Mit zehn Freiwilligen bekämpfte der Naturschutzverein Elgg und Umgebung das invasive drüsige Springkraut im Fahrenbachtobel.
Am Freitagabend nach einer anstrengenden Woche sind viele Menschen froh, wenn sie sich zurücklehnen können und sich auf das Wochenende ...
Mit zehn Freiwilligen bekämpfte der Naturschutzverein Elgg und Umgebung das invasive drüsige Springkraut im Fahrenbachtobel.
Am Freitagabend nach einer anstrengenden Woche sind viele Menschen froh, wenn sie sich zurücklehnen können und sich auf das Wochenende einstimmen dürfen. Anders sehen es die Mitglieder des Naturschutzverein Elgg und Umgebung (NSV Elgg). Diese trafen sich nicht im Freizeitlook, sondern mit Arbeitsausrüstung im Fahrenbachtobel, um dem invasiven Springkraut den Kampf anzusagen.
Nach einer kurzen Anweisung von Benjamin Lüthi, ging es durch das Naturschutzgebiet, um das drüsige Springkraut auszureisen. Anfangs noch sehr zaghaft unterwegs, wuchs die Sicherheit über die korrekte Bestimmung der Pflanze und die Teilnehmer wurden immer geschickter beim Erkennen. Die Arbeit ist zum Glück sehr dankbar – ein kleines Zupfen und schon hat man meterhohe Stängel in der Hand. Nach kurzer Zeit hat man eine schöne Fläche befreit und sieht das Resultat. Ist es nicht frustrierend, wenn man jedes Jahr die gleiche Pflanze am gleichen Ort ausreisen muss? Benjamin Lüthi erklärt, dass sie im Vergleich zum Vorjahr schon deutlich weniger invasive Pflanzen vorfinden und man über die Zeit eine Verbesserung der Situation merkt. Damals hätten sie auch bewusst die umliegenden Agrarflächen kontrolliert und von den Neophyten befreit. So konnten sich diese weniger versamen und die Belastung für das Fahrenbachtobel nahm deutlich ab.
Die verschiedenen Arbeitseinsätze des Naturschutzverein Elgg machen einen grossen Teil der Vereinsarbeit aus.
Ihnen ist wichtig, zusammen mit der Gemeinde die Natur in Elgg zu pflegen und zu bewahren. Die Arbeitseinsätze beinhalten auch die Pflege von Nistplätzen und das Renaturieren ihres eigenen Landstückes beim Humberg. Durch das grosse Gemeindegebiet ist der NSV Elgg auf eine aktive Vereinsbasis angewiesen. Leider spürt der Verein eine schleichende Überalterung und ist dringend auf jugendliche Unterstützung angewiesen. Gerade weil im Naturschutz die Projekte über Jahre für eine merkliche Veränderung benötigen, lohnt es sich auch bereits in jungen Jahren für den Naturschutz einzusetzen.
In der Zwischenzeit ist die Gruppe immer weiter dem Bachlauf gefolgt und die Tobelwände werden immer unwegsamer. Dies ist dem Springkraut sichtlich egal, so dass die Mannschaft Seil und Kletterausrüstung benötigt. Nach mehreren Durchgängen konnte auch um den Wasserfall das Fahrenbachtobel vom Springkraut befreit werden und die drei Säcke voller «Gefahrengut» wurden abtransportiert.
Dem Autor blieb nicht nur die lockere Stimmung und die Spuren der Brombeeren in Erinnerung, sondern sieht auch das Fahrenbachtobel aus einer anderen Perspektive. Ein solch einzigartiges Naturbiotop vor der Haustüre ist ein Luxus, welcher bewahrt und wertgeschätzt werden muss. Der Dank gilt dem NSV Elgg und seinen Helfer und Helferinnen für die unentgeltliche Arbeit in den Diensten des Naturschutzes.
ANDREJ BLASER