Für einmal bei schönem Wetter
07.05.2026 RegionDas Dutzend ist voll. Das Motocross Schlatt bei Winterthur ging am ersten Maiwochenende zum zwölften Mal über die Bühne. Diesmal herrschte absolutes Kaiserwetter, und die Rennen lockten viele Zuschauer an den Streckenrand.
Die vom Moto-Club Wila (MCW) organisierte ...
Das Dutzend ist voll. Das Motocross Schlatt bei Winterthur ging am ersten Maiwochenende zum zwölften Mal über die Bühne. Diesmal herrschte absolutes Kaiserwetter, und die Rennen lockten viele Zuschauer an den Streckenrand.
Die vom Moto-Club Wila (MCW) organisierte Veranstaltung weist einige Besonderheiten auf. Im Gegensatz zu anderen Rennen muss in Schlatt praktisch jedes Jahr eine neue Strecke aufgebaut werden. Will heissen, es wird jedes Mal auf einem anderen Gelände gefahren. Und Schlatt hat zudem den Ruf, dass das Wetter immer wieder für Probleme sorgt. Einmal musste das Motocross wegen eines Wintereinbruchs um zwei Wochen verschoben werden. Ein andermal führte ein Schneesturm zu vorzeitigem Abbruch. Diesmal aber herrschte das ganze Wochenende sonniges Wetter mit warmen Temperaturen.
Der Auftakt war allerdings alles andere als perfekt. Am Mittwoch waren Festund Küchenzelt eben gerade fertig aufgebaut, als ein heftiger Windstoss die ganze Kombination umwarf und auf die parkierten Autos der Helfer wehte. Diese erlitten teilweise Schäden. Glücklicherweise wurde aber niemand verletzt. In aller Eile musste nun ein Ersatzzelt beschafft und am Donnerstag aufgebaut werden. Also gewissermassen doppelte Arbeit, bei welcher der Zeltlieferant tatkräftig mithalf.
Beginn am Tag der Arbeit
Am Freitag war dann aber angerichtet. Etliche Fahrer benützten die Gelegenheit zu Probefahrten auf der 1530 Meter langen Piste mit vielen Auf- und Abfahrten. Als besonderer «Zeitvertreib» wurde am späteren Nachmittag der Appenzeller-Bier-Lauf ausgetragen. Ein Plauschwettbewerb, der sportliche Aktivität mit Biergenuss verbindet, mit dem Motocross jedoch eigentlich nichts zu tun hat. Aber die Afterparty mit dem weiblichen Handorgelduo Wahnsinn lockte dann erfreulich viel Publikum ins Festzelt. Am Samstagabend unterhielt die Band Pocket Rockers mit ihrem breiten Repertoire von Rock- und Popsongs.
Das Wochenende stand aber ganz im Zeichen des Motorsports. Am Samstag kämpften nationale Klassen um Meisterschaftspunkte der National Amateur Motocross Serie (NAM). Daneben hatten auch Piloten, die diese Meisterschaft nicht bestreiten oder keine Lizenz haben, Gelegenheit zum Kräftemessen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Schweizerischen Auto- und Motorradfahrer-Verband (SAM, zu dem die NAM gehört) und dem offiziellen Landesverband Swiss Moto manifestierte sich am Sonntag in Läufen zur Schweizermeisterschaft der Frauen und Seitenwagen sowie drei Jugendkategorien. Daneben begeisterte die schnellste SAM-Kategorie, Masters genannt, das Publikum. Insgesamt säumten rund 4400 Zuschauende den Streckenrand. Über 450 Fahrerinnen und Fahrer starteten in Schlatt, 260 Helferinnen und Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf.
Licht und Schatten nah beisammen
Für ein definitives Fazit, was das «Geschäftliche» anbelangt, ist es noch zu früh. Aber sportlich kann eine Bilanz gezogen werden. Für die Teilnehmenden, die man aufgrund ihres Wohnorts oder der MCW-Mitgliedschaft zur erweiterten Region zählen kann, verlief das Wochenende durchzogen. Am erfolgreichsten war der organisierende Verein ausgerechnet in der schnellsten SAM-Klasse, den Masters Open. Der 16-jährige Fischenthaler Noryn Polsini gewann den ersten Lauf. Im zweiten und im Tagesklassement musste er sich nur dem aktuellen Meisterschaftsleader Fabian Weilenmann (Neukirch-Egnach) beugen. Als Dritter stieg Clubpräsident Dominik Betschart aus Tablat aufs Podest. Gleich hinter ihm klassierte sich mit Marco Muff (Winterberg) ein weiterer MCW-Fahrer. Marcel Götz aus Guntershausen wird in der Tageswertung als 24. geführt.
Eine Stufe tiefer, in der Kategorie MX Open, liess sich ein weiteres MCW-Mitglied einen Pokal übergeben. Timon Ammann (Bettwiesen) wurde Gesamtdritter. Etwas anders dürfte die Gefühlslage bei Yannic Stillhart sein. Wie schon in Wohlen erzielte der 33-Jährige aus Guntershausen die beste Trainingszeit. Im ersten Lauf kam er aber nur zwei Runden weit. Aufgrund einer Verletzung konnte er zum zweiten Kräftemessen nicht mehr antreten.
Auch mit Mathias Sommer (Gachnang/ MCW) meinte es das Schicksal nicht gut. Bei seinem Heimrennen in der Kategorie MX2 Expert wurde er beim ersten Sprung nach dem Start in einen Sturz mit insgesamt drei Fahrern verwickelt. Zwei fuhren weiter, Sommer hingegen musste aufgeben. Eine tiefe Fleischwunde am Oberschenkel musste genäht werden.
ALBERT BÜCHI



