Einführung in Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz
07.05.2026 ElggLetzten Mittwoch lud der Dorfverein Elgg in den Bärenhofsaal zu einem KI-Crashkurs ein. Knapp 30 Personen folgten der Einladung. Im Kurs – moderiert von Marike van der Ben und Anja C. Wolfer Baka – ging es darum, ChatGPT und andere KI als Alltagshelfer vorzustellen, aber auch um ...
Letzten Mittwoch lud der Dorfverein Elgg in den Bärenhofsaal zu einem KI-Crashkurs ein. Knapp 30 Personen folgten der Einladung. Im Kurs – moderiert von Marike van der Ben und Anja C. Wolfer Baka – ging es darum, ChatGPT und andere KI als Alltagshelfer vorzustellen, aber auch um Stolperfallen und den sensiblen Umgang mit Daten.
«Künstliche Intelligenz ist wie ein Papagei mit einem Riesen-Gedächtnis; sie kombiniert Muster aus Millionen Texten, um das nächste Wort vorherzusagen», erklärten die beiden Kursleiterinnen. Und mahnten sogleich: «KI kombiniert eben nur, sie denkt nicht. Darum ist es wichtig, Aussagen zu überprüfen. Denn wenn KI eines kann, dann ist es, überzeugend falsch zu sein.»
Wenn KI danebenliegt
Anhand von Beispielen wurde aufgezeigt, wie überzeugend KI falsche Aussagen macht. ChatGPT wurde beispielsweise gebeten, bei einem Lösungswort zu helfen. Vier Buchstaben waren bekannt, der fünfte fehlte, einige konnten ausgeschlossen werden. Sehr überzeugt präsentierte ChatGPT ein Wort mit fünf Buchstaben und begründete auch gleich, warum es nur dieses Wort sein könne. Auf Nachfrage sagte die charmante KI: «Du hast mich erwischt, das Wort hat sechs Buchstaben, also passt es nicht.»
Klare Anweisungen helfen der KI, präzisere Antworten zu liefern. Darum ist es wichtig, Fragen genau zu formulieren. Es kann sinnvoll sein, komplexe Fragen in mehrere Schritte aufzuteilen. Dass eine Abfrage, also ein Prompt, auch mal schiefgehen kann, zeigte ich anhand meines Prompts für die Bewerbung des Kurses: «Nimm Mann und Roboter. Benütze das angehängte Bild für die Holzbank. Mache den Wald als Hintergrund, so dass ich drüberschreiben kann und der Text gut lesbar ist. Mache Hochformat 55 x 85 mm.» ChatGPT verstand den Prompt, gewichtete aber die Inschrift der Holzbank «Pro Senectute Elgg» als besonders wichtig und fädelte den Menschen kurzerhand hinter der Banklehne durch. Dieses Bild sorgte für Erheiterung und zeigte noch einmal: «KI denkt nicht, KI kombiniert nur.»
Datenschutz ist wichtig
Marike van der Ben betonte, wie wichtig der Datenschutz ist: Namen sollten geschwärzt werden, sensible Daten, Passwörter und Krankengeschichten gehören nicht in eine KI. Sie gab auch Tipps zur Nutzung der temporären Chatfunktion und zu den allgemeinen Einstellungen. Zudem wies sie darauf hin, dass Daten je nach Serverstandort unterschiedlich geschützt sind.
Die chinesische KI «DeepSeek» hat einen sehr schlechten Ruf, und es ist bekannt, dass staatliche Stellen Zugriff auf Daten haben. Die französische KI «Le Chat» hingegen hält die Datenschutzrichtlinien der EU ein. Ein Kursteilnehmer machte auf die Schweizer KI-Lösung «Euria» aufmerksam, die in der Schweiz ausschliesslich mit lokaler erneuerbarer Energie betrieben wird und sicherlich eine interessante Alternative zu anderen KIs darstellt. Denn – wie ein anderer Kursteilnehmer bemerkte – ist es in der heutigen Zeit vielleicht auch nicht unbedingt attraktiv, Daten in eine KI einzugeben, deren Server in den USA stehen.
Alltagshelfer oder -monster?
«Mit KI auf dem iPhone habe ich meinen persönlichen Assistenten immer in der Hosentasche», sagt Marike van der Ben und verglich den Alltagshelfer mit einem Navigationsgerät, das uns das Kartenlesen abnimmt. Sie zeigte, wie vielfältig KI unterstützen kann. Texte können als Bilder hochgeladen werden, und KI liest sie mühelos. Übersetzungen sowie das Vereinfachen von Behörden- oder medizinischen Texten sind problemlos möglich. Selbst aus Lebensmitteln im Kühlschrank kann KI passende Gerichte vorschlagen.
Heikler wird es mit Diagnosen. Auch hier liefert KI überzeugende Antworten, doch wurde erneut betont, wie wichtig ein Gegencheck ist – etwa durch eine zweite KI.
Dass KI nicht nur Helfer ist, wurde anhand von Porträts gezeigt, die von KI erstellt wurden. Diese wirken täuschend echt. Selbst bei genauem Hinschauen ist oft nicht klar, ob die dargestellten Personen überhaupt existieren. Das macht deutlich, wie wichtig es ist, Informationen, Bilder und Videos kritisch zu hinterfragen – denn wir sind leicht manipulierbar.
Ein Hinweis aus dem Publikum griff ein weiteres Thema auf: den hohen Energieverbrauch von KI. Besonders bei der Erstellung von Bildern oder Videos wird sehr viel Energie benötigt – Energie, die anderswo fehlt und unsere Umwelt belastet. Darum gilt: KI sollte bewusst und verantwortungsvoll eingesetzt werden.
ANJA C. WOLFER BAKA


