Gedanken zur Lage: Was ist los in Katholisch Aadorf-Tänikon?
16.04.2026 GESELLSCHAFT, KolumneDiese Frage stellt sich mir, je intensiver ich mich mit den letzten Wochen und dem vielen Hörensagen verschiedenster Bürgerinnen und Bürger auseinandersetze. In der «REGI Die Neue» vom vergangenen Freitag, 10. April 2026, hiess es lapidar: «Unterschiedliche ...
Diese Frage stellt sich mir, je intensiver ich mich mit den letzten Wochen und dem vielen Hörensagen verschiedenster Bürgerinnen und Bürger auseinandersetze. In der «REGI Die Neue» vom vergangenen Freitag, 10. April 2026, hiess es lapidar: «Unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausgestaltung der Behörde führten schliesslich dazu, dass Präsident Rolf Anliker auf eine erneute Kandidatur (als Kirchgemeindepräsident!) verzichtete. In der Folge zogen sich auch weitere bisherige sowie potenzielle (neue) Kandidierende zurück.»
Hallo? Keine fünf Monate zuvor an der letzten Kirchgemeindeversammlung im November 2025 schien noch alles in bester Ordnung zu sein, die Behörde war vollständig und funktionsfähig. Man wusste von zwei Rücktritten und hörte auch schon Namen, wer diese beiden ersetzen könnte. Friede, Freude, Eierkuchen. Und heute? Vier von fünf Mitgliedern, also alle bestehenden Kirchgemeinderäte ausser einem sowie die potenziellen NachfolgerInnen zogen sich zurück oder warfen explizit «den Bettel hin». Und wir Kirchbürgerinnen und Kirchbürger? Wir wissen von gar nichts! Ausser all den kleinen Episoden, welche die Spatzen von den Dächern pfeifen! Nur, das hilft so nicht wirklich weiter. Ich bin als Mitinitiant der Öffentlichkeitsinitiative mich aber gewohnt, dass Transparenz gerade in schwierigen Zeiten wichtig und richtig ist. In katholisch Aadorf-Tänikon passiert momentan aber genau das Gegenteil – man verschanzt sich hinter den Plattitüden «Amtsgeheimnis» und «Ich darf nichts sagen»! Man gibt sich verschlossener als der Vatikan in Rom. Und das ist nicht richtig.
Als Kirchbürger will ich wissen, was Sache ist. Warum ist man aneinandergeraten? Wer stellt sich zur Wahl und warum glauben diese Leute, dass sie für die anstehenden Aufgaben die richtigen Personen sind? Das einzig verbliebene Kirchgemeinderatsmitglied will Präsident werden – Wunsch von ihm selber oder Berufung? Warum gab es keinen Informationsabend oder ein öffentliches Hearing? Warum keine schriftliche Stellungnahme an die Kirchbürger und eine korrekte Vorstellung des Wahlprozederes? Glaubt man mit dem «unter dem Deckel halten» trägt man positiv zur Aufklärung des Vorgefallenen und zur Zukunft bei? Glaubt man, weil irgendwann, irgendetwas auf der Homepage aufgeschaltet wurde, dass man der Informationspflicht Genüge getan hat? Ist damit für die Stimmbürger die Orientierung und Information ausführlich genug und korrekt erfolgt, damit eine ordnungsgemässe Wahl überhaupt statthaft ist und es zu keiner Wahlbeschwerde kommen kann? Was sind die sogenannt neuen Strategien, die im Pfarrblatt angetönt wurden? Bespricht man diese auch mit uns Kirchbürgerinnen und Kirchbürgern oder brütet man da nur im stillen Kämmerlein daran?
Ich bin (wie man unschwer feststellen kann) ziemlich konsterniert, was da gerade alles passiert; ich denke, dass solche negativen Vorzeichen sich nicht einfach zum Guten ändern. Und ich möchte nicht erst den Daumen an der nächsten Kirchgemeindeversammlung (Montag, 11.5.26) heben, wenn die Wahlen schon vorbei sind. Ich erwarte Antworten heute und jetzt. Und wenn man jetzt sagt, dass dies zu spät sei, dann kann man die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger auch gleich dazu aufrufen, die Wahlzettel mit irgendeinem Kirchbürger (und nicht den offiziell aufgeführten) aufzuschreiben – damit das notwendige absolute Mehr bei den Kandidaten nicht erreicht wird. So erhielte man die notwendige Zeit vor einem zweiten Wahlgang, uns Kirchbürgerinnen und Kirchbürger korrekt aufzudatieren. Zu wünschen wäre dies allemal – ohne Wenn und Aber.

