Finger weg von den Brunnenstöpseln
03.03.2022 ElggEin leerer Brunnentrog, ein fehlender Stöpsel – etwas, das ab und zu mal vorkommt. Eine Leserin meldete einen solchen Fall beim Brunnen an der Gerbestrasse. Brunnenmeister Adrian Widmer kennt das Problem, benennt es aber als momentan überschaubar. Trotzdem soll auf solche Aktionen verzichtet werden.
Inmaculada Gonzàlez musste schon mehrmals feststellen, dass beim Brunnen an der Gerbestrasse der Stöpsel herausgezogen und so der ganze Trog geleert wurde. Wenn er dann nicht mehr auffindbar ist, ärgert sie das besonders – so auch wieder letzte Woche. Sie findet das wegen des Wasserverschleisses sehr schade und zudem diene der Brunnentrog auch Pferden oder Hunden zum Trinken. «Vermutlich stehen Kinder oder Jugendliche, die einen Streich spielen, hinter diesen Aktionen», vermutet die Anwohnerin.
Von «Lausbubenstreichen» geht auch Adrian Widmer aus. «Diese Aktionen findet jemand ein paar Wochen lang lustig, dann hört es wieder auf», relativiert der Brunnenmeister sowie Betriebsleiter Wasser und Abwasser. Beim Brunnen an der Ecke Berg- und Hertenstrasse hätte der Stöpsel auch schon ab und zu gefehlt. Meistens sei er dann aber nebendran im Gebüsch gelegen. Und auch der Brunnentrog bei der SBB-Brücke, der aktuell wegen der Baustelle Äntenschnabel ausser Betrieb sei, wäre ab und zu «Opfer» solcher Leerungen gewesen. Widmer attestiert: «Es ist schon auffällig, dass es allesamt Brunnen an Schulwegen sind.»
Ein momentan überschaubares Problem
Da die Handhabe für die Gemeinde eher schwierig sein dürfte, stellt sich die Frage nach einer Fixierung der Brunnenstöpsel. Der Brunnenmeister reagiert zurückhaltend darauf: «Lose Stöpsel sind praktisch für die Reinigung der Tröge und dienen als Überlauf. Man montierte auch schon Ketten, was aber nicht sehr praktikabel ist, weil sie mit der Zeit durchrosten und mühsam zu putzen sind. Zudem muss man dann jeweils ein Loch in den Brunnen bohren.» Das Problem sei momentan überschaubar. Sollte es immer wieder an mehreren Brunnen vorkommen, müsste man über einen solchen Schritt sicherlich nachdenken, meint Adrian Widmer.
Wenn die fehlenden Stöpsel tatsächlich nicht mehr zum Vorschein kommen, sei es manchmal schwierig, einen passenden Ersatz zu finden. Vor allem bei den älteren Brunnen wäre das Muffenstück, in welches der Stöpsel gestellt wird, jedes Mal etwas anders, also nicht normiert. Grundsätzlich sei es für die Kalksandsteinbrunnen sicherlich besser, wenn sie gefüllt bleiben. Ein paar Wochen leer wäre aber nicht tragisch. «Gefährlich» könne es im Winter sein, beispielsweise bei Rissen im Trog. Wenn es dann gefriere, könnte es dort Abplatzungen geben.
RENÉ FISCHER
AUFRUF
Bitte leert die Brunnentröge nicht und entwendet vor allem keine StöpSel. Dazu der Aufruf von Adrian Widmer: «Wenn jemand einen Brunnenstöpsel findet, soll er ihn doch bitte zurückbringen oder dem Brunnenmeister melden – nicht einfach ins Alteisen werfen. Kinder auf ‹frischer Tat zu ertappen›, ist meistens etwas schwierig. Vielleicht hilft es aber, wenn man seine Augen etwas offenhält.»

