Der Naturschutzverein lud Interessierte zur Nachtfalterexkursion ein. Mit 3 Leuchttürmen wurden die Nachtfalter angezogen und so konnten viele unterschiedliche Arten entdeckt werden.
Fast machte das schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung. Den ganzen Tag durch hatte es ...
Der Naturschutzverein lud Interessierte zur Nachtfalterexkursion ein. Mit 3 Leuchttürmen wurden die Nachtfalter angezogen und so konnten viele unterschiedliche Arten entdeckt werden.
Fast machte das schlechte Wetter einen Strich durch die Rechnung. Den ganzen Tag durch hatte es bereits geregnet, doch rechtzeitig auf den Treffpunkt schonte es und 12 Neugierige wurden von dem Nachtfalterexperten Thomas Kissling am Lindenplatz in Empfang genommen. Nach einer kurzen Einführung trabte die Gruppe los in Richtung «Risibrünneli». Weil es noch nicht ganz dunkel war, überbrückte Marc Weiss mit einem kleinen Vortrag zur Problematik der LED-Beleuchtung. Er erklärte, dass die heutigen LEDs, welche im Garten, an Strassenlaternen oder an Häusern eingesetzt werde, ein kühleres Licht als veraltete Glühbirnen aussenden. Dieses Licht wird von den Insekten viel intensiver wahrgenommen und führt dazu, dass sie stärker angezogen werden. So plädiert Marc Weiss, dass man unnötige Lichtquelle abschaltet. Strassenlampen generieren hier ein Dilemma, da viele Leute sich bei kühlerem Licht wohler fühlen. Das aber in der späten Nacht noch Werbereklamen und Gartenlampen zur Dekoration leuchten müssen, ist sicherlich fraglich.
Jagd nach Nachtfaltern
Das künstliche Licht kann aber auch gezielt zum Anlocken verwendet werden. So hat Thomas Kissling drei Lichttürme aufgestellt, welche ultraviolettes Licht emittieren und die Nachtfalter anziehen soll. Auf dieses fahren die Nachtfalter regelrecht ab und nach kurzer Zeit haben sich bis zu 20 Tiere um diese Lichttürme versammelt. Nun hiess es die Nachtfalter nach Arten zu unterscheiden. So töne es immer wieder: «Thomas, wie heisst dieser Falter?» In einer Engelsgeduld und mit grossem Fachwissen erklärte Thomas Kissling die Unterschiede von «Brauner Nadelwaldspanner», «Schwarzes-C» und «Rabarberzünsler». Mit der Zeit konnten die Teilnehmerinnen dann auch den einen oder anderen Namen. Wie lange diese wohl im Gedächtnis hängen bleiben? Auf jeden Fall waren alle überrascht, so viele unterschiedliche Arten an diesem Abend zu sehen.
Ein weiterer Trick zur Suche von Spuren von Nachtfalter war das verwenden von UV-Taschenlampen. Durch das UV-Licht leuchten gewisse Raupen neongrün. So konnte eine Raupe einer Spannerart gefunden werden. Auch faszinierend waren die Farbenwelt der Blätter unter dem Licht. So schienen diese ungewohnt rot und man fühlte sich wie in einem Märchenwald. Leider setzte mit der Zeit wieder der Regen ein und die Motivation nach der Jagd nach weitern Nachtfaltern liess nach. So machten sich viele dann langsam auf den Heimweg. Für Thomas Kissling hiess es noch die angelockten Tiere für das Biodiversitätsmonitoring zu zählen und dann seine Konstruktionen abzubauen. Auf Anfrage meinte er, dass er über 30 Arten gezählt habe und auch für ihn der Abend sehr erfolgreich verlaufen sei. Auf jeden Fall nehmen Alle eindrückliche Bilder nach Hause und konnten ihren Blick für die Natur erweitern.
ANDREJ BLASER