Gemeinsam helfen, lernen und anpacken
20.10.2026 ElggSeit 1910 engagiert sich der Samariterverein Elgg für die Erste Hilfe und die Bevölkerung in der Region. Heute zählt der Verein rund 20 Mitglieder aus Elgg, Dickbuch, Hagenbuch, Heurüti, Hofstetten und Huggenberg. Was sie verbindet, ist die Freude am Helfen, am Lernen und an ...
Seit 1910 engagiert sich der Samariterverein Elgg für die Erste Hilfe und die Bevölkerung in der Region. Heute zählt der Verein rund 20 Mitglieder aus Elgg, Dickbuch, Hagenbuch, Heurüti, Hofstetten und Huggenberg. Was sie verbindet, ist die Freude am Helfen, am Lernen und an einer guten Gemeinschaft.
«Wir sind eine fröhliche Truppe mit Freude an der Ersten Hilfe und am Helfen», betont Susanne Krähenmann, Präsidentin des Samariterverein Elgg. Teamgeist und die Bereitschaft, sich gegenseitig zu unterstützen, werden grossgeschrieben. Gleichzeitig soll das Lernen nicht zu kurz kommen. Die Samariterinnen und Samariter trainieren regelmässig und setzen dabei auf eine praxisnahe und spielerische Ausbildung. «Wir lernen gemeinsam und können uns auch in Notfallsituationen aufeinander verlassen.»
Eine zentrale Aufgabe des Samaritervereins ist die Ausbildung. Das Angebot reicht vom Nothelferkurs über BLS-AED-Reanimationskurse bis zu den vertieften First-Aid-Kursen der Stufen 1 bis 3. Auch spezielle Angebote für verschiedene Zielgruppen gehören dazu, etwa Kurse für Eltern und Kleinkinder, sogenannte Nuggikurse, sowie Angebote für Seniorinnen und Senioren. Für Firmen und Organisationen können zudem individuell abgestimmte Kurse angeboten werden.
Dabei geht es nicht nur darum, einzelne Handgriffe auswendig zu lernen. Die Teilnehmenden sollen wissen, wie sie in einer Notfallsituation reagieren und weitere Hilfe organisieren können. Gleichzeitig möchten die Samariterinnen und Samariter das Vertrauen vermitteln, im entscheidenden Moment tatsächlich zu handeln.
Besonders gefragt sind die Nothelferkurse und die BLS-AED-Reanimationskurse. Eine Spezialität des Vereins sind die First-Aid-Kurse der Stufe 3.
Auch ausserhalb der Kurse ist der Verein aktiv. Jeden dritten Dienstag im Monat findet eine Vereinsübung statt. Hinzu kommen Sanitätsdienste bei Veranstaltungen, der zweimal jährlich stattfindende Blutspendedienst sowie verschiedene gesellschaftliche Aktivitäten. «Unser Verein ist mehr als die monatliche Vereinsübung», betonen die Verantwortlichen. Auch organisatorische Aufgaben, Werbung, die Betreuung der Homepage oder die Vorbereitung des Blutspendedienstes gehören zum Vereinsleben.
Im Notfall zählt der Mut zu helfen
Die Bedeutung der Ersten Hilfe ist für den Samariterverein unbestritten. Das Ziel: Möglichst jede zweite Person soll über die notwendigen Kenntnisse verfügen, um im Notfall helfen und weitere Hilfe organisieren zu können. Davon sei die Gesellschaft noch entfernt.
Denn häufig fehlt nicht unbedingt das Wissen, sondern der Mut, dieses anzuwenden. «Viele Menschen sind in Erster Hilfe geschult, getrauen sich aber nicht zu helfen», so der Verein. Gerade bei einem Herznotfall können die ersten Minuten entscheidend sein.
Wer unsicher ist, kann jederzeit die Notrufnummer 144 wählen. Die Notrufzentrale kann anleiten und die weiteren Schritte koordinieren. «Jede und jeder kann Erste Hilfe leisten», lautet deshalb die Botschaft des Samaritervereins. «Man weiss nie, wann Hilfe gebraucht wird oder man selbst Hilfe braucht.»
Moderne Ausrüstung kostet
Damit die Samariterinnen und Samariter ihre Aufgaben kompetent erfüllen können, braucht es neben einer guten Ausbildung auch zeitgemässe Ausrüstung. Geräte zur Kontrolle der Vitalzeichen, etwa Pulsoximeter, Blutdruck- und Blutzuckermessgeräte, müssen regelmässig erneuert werden. Auch moderne Übungsdefibrillatoren sind für eine realitätsnahe Ausbildung wichtig.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Ausbildung und an die Sanitätsdienste. Die Erste Hilfe habe sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt und sei professioneller geworden. Für den Verein bedeutet dies mehr Ausbildung, regelmässiges Training und entsprechende Investitionen.
Die finanziellen Mittel sind allerdings begrenzt. Mitgliederbeiträge sowie Einnahmen aus Kursen und Sanitätsdiensten reichen nicht aus, um Ausbildung, Lizenzen, Lehrmittel und die Erneuerung der Geräte vollständig zu finanzieren. «Ohne Spenden könnten wir nicht auf dem aktuellen Stand ausbilden», erklärt der Verein.
Die Samariterversammlung im September ist deshalb eine wichtige Unterstützung. Mit den Spenden können Ausbildung und Weiterbildung der Mitglieder finanziert sowie notwendige Geräte und Materialien angeschafft oder erneuert werden.
Neue Mitglieder willkommen
Eine weitere Herausforderung ist die Suche nach neuen Aktivmitgliedern. Gesucht werden Menschen ab 15 Jahren, die Freude an der Ersten Hilfe haben, gerne lernen und bereit sind, sich aktiv einzubringen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. «Wir lernen dir, was du wissen musst. Du musst nur Zeit mitbringen.»
Für den Sanitätsdienst ist eine entsprechende Ausbildung erforderlich. Insgesamt braucht es Engagement: Neben der monatlichen Vereinsübung fallen etwa vier bis fünf Wochenenden pro Jahr für Sanitätsdienste sowie weitere Ausbildungs- und Vereinsanlässe an.
Dafür erhalten die Mitglieder viel zurück: Erste-Hilfe-Wissen, Sicherheit im Notfall, praktische Erfahrung, neue Fähigkeiten und vor allem Kameradschaft. «Wir sind in einer Entwicklungsphase. Man kann anpacken und darf gestalten», beschreibt der Verein seine aktuelle Situation.
Besonders gerne würde der Samariterverein künftig mehr in die Jugend und in Angebote für die Kleinsten investieren. Auch zusätzliche Kursleiterinnen und Kursleiter werden gesucht, damit weitere Kurse angeboten werden können.
Erste Hilfe geht alle etwas an
Der Samariterverein Elgg versteht seine Arbeit als freiwilliges Engagement für die Region. «Wir machen dies freiwillig und in unserer Freizeit», sagen die Verantwortlichen. Umso wichtiger seien Menschen, die den Verein ideell, finanziell oder als aktive Mitglieder unterstützen.
Die Botschaft an die Bevölkerung ist klar: Erste Hilfe kann jeder lernen. Wer sich unsicher fühlt, kann einen Kurs besuchen und lernen, dem eigenen Wissen zu vertrauen.
«Man weiss nie, wann Hilfe gebraucht wird – ob als Patient oder als Ersthelfer.» Deshalb möchte der Samariterverein weiterhin gut ausgebildet, kompetent und mit zeitgemässer Ausrüstung für die Bevölkerung da sein.
EMANUELA MANZARI
Engagement willkommen
Wer den Samariterverein Elgg unterstützen oder sich engagieren möchte, kann dies als Aktiv- oder Passivmitglied, mit einem Kursbesuch, einem Sanitätsauftrag oder mit einer Spende tun. Informationen gibt es unter www.svelgg.ch oder per E-Mail an hilfe@svelgg.ch.


