Gemeinsam konzentriert
24.09.2026 AadorfDie Worklounge Aadorf zeigt, wie flexibles Arbeiten im Dorf funktioniert.
Alexander war der Erste, der am vergangenen Wochenende am Tag der offenen Tür die WorkLounge Aadorf an der Morgentalstrasse 24 betrat. Wenig später erschien auch der Vereinspräsident – wie ...
Die Worklounge Aadorf zeigt, wie flexibles Arbeiten im Dorf funktioniert.
Alexander war der Erste, der am vergangenen Wochenende am Tag der offenen Tür die WorkLounge Aadorf an der Morgentalstrasse 24 betrat. Wenig später erschien auch der Vereinspräsident – wie gewohnt mit seiner speziellen Wasserflasche im Gepäck. Auf dem Tisch warteten frische Gipfeli auf die Besucherinnen und Besucher. Am Ende des Tages waren davon gerade noch zwei übrig.
Der Tag der offenen Tür bot Gelegenheit, einen Ort kennenzulernen, der in Aadorf bereits seit mehreren Jahren eine Alternative zum klassischen Büro und zum Arbeiten zu Hause bietet. Denn hinter dem Verein steckt eine Idee, die heute selbstverständlich klingt, zum Zeitpunkt ihrer Entstehung aber noch deutlich weniger verbreitet war: flexibel arbeiten, nahe am eigenen Wohnort und trotzdem nicht alleine.
Eine Idee, die ihrer Zeit voraus war
Die Geschichte der Arbeitslounge begann bereits vor der Corona-Pandemie. Begriffe wie Homeoffice oder Coworking waren damals für viele noch Neuland. In Aadorf wollte eine Gruppe von Gleichgesinnten herausfinden, ob auch im Dorf ein Bedürfnis nach neuen Arbeitsformen besteht.
Eine Umfrage zeigte Interesse, und daraus entstand der Verein Worklounge Aadorf. Das Ziel war von Anfang an einfach: einen professionellen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, der flexibel genutzt werden kann und bei dem man nicht zuerst ein eigenes Büro einrichten muss.
Dank der Unterstützung der Familie Ruckstuhl konnte ein geeigneter Raum gefunden werden. Im November 2019 öffnete der Verein ihre Türen – nur wenige Monate bevor die Corona-Pandemie das Thema Homeoffice schlagartig in den Alltag vieler Menschen brachte.
Notebook einstecken und loslegen
Das Konzept ist bewusst unkompliziert. Wer in dort arbeitet, bringt im Prinzip nur sein Notebook mit. Bildschirm, Arbeitsplatz und die notwendige Infrastruktur stehen bereit. Über USB-C lässt sich das eigene Gerät anschliessen, und der Arbeitsplatz ist innert kurzer Zeit einsatzbereit.
Damit richtet sich das Angebot an ganz unterschiedliche Menschen: Selbstständige genauso wie Angestellte, die einen Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen, aber nicht jeden Tag zu Hause arbeiten möchten.
Dabei kann nicht nur ein Arbeitsplatz genutzt werden. Auch das Sitzungszimmer kann separat gebucht werden – beispielsweise für Besprechungen, Kundentermine oder Workshops. So lässt sich die Infrastruktur je nach Bedarf flexibel nutzen.
Gemeinsam arbeiten – und trotzdem konzentriert bleiben
Gerade darin liegt eine Besonderheit von Coworking: Man arbeitet selbstständig und konzentriert an den eigenen Aufgaben und ist trotzdem von anderen Menschen umgeben.
Ben nutzt den Arbeitsplatz unter anderem wegen der klaren Trennung zwischen Arbeit und Familie. Zu Hause gibt es immer Dinge, die Aufmerksamkeit verlangen: Post, Pakete, Handwerker, Haushalt oder Familie. In der WorkLounge sei die Situation eine andere: «Hier arbeiten alle. Das motiviert gegenseitig und hilft, sich auf die eigene Arbeit zu konzentrieren.»
Genauso wichtig sei aber auch das, was zwischen der Arbeit passiert: der gemeinsame Kaffee in der Pause, ein kurzer Austausch oder ein Gespräch mit jemandem, der gerade an einem ganz anderen Thema arbeitet.
Auch Christian schätzt genau diese Mischung. «Es funktioniert hier einfach. Es gibt guten Kaffee, gute Gespräche und wenig Ablenkung. Weil alle an ihren eigenen Themen arbeiten, entsteht schnell ein gemeinsamer Arbeitsfluss.»
Dass die anderen Coworker aus unterschiedlichen Bereichen kommen, sei dabei sogar ein Vorteil. Man könne sich über eine Herausforderung austauschen oder auch einmal etwas Frust loswerden, ohne dass das Gegenüber selbst in das jeweilige Projekt involviert sei. So entstehen manchmal gerade durch den Blick von aussen neue Gedanken.
Arbeiten, wo man lebt
Heute ist Homeoffice längst nichts Aussergewöhnliches mehr. Gleichzeitig kennen viele auch dessen Kehrseiten. Am Küchentisch fehlt vielleicht die Ruhe, ein separates Arbeitszimmer steht nicht zur Verfügung oder zwischen Videokonferenz und konzentrierter Arbeit klingelt der Paketbote, wartet der Haushalt oder läuft das Familienleben weiter.
Die Arbeitslounge möchte genau zwischen klassischem Büro und Homeoffice eine weitere Möglichkeit bieten.
Statt für einen Arbeitstag zwingend nach Winterthur, Zürich oder an einen anderen Arbeitsort zu pendeln, kann der Arbeitsplatz auch mitten in Aadorf liegen. Der Verein kann dank seiner Struktur die Arbeitsplätze zu attraktiven Konditionen anbieten.
Dabei geht es nicht darum, das Büro beim Arbeitgeber oder das Homeoffice zu ersetzen. Vielmehr soll eine zusätzliche Möglichkeit entstehen: flexibel, unkompliziert und direkt im Dorf.
Der Tag der offenen Tür mit Kaffee und Gipfeli war deshalb vor allem eines: eine Einladung, diesen Arbeitsplatz einmal unverbindlich kennenzulernen.
Und vielleicht entsteht aus einem kurzen Besuch irgendwann ein neuer Arbeitsweg – einer, der nur noch wenige Minuten lang ist.
Was ist die WorkLounge?
Der Verein Worklounge Aadorf betreibt an der Morgentalstrasse 24 in Aadorf einen Coworking Space – quasi ein ausgelagertes, professionell eingerichtetes Homeoffice.
Arbeitsplätze und Sitzungszimmer können flexibel genutzt beziehungsweise gebucht werden. Wer der Coworking Space kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen, sie auszuprobieren.
VEREIN WORKLOUNGE AADORF
Weitere Informationen unter www.worklounge.ch

