Die Gemüsegärtnerei Wettstein kämpft mit viel Zuversicht und Elan gegen Hitze, Trockenheit und Hagelschlag um ihrer Kundschaft frische und regionale Produkte zu liefern.
Stellen Sie sich vor, Ihre wochenlange Arbeit wird innerhalb von einer Viertelstunde vernichtet. So ...
Die Gemüsegärtnerei Wettstein kämpft mit viel Zuversicht und Elan gegen Hitze, Trockenheit und Hagelschlag um ihrer Kundschaft frische und regionale Produkte zu liefern.
Stellen Sie sich vor, Ihre wochenlange Arbeit wird innerhalb von einer Viertelstunde vernichtet. So erging es der Gemüsegärtnerei Wettstein am Samstag, dem 15. August. Während man sich vielerorts sehr über den erhofften Regen freute, wich bei der Familie Wettstein die Freude schnell in Ernüchterung. Die lokale Gewitterzelle baute sich nach Winterthur auf und lies die ganze Energie über dem Aadorferfeld ab. Die ungeschützten Pflanzen wurden Spielball der Natur. Einerseits wurden die Blätter und Früchte durch die Hagelkörner erschlagen, anderseits standen die Stängel unter Wasser und wurden durch die heftigen Windböen umgeknickt. Thomas Wettstein erklärt: «Durch die lange anhaltende Trockenheit ist der Boden total ausgetrocknet und konnte das Wasser viel schlechter aufnehmen. Dadurch hat es uns ganze Beete weggeschwemmt.»
Viel Arbeit investiert
Dass es einmal einen Hagelschauer gibt, kann immer wieder vorkommen», antwortet Thomas Wettstein auf die Frage, ob ein solcher Hagelzug normal sei. Dieser Hagelschaden sei aber anders. Weil er so spät im Sommer stattgefunden habe, könne die Gemüsegärtnerei Wettstein nicht mehr auf die Ernteausfälle reagieren. Man habe das Lagergemüse für das nächste Jahr bereits gesetzt und dieses ist nun grösstenteils durch den Hagel und die starken Niederschläge stark beschädigt worden. Auch die vorhergehende lange Hitzeperiode mit Trockenheit habe sich negativ auf die Gesundheit der Kulturen ausgewirkt. So musste man viel Arbeit zum Bewässern investieren, welche jetzt durch den Hagel zunichte gemacht wurde. Thomas Wettstein meint dazu: «Mit dem finanziellen Verlust kann man umgehen, aber es schmerzt sehr, wenn man so viel Arbeit in die Kulturen investiert und dann nicht geerntet werden kann.» Die Familie Wettstein ist noch einer der wenigen Betriebe, welche die Pflanzen eigenhändig aus dem Samen ziehen. Im Glashaus werden die Setzlinge grossgezogen und dann draussen auf dem Feld eingepflanzt.
Kunden werden trotzdem beliefert
Trotzt den momentanen Ernteausfällen können die Kunden weiterhin bei Wettsteins einkaufen. Der Markt und der Laden werden ganz normal bedient. Was momentan nicht geerntet werden kann, wird von befreundeten Gemüsegärtner organisiert um weiterhin ein möglichst breites Angebot zu präsentieren. Wann wieder nur eigenes Gemüse verkauft werden kann, hängt auch vom Wetter und den Pflanzen ab. Man habe viele Kulturen zurückgeschnitten, damit keine Pilze und andere Krankheiten entstehen. «Wir bleiben dran – Sie weiterhin mit unserem frischem Gemüse bedienen zu können.»
ANDREJ BLASER