An einem frühen Freitagmorgen im Juli machte sich eine 25-köpfige Reisegruppe auf den Weg zur Elgger Partnergemeinde Wenigzell in der Steiermark. Ein Wochenende voller Gastfreundschaft, Grosszügigkeit und ein abwechslungsreiches Programm erwartete die Elggerinnen und Elgger. ...
An einem frühen Freitagmorgen im Juli machte sich eine 25-köpfige Reisegruppe auf den Weg zur Elgger Partnergemeinde Wenigzell in der Steiermark. Ein Wochenende voller Gastfreundschaft, Grosszügigkeit und ein abwechslungsreiches Programm erwartete die Elggerinnen und Elgger. Für viele fühlte es sich wie Nachhausekommen an.
Die Anfang Jahr eingegangene Einladung aus den österreichischen Wenigzell an den Elgger Gemeinderat wurde mit Freude angenommen.
Für Gemeindepräsidentin Ruth Büchi-Vögeli war sofort klar, dass sich nicht nur die Gemeinderatsmitglieder auf die lange Reise begeben werden, sondern dem langgehegten Wunsch eines gemeinsamen Besuches jener entsprochen werden soll, welche bereits seit vielen Jahren eine freundschaftliche Beziehung zur Partnergemeinde pflegen.
Nach einer zehnstündigen Reise und dem Bezug der Hotelzimmer begrüssten der Bürgermeister Herbert Berger und die Wenigzeller Gemeinderäte die Elggerinnen und Elgger. In seiner Ansprache bot das Gemeindeoberhaupt unter anderem Einblicke in die geschichtliche Verbindung mit Elgg. Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges 1945 wurde Wenigzell Opfer eines versehentlichen Vernichtungsschlages der russischen Armee. Abgesehen von ein paar wenigen Gebäuden wurde alles dem Erdboden gleichgemacht.
Gedenktafel für Hilfe aus Elgg
Dank dem Kampfgeist und Durchhaltevermögen der Wenigzeller und der später eintreffenden Hilfsgüter, bestehend aus Lebensmitteln, Kleidern, Medikamenten, Zimmerausstattungen sowie Gerätschaften für die Landwirtschaft aus Elgg, konnte in mühevoller Arbeit das Wenigzell, wie es sich heute präsentiert, wieder aufgebaut werden. Die bis heute währende Dankbarkeit an die Elgger Partnergemeinde ist nicht nur in der Rede des Bürgermeisters spürbar, sondern begegnet einem beim Spaziergang durchs Dorf immer wieder. So zum Beispiel auf dem Dorfplatz, wo in Sandstein gemeisselt die Wenigzeller Geschichte niedergeschrieben steht und der Hilfeleistung Elggs eine Gedenktafel gewidmet ist.
Bei einem gemeinsamen Nachtessen, welches mit einer Vorführung der Schuhplattlergruppe «Wenigzeller Plattla» und der Unterhaltung eines preisgekrönten jungen Harmonika-Virtuosen gespickt war, liess die bunt gemischte Gruppe den langen Tag auf der Terrasse der «Bratl Alm» ausklingen.
Freundschaftliche Verbindungen gepflegt
Am Samstag sah das Programm den Besuch der heiligen Messe und des Musikantenkirtages vor. Auf dem Dorfplatz spielten verschiedene Kapellen auf, und man liess es sich in der Festwirtschaft gut gehen. Freunde wurden getroffen und neue Bekanntschaften geknüpft. Am späteren Nachmittag brachte der Reisecar die Gruppe zur Wildwiese. Wer schwindelfrei war, bestieg den Aussichtsturm. Hier wurden die Mutigen mit einer grandiosen Rundumsicht belohnt. Die dazu passenden geografischen Erläuterungen gab der Bürgermeister persönlich. Zurück im Dorf wurde bis in die späten Abendstunden gemütlich zusammengesessen und die freundschaftlichen Verbindungen gepflegt.
Allzu schnell verging die Zeit und am Sonntagvormittag musste voneinander Abschied genommen werden. Der Bürgermeister Herbert Berger und sein Team unterliessen es nicht, die Elgger Reisegruppe persönlich zu verabschieden und alle mit einem kleinen Präsent zurück in die Schweiz zu entlassen.
Gemeinsam wurde ein Wochenende voller Herzlichkeit, Austausch und schöner Erinnerungen erlebt. Schön, wenn in Zukunft viele weitere solcher Begegnungen stattfinden können.
MARION ISLIKER