Freiwillige Fahrer bereichern das Dorfleben in Elgg
13.08.2026 Elgg25 Personen sind für den freiwilligen Fahr- und Mahlzeitendienst der Sozialbehörde Elgg und des Pflegezentrums Eulachtal im Einsatz. Sie bereichern das Dorfleben und auch ihr eigenes. Im Gespräch erzählen sie von ihren Erfahrungen und ihrer Motivation.
ELGG Am Abend ...
25 Personen sind für den freiwilligen Fahr- und Mahlzeitendienst der Sozialbehörde Elgg und des Pflegezentrums Eulachtal im Einsatz. Sie bereichern das Dorfleben und auch ihr eigenes. Im Gespräch erzählen sie von ihren Erfahrungen und ihrer Motivation.
ELGG Am Abend des 16. Juni fand im Pflegezentrum Eulachtal (PZE) das 35. traditionelle Fahreressen des freiwilligen Fahrdienstes und des Mahlzeitendienstes der Gemeinde Elgg statt. Als Dankeschön für ihren Einsatz erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen gemütlichen Abend bei einem feinen Essen aus der Küche des Pflegezentrums. Organisiert wurde der Anlass von Regula von Wartburg von der Sozialbehörde und Daniela Kägi vom PZE.
Gemeinderat Roger Gerber (Soziales und Gesellschaft) begrüsste etwa 30 freiwillige Fahrerinnen und Fahrer sowie Ausliefernde des Mahlzeitendienstes in der Cafeteria zum Jahresessen. «Dieses Jahr steht unter dem Patronat der freiwilligen Arbeit», betonte er und bedankte sich bei allen, die zum Gelingen der Dienste und dieses Anlasses beitragen.
Angeregte Gespräche
In angeregte Gespräche vertieft, sprachen die Anwesenden von ihren Erlebnissen, tauschten sich aus und genossen den lauschigen, warmen Frühsommerabend. Dabei kam auch der Humor nicht zu kurz. In der Runde mit dabei war dieses Mal auch PZE-Co-Geschäftsführer Carsten Hejndorf, der sich nach einer Sitzung mit dem Gemeinderat unter die Freiwilligen mischte. «Meistens sehe ich nur die Namen auf den Abrechnungen. Heute lerne ich auch die dazugehörigen Menschen kennen», sagte er.
Viele der Freiwilligen – bei beiden Diensten sind Männer und Frauen ausgewogen vertreten – sind pensioniert, haben ein langes, vielseitiges Berufsleben hinter sich oder sind zum Teil noch berufstätig und engagieren sich an verschiedenen Orten, zum Beispiel in Vereinen. Ihre Kompetenzen kommen auch der freiwilligen Arbeit zugute.
«Wenn ich etwas gebe, bekomme ich auch etwas zurück»
Eine ehemalige Lehrerin schätzt es sehr, dass sie weiterhin für andere da sein kann, wie sie sagt: «Ich mag Menschen und Beziehungen. Für viele ist die Lieferung der Mahlzeit ein willkommener Unterbruch im Tag, eine wichtige Begegnung, auf die sie bereits warten und sich freuen, wenn man kommt.» Sie gebe gerne etwas weiter, und auch sie selbst habe dabei gute Begegnungen. «Wenn ich anderen etwas gebe, bekomme ich etwas zurück: Dankbarkeit, Freundlichkeit, Kontakt. Zudem haben wir untereinander und im Dorf einen super Zusammenhalt.» Im Durchschnitt sei sie pro Lieferdienst etwa eine Stunde unterwegs, wobei die Anzahl der Mahlzeiten, die sie in Boxen verteilt, stark variiere. Nebst dem Mahlzeitendienst übernimmt sie ab und zu auch Jubilarenbesuche, engagiert sich beim Verein «Solidar Elgg – weltweit» und als Gastgeberin im «müli.bistro» des Vereins «rundum. müli». «Seit ich pensioniert bin, bin ich mehr unterwegs als zuvor», so die aktive Elggerin.
«‹Mein Dienstagsengel› oder ‹das schöne blaue Auto ist da›: Die Empfängerinnen und Empfänger der Mahlzeiten freuen sich jeweils, wenn ich komme», berichtet auch eine Frau aus Hagenbuch, die regelmässig für den Elgger Fahrdienst im Einsatz ist. Sie sei in Elgg aufgewachsen, und weil ihr Vater im PZE wohne, habe sich das so ergeben. Wegen familiärer Verpflichtungen arbeite sie nicht mehr im Angestelltenverhältnis, erklärt sie, betreue aber in ihrer Wohngemeinde unter anderem den «Hagenbucher». Die Arbeit beim Mahlzeitendienst gebe ihr viel, es entstünden immer wieder interessante Gespräche.
Hier eingestiegen sei sie während der Corona-Zeit, als über 65-Jährige zu ihrem eigenen Schutz nicht mehr ausliefern durften und man daher jüngere Leute ins Team holte: «Diese sind zum Teil geblieben.» Einer davon ist beruflich unter anderem als Bademeister tätig. Er äussert sich ebenfalls begeistert über die Einsätze und das Freiwilligen-Team.
«Gespräche mit Menschen, die viel zu erzählen haben»
Einer der freiwilligen Fahrer erklärt, dass er sich auf ein Inserat hin gemeldet habe. «Mir macht es nichts aus, auch weitere Strecken zu fahren, da ich früher im Aussendienst tätig war und es gewohnt bin, viel Auto zu fahren.» Auch freue er sich über die interessanten Gespräche mit älteren Menschen, «die viel erlebt und daher auch viel zu erzählen haben. Ich gebe gerne und bekomme auch viel zurück», sagt er. Der Fahrdienst sei gut organisiert und funktioniere in der Regel sehr gut. Ein anderer Fahrer war im Berufsleben Lastwagenchauffeur und später als Schulbusfahrer tätig. Auch er bezeichnet den Fahrdienst als gegenseitige Bereicherung und lobt zudem die Koordination über das Sekretariat des
PZE.
In der Regel sollte man sich für Fahrdienste drei Tage vorher melden. «Aber im Notfall sind die Fahrer sehr flexibel und auch zu kurzfristigen Einsätzen bereit», erklärt Daniela Kägi, die die Termine entgegennimmt und die Fahrer aufbietet.
Mahlzeiten- und Fahrdienst
Gemäss Roger Gerber betreut Regula von Wartburg von der Sozialbehörde den freiwilligen Fahrdienst, der früher vom Schweizerischen Roten Kreuz wahrgenommen wurde, bereits seit 13 Jahren. Die Koordination läuft über das Sekretariat des PZE. Parallel dazu ist der Sozialbehörde auch der Mahlzeitendienst unterstellt, der über die Cafeteria des PZE läuft. «Die Freiwilligen übernehmen die Fahrten mit sehr viel persönlichem Engagement.» Der persönliche Kontakt sei wichtig, «es entsteht Beziehung», sagt Gerber.
Standardstrecken sind nebst der näheren Region Spitäler oder Therapien in Winterthur und Zürich. «Nebst anderen Unterstützungen in der Gemeinde bietet diese Dienstleistung die Möglichkeit, in Elgg alt zu werden und möglichst lange zu Hause zu bleiben.»
Insgesamt 25 Freiwillige engagieren sich zurzeit im Fahrer- und Mahlzeitendienst Elgg, davon 7 im Mahlzeiten- und 18 im freiwilligen Fahrdienst. Der Mahlzeitendienst steht allen Einwohnern der Region Eulachtal zur Verfügung. Von Montag bis Sonntag werden frisch gekochte, warme Mittagsmenüs von freiwilligen Fahrerinnen und Fahrern in der Region verteilt.
Der Fahrdienst bringt ältere und/oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen zum Arzt, zur Therapie oder zum Teil auch zu wichtigen Besuchen.
BETTINA STICHER
Freiwilligenarbeit im Fokus
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Das Jahr 2026 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Freiwilligen für nachhaltige Entwicklung ausgerufen. Das Jahr würdigt den weltweiten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beitrag von Ehrenamtlichen und soll das Engagement für die UN-Nachhaltigkeitsziele stärken.
Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren, gibt es viele, auch in den Gemeinden im Einzugsgebiet der «Elgger/Aadorfer Zeitung». In einer losen Serie werden Freiwillige, ihre Einsatzorte und Aufgaben vorgestellt.

