Gute Erdbeerernte dank warmem Wetter
11.06.2026 ElggKaum zeigt sich der Sommer von seiner sonnigen Seite, beginnt die Erdbeerzeit. Wer an einem Hofladen vorbeifährt, kommt an den roten Früchten kaum vorbei. So auch beim «Kupper’s Hoflädeli» in Elgg.
Erdbeeren sind nicht nur fein, sondern auch gesund. Die ...
Kaum zeigt sich der Sommer von seiner sonnigen Seite, beginnt die Erdbeerzeit. Wer an einem Hofladen vorbeifährt, kommt an den roten Früchten kaum vorbei. So auch beim «Kupper’s Hoflädeli» in Elgg.
Erdbeeren sind nicht nur fein, sondern auch gesund. Die Früchte enthalten viel Vitamin C, wichtige Mineralstoffe und nur wenige Kalorien. Wetter, Temperaturen und Niederschläge entscheiden oft darüber, wie gut die Ernte ausfällt. Die Saison beginnt Mitte Mai und dauert bis Ende Juni.
Mit der aktuellen Saison sind die Hofbetreiber zufrieden. Der lange Dauerregen blieb aus, und die Ernte begann so früh wie noch nie. Bereits Anfang Mai konnten grosse Mengen geerntet werden. Die warmen Temperaturen sorgten für einen frühen Saisonstart.
Mit viel Leidenschaft führen die Betreiber den Erdbeeranbau. Wer über das Feld geht, merkt schnell, wie viel Arbeit, Erfahrung und Engagement hinter den Früchten steckt. Martin und Marianne Kupper beobachten ihre Felder und die Wetterentwicklung genau und sorgen mit grossem Einsatz dafür, dass die Erdbeeren optimal gedeihen. Die kurze Erdbeersaison bedeutet dabei intensive Arbeitstage und einen hohen Arbeitsaufwand. Auch im liebevoll eingerichteten Hofladen ist die Begeisterung für die eigene Arbeit spürbar.
Das Erdbeerfeld war während einer Woche für das Selbstpflücken geöffnet. «Selber zu pflücken ist bei uns aber nicht das Wichtigste. Priorität hat der Hofladen. Wenn wir Zeit haben und genug Erdbeeren auf dem Feld sind, dürfen auch Gäste pflücken gehen», sagt Marianne Kupper.
Sorgfältige Pflege für eine gute Ernte
Damit die Erdbeeren optimal gedeihen, braucht es verschiedene Massnahmen. «Wir machen einen Damm, damit sie nicht in der Staunässe liegen», erklärt Martin Kupper. Zwischen den Pflanzen wird zudem Stroh ausgelegt. Dieses verhindert, dass die Früchte durch aufspritzende Erde verschmutzt werden.
Regen mögen Erdbeeren nur bedingt. Besonders problematisch ist anhaltender Dauerregen. Bei Trockenheit können die Pflanzen hingegen gezielt bewässert werden.
Bei der Ernte wird zwischen erster und zweiter Klasse unterschieden. Zu viel Regen kann sogenannte Regenläufe auf den Beeren verursachen. «Wenn es zwei Tage durchregnet, sehen die Beeren nicht mehr schön aus und werden zu Zweitklass-Beeren. Sie beginnen schneller zu faulen und werden grau», erklärt Martin Kupper.
Deshalb werden die Erdbeeren mit einem Hagelnetz geschützt. Dieses hält nicht nur Hagelkörner ab, sondern bietet weitere Vorteile: Es spendet Schatten und schützt die Früchte vor Sonnenbrand. Gleichzeitig wird starker Regen durch das Netz gebrochen und fällt nur noch in kleineren Tropfen auf die Pflanzen.
Ernte mit System
Auf dem Feld stehen zehn Erntewagen bereit. Ziel ist es gemäss Martin Kupper, dass diese täglich im Einsatz sind. Die Pflückenden nehmen jeweils zwei Kisten mit aufs Feld. Bereits während der Ernte werden schöne und weniger schöne Beeren getrennt gesammelt. Im Hofladen müssen die Kistchen nur noch gewogen werden. Jedes enthält 500 Gramm Erdbeeren.
Gut geschützt durch den Winter
Auch im Winter benötigen die Erdbeerpflanzen Pflege. Im Dezember wird das gesamte Feld mit Vlies abgedeckt, damit die Rhizome bei Bise und Kälte nicht austrocknen.
Anfang Februar wird ein Teil der Pflanzen wieder freigelegt, während andere weiterhin doppelt zugedeckt bleiben. Scheint die Sonne, wird es unter dem Vlies deutlich wärmer. Dadurch beginnen diese Pflanzen früher zu wachsen, während die anderen noch in der Winterruhe bleiben. Auf diese Weise können frühe Sorten gezielt verfrüht werden. Das ermöglicht einen gestaffelten Erntebeginn und verhindert, dass alle Erdbeeren gleichzeitig reif werden.
Damit die Früchte möglichst lange frisch bleiben, sollten sie nach dem Kauf im Kühlschrank gelagert werden. Wer also noch keine Erdbeeren gekauft hat – beim Kupper’s Hoflädeli in Elgg lohnt sich der Abstecher. Aber besser bald: Die Saison dauert nur bis Ende Juni.
DANIELA RÖTHLISBERGER
Zur Geschichte der Erdbeere
Die Erdbeere (Fragaria) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Ihr lateinischer Name leitet sich vom Duft der Früchte ab – fragare bedeutet so viel wie «duften». Die in der Schweiz heute verbreitete Gartenerdbeere (Fragaria × ananassa) ist eine Kreuzung, die im 18. Jahrhundert in Europa entstand – aus einer nordamerikanischen und einer südamerikanischen Wildart.
Schon im Mittelalter schätzte man die kleine Walderdbeere (Fragaria vesca) als Heilpflanze und Delikatesse. Sie ziert Gemälde, Klostergärten und mittelalterliche Handschriften. Die heutige grosse, süsse Gartenerdbeere ist jedoch eine vergleichsweise junge Erfindung: Erst um 1750 gelang die Kreuzung in Frankreich, von wo sie sich rasch über ganz Europa verbreitete.
In der Volksmedizin galten Erdbeeren als kühlend, blutreinigend und gut für Haut und Nieren. Linné, der Vater der botanischen Systematik, soll sie täglich gegessen haben – angeblich zur Linderung seiner Gicht.
Erdbeeren – kurze Saison, grosser Genuss
Von Mai bis Juli leuchten sie auf
Märkten, in Gärten und Feldern: Erdbeeren gehören zum Schweizer Sommer wie kaum eine andere Frucht. Wer sie frisch und regional kauft, profitiert gleich doppelt – am Geschmack und an den Nährstoffen.
Vitaminbombe in Rot
Erdbeeren sind überraschend nährstoffreich. 100 Gramm liefern rund 60 mg Vitamin C – das entspricht dem Tagesbedarf eines Erwachsenen. Dazu kommen:
– Folsäure – wichtig für Zellbildung und Immunsystem
– Kalium – gut für Herz und Blutdruck
– Vitamin B6 sowie Mangan
– Sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung Und das bei nur rund 32 Kilokalorien pro 100 Gramm – Erdbeeren sind also auch für figurbewusste Geniesserinnen und Geniesser ideal.
Beim Kauf: Auf diese Zeichen achten
– Leuchtend rot bis zur Spitze – blasse oder weissliche Stellen deuten auf unreife Früchte hin
– Frischer, grüner Blattkelch – welke Blätter signalisieren, dass die Beere schon länger liegt
– Angenehmer Duft – reife Erdbeeren riechen süss und intensiv
– Keine Druckstellen oder Schimmelflecken, auch nicht am Boden des Körbchens
– Regional und saisonal kaufen: Schweizer Erdbeeren vom Feld oder Markt sind Importen meist deutlich überlegen
Richtig lagern – so bleiben sie frisch
– Nicht waschen vor dem Lagern: Feuchtigkeit beschleunigt den Verfall
– Im Kühlschrank aufbewahren, aber kurz vor dem Essen auf Zimmertemperatur bringen – das bringt das Aroma zurück
– Innerhalb von ein bis zwei Tagen verbrauchen
– Zum Einfrieren: gewaschen, getrocknet und entstielt auf einem Blech vorfrieren, dann portionenweise in Beutel füllen
– Nicht zusammen mit anderen Früchten lagern – Erdbeeren geben Ethylen ab und beschleunigen deren Reifung
Tipp der Saison: Viele Landwirtschaftsbetriebe in der Region bieten Selbstpflücken an – ein schöner Ausflug für Familien und garantiert frische Ware direkt vom Feld.




