Erwartete Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage
05.11.2026 Elgg, HagenbuchDie SP Elgg-Hagenbuch diskutierte die Resultate der gross angelegten Bevölkerungsumfrage zur finanziellen Belastung. Dabei schlagen die hohen Mietpreise und die steigenden Krankenkassenprämien aufs Gemüt.
Rund 20 Interessierte folgten dem Aufruf der SP Elgg-Hagenbuch in den ...
Die SP Elgg-Hagenbuch diskutierte die Resultate der gross angelegten Bevölkerungsumfrage zur finanziellen Belastung. Dabei schlagen die hohen Mietpreise und die steigenden Krankenkassenprämien aufs Gemüt.
Rund 20 Interessierte folgten dem Aufruf der SP Elgg-Hagenbuch in den Bärenhof in Elgg. Das Co-Präsidium Barbara Fehr-Hadorn und Roman Rütsche begrüsste das Publikum. Das Thema ist die Auswertung der Bevölkerungsumfrage, welche die SP an 500’000 Haushalte im ganzen Kanton Zürich verteilt hat. Gemeinde- und Kantonsrätin Stephanie Hugentobler erklärt: «Die Umfrage soll nüchtern betrachten, was die Menschen im Kanton wirklich beschäftigt.»
Die Umfrage wurde anlässlich der kommenden Kantonsratswahlen erstellt. Im Wahlbezirk Winterthur-Land sind insgesamt 302 Antworten eingegangen. Die Antworten decken alle Altersgruppen ab und setzen sich aus zwei Dritteln Mietenden und einem Drittel Wohneigentümern zusammen. Wichtig ist zu erwähnen, dass die Umfrage keineswegs repräsentativ ist und lediglich die momentane Situation und Meinung widerspiegelt.
Grösste Belastung des privaten Budgets
Die grössten Kostensorgen der Teilnehmenden sind die Krankenkassenprämien, die Mieten und die Steuern. Durch die hohen Krankenkassenprämien haben rund 28 Prozent auf medizinische Leistungen verzichtet. Gerade die Gruppe mit der relativ höchsten Prämienbelastung verzichtet am meisten auf medizinische Leistungen. Gründe wurden in der Umfrage keine genannt. Während bei der Altersgruppe der über 65-Jährigen die Krankenkassenprämien das Budget mehr belasten, verzichten hingegen junge Erwachsene zwischen 25 und 35 Jahren vergleichsweise mehr auf medizinische Leistungen. Die politische Antwort der SP sind unter anderem eine einkommensabhängige Krankenkasse und eine Einheitskasse.
Neben der hohen finanziellen Belastung durch Wohnungsmieten sorgen sich die Mietenden auch vor Wohnungsverlust aufgrund von Sanierungen. Hier zeigt sich eine klare Diskrepanz zwischen den Altersgruppen. Gerade weil Wohneigentum bei der Altersgruppe der über 65-Jährigen am meisten verbreitet ist, sind diese weniger von Leerkündigungen betroffen. Zum Thema Leerkündigungen geben rund fünf Prozent an, schon selbst betroffen gewesen zu sein. Die SP Elgg-Hagenbuch setzt dabei auf Mieterschutz und gemeinnütziges Wohnen.
Kampf gegen Windmühlen
Als Gastredner sprach Nicolas Galladé über die politischen Antworten auf die Problematik der Mieten und Krankenkassenprämien. Der Winterthurer Stadtrat und Regierungsratskandidat meinte zur Umfrage: «Mit einem Rücklauf von über 7000 Antworten kann man den Puls der Menschen im Kanton fühlen. Mich überraschen diese Themen nicht. Wenn Grundbedürfnisse wie Wohnen und ein Zuhause wackeln, dann entstehen Ängste und Unsicherheiten. Leider setzen sich die rechten Mehrheiten in den Parlamenten konsequent gegen eine Verbesserung der Situation ein.»
Um seine Aussage zu unterstreichen, präsentierte Nicolas Galladé verschiedene Initiativen auf kantonaler und nationaler Ebene für bezahlbare Wohnungen, welche alle abgelehnt wurden. Interessanterweise wurden diese Initiativen in den Städten Zürich und Winterthur jeweils angenommen. Trotz dieser vielen Niederlagen gebe es auch positive Punkte, meinte er. So konnte man die Schwächung des Mieterinnenschutzes abwenden und in den beiden Städten Winterthur und Zürich Gegenvorschläge zum Thema «Bezahlbarer Wohnraum» bei der Bevölkerung durchbringen. Ähnlich sieht die Situation auch bei den Krankenkassen aus
– viele verlorene Abstimmungen und kleine Teilerfolge beim Ausbau der Prämienverbilligungen.
«Das Problem der Regierung im Kanton Zürich ist nicht, was sie macht, sondern was sie nicht macht», lässt sich Galladé zitieren. So ist gerade auf kantonaler Ebene das Thema der hohen Mietpreise bekannt, und trotzdem werde aus seiner Sicht nichts dagegen unternommen. Es sei dabei wichtig, dass der Kanton als Ganzes funktioniert und nicht jede einzelne Gemeinde das Problem selbstständig lösen muss. So spricht er sich klar für ein gemeinsames Miteinander von Stadt und Land aus. «Die Grundhaltung der Regierung muss sein, Themen, welche die Menschen aktuell beschäftigen, aktiv anzugehen und zu lösen.»
ANDREJ BLASER

