodass um 16 Uhr der ganze Rebberg abgeerntet war und in 5 Bottichen abtransportiert werden konnte.
Während auf die Helfer und Helferinnen ein «kleine» Platte an Fleisch und Käse zum Apéro wartete und man auf die erfolgreiche Ernte anstiess, brachte Martin Lehmann die Lese direkt zur Kelterung bei Lukas Kindhauser nach Wiesendangen. Damit der Wein eine gute Qualität vorweist, muss dieser möglichst rasch nach der Ernte gepresst werden. Man konnte ein Erntegewicht von 1.7 Tonnen Trauben verzeichnen mit einem Zuckergehalt von 86 Öchslegraden. Dies entspricht ungefähr 1180 Liter Wein. Daraus werden die Beiden Weine «Elgger vom Humberg» und «Elgger Engelströpfli» hergestellt. Beim «Elgger-Engelströpfli» wird der Gärprozess früher gestoppt und deshalb bleibt mehr Restsüsse im Wein enthalten. Wie der diesjährige Jahrgang schmecken wird, zeigt sich dann im in ein paar Wochen . Aufgrund der schönen und vielen Trauben, kann man aber sicherlich auf einen guten Jahrgang hoffen. So meint Stefanie Lehmann abschliessend: «Trotz der starken Hitze war es eine Freunde zum Wümmen: Sehr schöne Trauben, wenig Wespen, guter Ertrag und zufriedene Helfer»
ANDREJ BLASER



