Der ökumenische Kirchenchor Elgg gibt am Samstagabend, 7. November, um 19 Uhr in der reformierten Kirche Elgg ein besonderes Konzert. Der Chor mit Projektsingenden, zwei Solistinnen und zwei Solisten, einem ac hoc Orchester um Konzertmeister Jonas Krebs führt dabei zwei ...
Der ökumenische Kirchenchor Elgg gibt am Samstagabend, 7. November, um 19 Uhr in der reformierten Kirche Elgg ein besonderes Konzert. Der Chor mit Projektsingenden, zwei Solistinnen und zwei Solisten, einem ac hoc Orchester um Konzertmeister Jonas Krebs führt dabei zwei unterschiedliche, glanzvolle Werke auf. Dazwischen lässt Organist Rafael Rütti das virtuose «Carillon de Westminster» von Louis Vierne an der Orgel erklingen.
Das «Gloria in D» RV 589 von Antonio Vivaldi ist heute jedem Liebhaber der kunstvollen Chormusik sicherlich bekannt. Das wunderbar facettenreiche Werk war aber fast zweihundert Jahre lang praktisch vergessen. Erst im 20. Jahrhundert fand es wieder seinen Weg zurück auf die Konzertbühnen, wo es sich nun grosser Beliebtheit erfreut. Inhaltlich ein Lobpreis auf Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, ist die Komposition von der Form her nicht so leicht zuzuordnen. Die einzelnen, zum Teil sehr kurzen Sätze unterscheiden sich in Besetzung und Affekt stark, je nach textlichem Inhalt, wie bei einer Kantate üblich, oder beim rein instrumentalen Concerto grosso. Für die Zuhörenden ergibt dies ein erquickliches Hörerlebnis, in welchem sich die strahlenden Tuttiklänge auf das Schönste abwechseln mit den leichtfüssigeren Sätzen und Momenten tiefer, verinnerlichter Reflexion. Wahrlich, ein Meisterwerk.
Louis Viernes «Carillon de Westminster», Opus 54 Nr. 6, ist eine Fantasie über den berühmten Glockenschlag von Big Ben in Westminster, London. 1927 in der Notre-Dame de Paris uraufgeführt, war das Stück ein unmittelbarer Erfolg. Viernes Student Henri Doyen bemerkte dazu, es sei eines der wenigen Male gewesen, wo Pfarrer und Gläubige bis zum Ende des Ausgangsspieles sitzen blieben.
Die Idee dazu geht auf eine Improvisation zurück, die Vierne bereits 1924 während eines Konzerts in der Westminster Cathedral spielte. Der Komponist lässt das zunächst leicht und flirrend beginnende Stück immer intensiver werden und steigert es zu einem mitreissenden, virtuosen Klanggebilde.
In den «Vesperae solennes de Confessore» KV 339 von Wolfgang Amadeus Mozart erklingen fünf Psalmvertonungen und am Schluss ein Magnificat. Dies entspricht der katholischen Liturgie der Vesper, wobei der Zusatz «de Confessore» auf die Verwendung im Kirchenjahr hinweist: die «heiligen Bekenner», Bischöfe oder Märtyrer zum Beispiel, wurden an vielen Tagen des Jahres verehrt, und Kompositionen für diese Anlässe waren entsprechend häufig. Alle sechs Sätze des Werkes enden mit der Doxologie «Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist». Mozart übersetzte die kraftvollen Psalmtexte und den abschliessenden Lobpreis in Musik voller Strahlkraft, Eleganz, Dramatik und unglaublich schwungvollen Phrasen. Das mitreissende Werk hat zu Recht einen festen Platz im Chor-Repertoire unserer Zeit.
Der Chor und alle Musizierenden freuen sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher dieses bestimmt genussvollen, gut eine Stunde dauernden festlichen Konzertes, unter der Gesamtleitung von Kantorin Hannah Lindner.
MITG
Veranstaltung
Samstag, 7. November, 19 Uhr, Konzert in der reformierten Kirche Elgg Vorverkauf: Tickets zu 35 Franken im Claroladen Elgg, digital bei Eventfrog oder an der Abendkasse.