Für den Zusammenhalt in der Schweiz plädiert
04.08.2026 GuntershausenIn seiner Festansprache rief Roland Gabriel an der Bundesfeier in Guntershausen zu mehr Zusammenhalt auf. Wir sollten den Wohlstand der Schweiz nicht als selbstverständlich betrachten und wieder vermehrt das Gespräch miteinander zu suchen, sagte er.
Bei angenehmen sommerlichen ...
In seiner Festansprache rief Roland Gabriel an der Bundesfeier in Guntershausen zu mehr Zusammenhalt auf. Wir sollten den Wohlstand der Schweiz nicht als selbstverständlich betrachten und wieder vermehrt das Gespräch miteinander zu suchen, sagte er.
Bei angenehmen sommerlichen Temperaturen nach der Abkühlung von der vergangenen Nacht, versammelten sich am Samstagmittag zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner zur 1. August-Feier bei der Turnhalle in Guntershausen. Organisiert wurde der Anlass von der Männerriege Guntershausen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte das Duo Sylv und Dölf, während sich die Männerriege um die Festwirtschaft kümmerte.
Der Aadorfer Gemeinderat Stefan Brunner und Präsident der Männerriege, begrüsste die Gäste sowie Musikduo und bedankte sich bei seinen Vereinskollegen für ihren grossen Einsatz. Ebenfalls hiess er den Festredner Roland Gabriel willkommen, der gemeinsam mit seiner Frau Jacqueline Gabriel, der Präsidentin des Einwohnervereins Ettenhausen, wo die Bundesfeier am Freitagabend stattfand, nach Guntershausen gekommen war.
Humor zum Auftakt
Der Präsident der FDP Aadorf holte die Zuhörerinnen und Zuhörer in seiner Ansprache mit Humor ab. Seit 32 Jahren lebe er in Ettenhausen, sei oft neidisch auf Guntershausen, wo er am Abend die Abendsonne sehe. Das Dorf verfüge über einen Bahnhof, einen Dorfmarkt und stelle vier von sieben aktiven Gemeinderäten inklusive des Präsidenten, habe einen aktiven Turn- und Sportverein und eine sehr engagierte Männerriege. Ettenhausen habe die Bürgermusik, einen Rebberg, eine Vollmondbar und einen Fleischautomaten. «Die Guntershauser sind wohl politisch interessierter und sportlicher, die Ettenhauser dafür musikalischer und festfreudiger», scherzte er.
Die Schweiz als Erfolgsmodell
Danach erinnerte Roland Gabriel, beginnend mit sportlichen Erfolgen vom Skisport über Eishockey bis hin zum Fussball, daran, dass die Schweiz in zahlreichen Bereichen weltweit Spitzenplätze einnehme, von Wirtschaft und Innovation, Sicherheit über die Lebensqualität bis hin zur direkten Demokratie: «Die Schweiz ist «Abstimmungs-Weltmeister».
Dabei machte er deutlich, dass viele Menschen unterschätzten, wie privilegiert das Leben hier sei. «Die Schweiz ist ein Paradies. Die ganze Welt weiss es, nur die Schweizer manchmal nicht.» Wohlstand und Sicherheit seien nicht selbstverständlich, sondern das Ergebnis der Arbeit früherer und auch heutiger Generationen.
Wünsche für die Zukunft
Im Zentrum seiner Festansprache formulierte Gabriel verschiedene Wünsche für die Zukunft der Schweiz. Er wünschte sich mehr Dankbarkeit für die guten Lebensbedingungen, ein stärkeres Bewusstsein dafür, dass Wohlstand immer wieder neu erarbeitet werden müsse, sowie Solidarität bei der Lösung gemeinsamer Herausforderungen in Europa: «Sicherheit ist eine Bedingung für Wohlstand.» Gleichzeitig sprach er sich für mehr Selbstbewusstsein gegenüber dem Ausland und für langfristiges Denken bei politischen Entscheidungen aus.
Sein letzter Wunsch galt dem politischen Umgang miteinander. «Lautstärke ersetzt kein Argument und der, der am lautesten ruft, hat nicht automatisch recht.» Statt Polarisierung brauche es wieder mehr gegenseitigen Respekt und den Willen, unterschiedliche Standpunkte anzuhören. Nur wenn unterschiedliche Meinungen ernst genommen würden und der Dialog gepflegt werde, könne die Schweiz auch künftigen Generationen als wunderbare, unabhängige und solidarische Heimat erhalten bleiben.
Schliesslich wünschte der Festredner allen einen schönen Nationalfeiertag. Dieser ging dann mit dem Singen der Nationalhymne, dem Thurgauer Lied, musikalischer Unterhaltung und Tanz, angeregten Gesprächen sowie einer Wurst vom Grill und einem Getränk in gemütlicher Atmosphäre weiter.
BETTINA STICHER



