Grund für Erweiterung des Forsthofs anschaulich erläutert
23.05.2026 ElggAm Montag hatte die Gemeinde Elgg Interessierte zu einer Infoveranstaltung in den Forsthof geladen. Es ging um das Umbauprojekt für knapp zwei Millionen Franken, das am 14. Juni an die Urne kommt. Anhand von Vorgeschichte, Bauprojekt und einer Führung durch die Anlage, wurde die ...
Am Montag hatte die Gemeinde Elgg Interessierte zu einer Infoveranstaltung in den Forsthof geladen. Es ging um das Umbauprojekt für knapp zwei Millionen Franken, das am 14. Juni an die Urne kommt. Anhand von Vorgeschichte, Bauprojekt und einer Führung durch die Anlage, wurde die Notwendigkeit der Erweiterungen anschaulich verdeutlicht.
Der Forsthof Elgg soll an die heutigen Bedingungen angepasst werden. Vorgesehen sind zusätzliche Arbeits-, Lager- und Büroräume sowie Verbesserungen bei Sicherheit und Infrastruktur. Anlass für den Aus- und Umbau sind die gewachsenen Anforderungen an Platz, Lagerung und Garderoben aufgrund des gestiegenen Personal- und Maschinenbestands.
Gemeindepräsidentin Ruth Büchi-Vögeli begrüsste am vergangenen Montagabend die rund 30 Anwesenden, darunter Vertreter und Vertreterinnen des Gemeinderates und der Verwaltung sowie von Forst Elgg zum Informationsanlass Urnenabstimmung Erweiterung Forsthof vor Ort an der Iltishauserstrasse. In einem kurzen Rückblick über die Ausgangslage fasste sie die Entstehungsgeschichte kurz zusammen und verwies dabei auf die Abstimmungsbotschaft, in der alles detailliert beschrieben ist.
Erhöhter Platzbedarf
Das Gebäude wurde 1980 als Holzschnitzellager erstellt und seither mehrfach erweitert und angepasst, so zum Beispiel nach dem Brand 1989. Die letzte Änderung ist ein Garderoben-Provisorium aus dem Jahr 2022.
Der erhöhte Raumbedarf sei vor allem durch die Zunahme des Personalbestandes entstanden, erklärte die Gemeindepräsidentin. Inzwischen sind es zehn Mitarbeitende inklusive zwei Lernende. «Der Platzbedarf für zeitgemässe Garderoben, darunter auch eine Garderobe für weibliche Mitarbeitende, ist gestiegen», sagte sie. Zudem brauche es mehr Platz im Büro, das zurzeit gleichzeitig als Aufenthaltsraum dient. Auch der Maschinenpark sei deutlich erweitert worden, um die Arbeitsprozesse zu optimieren und anzupassen und auch aufgrund von neuen Aufgaben. «Wegen des Platzmangels stehen Maschinen im Freien. Zudem gibt es zu wenig Platz, um Holz zu lagern, dies wegen des steigenden Bedarfs im Energieholzmarkt. Total sind rund 1000 Ster Brennholz rund um den Forsthof gelagert», so Ruth Büchi-Vögeli.
Mängel am Vorprojekt
Weiter kam sie auf das frühere Erweiterungs-Projekt mit einem Kredit von gut einer Million Franken zu sprechen, das an der Gemeindeversammlung vom September 2024 bewilligt worden war. Dieses hätte im vergangenen Jahr umgesetzt werden sollen. Man habe bei der Umsetzungsplanung im Vorprojekt aber mehrere Mängel (Brandschutz, Statik, Gebäudevolumen) festgestellt, «die Einfluss hatten auf das Nutzungskonzept und vor allem auf die Kosten». Daher hat die Gemeinde das Projekt gestoppt. Im Rahmen der Neubeurteilung sei eine ungenügende Bestandesaufnahme der bestehenden Gebäude festgestellt worden. «Die vorhandenen Pläne stimmten nicht mit den tatsächlichen Gebäuden überein. Daher wurden neue Pläne erstellt. Dies ergab mehr Volumen für den Anbau und hatte grossen Einfluss auf die Kosten.» Dank der höheren Räume habe sich nun eine bessere Raumaufteilung ergeben, so die Gemeindepräsidentin.
Schliesslich wurde das Projekt mit Grossraumbüros aufgegleist. Denn während der Überarbeitung wurde entschieden, dass sämtliche Büros für alle Mitarbeitenden künftig im Forsthof untergebracht werden sollen, auch diejenigen der Förster, die zurzeit ihre Büros noch im Gemeindehaus haben, wie den Erklärungen der Gemeindepräsidentin zu entnehmen war.
Anschaulicher Rundgang
Im Anschluss an die Einführung fand ein Rundgang statt, bei dem man sich ein Bild machen konnte über die aktuelle Raumsituation. Christian Schaerer, Förster und Betriebsleiter Forst Elgg, führte durch die Gebäude und um den Forsthof herum und erklärte anschaulich, wo es an Platz oder Sicherheit mangelt und wozu die Erweiterungen und technischen Anpassungen dienen, zum Beispiel im derzeitigen Aufenthaltsraum und Büro, dessen Mehrzweck-Nutzung an Grenzen stösst. «Der Raum soll bleiben, aber künftig nur noch als Aufenthaltsraum dienen», so Schaerer. Auch, aber nicht nur hier, braucht es zudem neue Brandschutzmassnahmen.
Unter anderem zeigte der Förster die geplante Erweiterung der Einstellhallen auf und die Verbesserungen im heutigen Arbeitsraum sowie die Situation im Aussenraum, wo das Brennholz gelagert wird und Fahrzeuge und Maschinen dem Wetter ausgesetzt sind. Schaerer erklärte zudem ausführlich, wie die technischen und räumlichen Verbesserungen effizienteres Arbeiten ermöglichen. Insgesamt konnten sich die Besucher und Besucherinnen von der Dringlichkeit und Nützlichkeit der Neuerungen überzeugen, sei es für die Sicherheit der Mitarbeitenden, den Schutz der Fahrzeuge, der Lagerung von Brennholz oder effizientere betriebliche Abläufe.
Neues Projekt
Schliesslich erklärten Christian Schaerer und Ruth Büchi-Vögeli noch die Pläne und einzelne Details zum Umbauvorhaben. «Es ist kein überdimensioniertes Projekt» sagte der Leiter Forst. Und auch die Rückkehr zum alten Projekt wäre – abgesehen vom veränderten Platzbedarf – mit den heutigen Anforderungen zu den alten Kosten gar nicht mehr möglich.
Im Anschluss daran konnten die Anwesenden Fragen stellen. Diese drehten sich um die Verzögerung beim Projekt beziehungsweise die nachträglich festgestellten Mängel, den Platzbedarf in der Gemeindeverwaltung, das Wachstum des Forst Elgg und natürlich die Kosten. Der Platzbedarf der Verwaltung sei nicht einfach vorauszusehen. Die Mängel wurden erst bei der Überarbeitung realisiert. Für den Mut zur Überarbeitung machte ein Anwesender der Gemeinde in Kompliment. Der Forst Elgg habe bisher betriebswirtschaftlich gehandelt und mit einem positiven Resultat gearbeitet, so eine weitere Antwort von Seiten der Gemeinde.
Das neue Projekt
Gemäss den Plänen ist eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes um rund 7,5 Meter vorgesehen. Im Erdgeschoss sollen unter anderem die bisherigen Einstellhallen für die Forstfahrzeuge erweitert und eine Garagenbox in eine neue Werkstatt mit zusätzlichem Lagerraum umgebaut werden. Zudem erhält die Brennholzhalle eine neue Krananlage.
Im Obergeschoss entstehen neue Büroräumlichkeiten mit insgesamt fünf Arbeitsplätzen für den gesamten Forstbetrieb. Hinzu kommen ein Besprechungsraum, Garderoben sowie weitere Nebenräume. Zudem sind neue Treppen notwendig.
Die Kosten
Für die Erweiterung des Forsthofs beantragt die Gemeinde einen Kredit von 1,985 Millionen Franken. Wegen der Nähe zur zwei-Millionen-Grenze kommt das Projekt an die Urne und wird nicht an einer Gemeindeversammlung entschieden, wie Ruth Büchi-Vögeli erklärte. Der grösste Teil der Kosten entfällt mit rund 1,64 Millionen Franken auf die eigentlichen Bauarbeiten.
Die jährlichen Folgekosten werden auf rund 80’700 Franken geschätzt. Finanziert werden soll das Projekt gemäss dem beleuchtenden Bericht aus eigenen Mitteln der Gemeinde.
Weiterer Ablauf
Sollte die Vorlage angenommen werden, ist der Baustart für Mitte Oktober 2026 vorgesehen. Die Fertigstellung ist auf Anfang Juli 2027 geplant. Der sportliche zeitliche Ablauf ist gemäss der Gemeinde auch wegen der Vorarbeiten im Zusammenhang mit dem ersten Projekt möglich.
BETTINA STICHER





