Eine Winterwanderung der besonderen Art
03.02.2026 AadorfWenn das Flachland uns bezüglich Sonne und Schnee nur mässig verwöhnt, so sehnt sich so mancher nach luftiger Höhe. Sie vermissen die ausgiebigen Spaziergänge an der frischen Luft, möchten gleichzeitig Ihr Immunsystem stärken und sogar Ihre Fitness noch ein ...
Wenn das Flachland uns bezüglich Sonne und Schnee nur mässig verwöhnt, so sehnt sich so mancher nach luftiger Höhe. Sie vermissen die ausgiebigen Spaziergänge an der frischen Luft, möchten gleichzeitig Ihr Immunsystem stärken und sogar Ihre Fitness noch ein wenig vorantreiben? – Wir erinnern uns an die bereits schnappatmenden guten Vorsätze zum neuen Jahr – Dann haben wir einen ganz besonderen Outdoor-Ausflugtipp für Sie!
Schneeschuhwandern verbindet unverkennbare Bergluft, Bewegung und beeindruckende Winterstimmung – ganz ohne Pistenrummel und Warteschlangen.
Die Monate Februar und März eignen sich dabei besonders gut für Schneeschuhtouren. Die Tage werden spürbar länger und die verschneite Berglandschaft gastiert als perfekte Schneekulisse.
Geleitet werden die Touren von Martin Akeret, der seit Jahren fest in Aadorf verwurzelt ist und die Ostschweiz wie seine Westentasche kennt. Als erfahrener Wanderleiter legt er Wert auf Sicherheit, das passende Tempo und darauf, dass das gemeinsame Erleben genauso zählt wie das Ziel. Fehlende Ausrüstung wird bei Bedarf ebenfalls gerne durch den engagierten Schneeschuhprofi organisiert.
Im Februar führen mehrere geführte Schneeschuhwanderungen durch unterschiedliche Winterlandschaften «Mostindiens» und der angrenzenden Bergregionen. Die Routen sind auch für Anfängerinnen und Anfänger gut zu absolvieren und oft ist nur das beruhigende Knirschen der Schneeschuhe zu hören.
Wer es zunächst gemütlich angehen oder etwas Neues ausprobieren möchte, findet auf dem Ölberg oberhalb von Wildhaus den idealen Einstieg. Nach einer kurzen Bergfahrt beginnt die Wanderung auf einem sanft gewellten Hochplateau. Die Strecke ist technisch unkompliziert, dafür grosszügig in Sachen Aussicht: Alpstein, Toggenburger Berge und viel Raum zum Durchatmen.
Etwas mehr Einsatz für die sportlichen «Wandersleut» verlangt eine weitere, lohnende Schneeschuhtour hoch über dem Walensee, zwischen Brisi und Frümsel.
Der März fährt mit weiteren Highlights fort: Ob durch die nächtliche Wildnis mit Wärmeblick oder ein mehrtägiges Sardona-Welterbe-Abenteuer – unvergessliche Stunden sind garantiert.
Der Winter kann mehr als nur kalt sein – man muss ihm nur entgegengehen. Und falls die guten Vorsätze noch immer im Tiefschnee feststecken, finden Sie hier garantiert wieder Anschluss: www.wanderidee.ch/de/wanderangebot
SARAH UTZINGER
Wanderleiter Martin Akeret im persönlichen Gespräch
Was ist das Besondere an Ihren aktuellen Schneeschuh-Touren im Winterprogramm 2026? Welche Touren stechen für Sie aktuell besonders hervor?
Meine Schneeschuhtouren verbinden Naturerlebnis mit Ruhe, Weitblick und Hintergrundwissen – und regelmässig gibt es unterwegs auch kleine Überraschungen, die zum Erlebnis beitragen. Demnächst stechen genussvolle Toggenburger Voralpentouren wie der Risipass sowie Panorama-Routen mit Blick auf Walensee und Alpstein hervor, technisch moderat, aber landschaftlich sehr eindrücklich. Für mich persönlich gehört der 1600 Meter-Tiefblick über dem Walensee zu den magischsten Winterpanoramen der Ostschweiz. Zudem biete ich bewusst Touren mit unterschiedlichem konditionellem Anspruch an, sodass sowohl Einsteiger:innen als auch geübtere Gäste passende Erlebnisse finden.
Wie würden Sie jemandem die Faszination des Schneeschuhwanderns in einem Satz erklären?
Schneeschuhwandern ist wie eine stille Entdeckungsreise durch eine vertraute Landschaft, die im Winter völlig neu und ursprünglicher wirkt. Im Winter können wir über offenes, unberührtes Gelände flanieren, was im Sommer unmöglich ist. Dabei achten wir konsequent auf Wildruhezonen und sensible Naturräume.
Was war Ihr persönlich eindrücklichster Moment auf einer Schneeschuhtour?
Oh, da gab es viele! Ein magischer Sonnenaufgang bei der Spitzmeilenhütte, als wir im Neuschnee draussen die Schneeschuhe anschnallten und die Berge langsam im ersten Licht auftauchten. Und ein mystischer Vollmondmoment, als der Mond plötzlich zwischen den Wolken hervorkam und die Landschaft silbrig erhellte – völlig still und fast surreal.
Wie wichtig ist Ihnen die Gruppendynamik während einer Tour und wie beeinflusst diese das Erlebnis?
Sehr wichtig: Eine kleine, harmonische Gruppe schafft Vertrauen, Entspannung und oft tiefe Gespräche. Und es wird auch viel gelacht – Schneeschuhwandern weckt bei vielen eine kindliche Freude, die die Stimmung sofort locker macht und das Erlebnis intensiviert.
Wo sehen Sie die besonderen Unterschiede zwischen Bergwanderungen im Sommer und der winterlichen Schneeschuh-Wanderung?
Im Sommer faszinieren die Farben, das Erblühen der Landschaft und die Vielfalt der Alpen – alles ist lebendig und in Bewegung. Im Winter ist die Landschaft reduziert, ruhig und fast monochrom, was eine ganz eigene Tiefe und Konzentration erzeugt. Es sind zwei völlig unterschiedliche Reize und Kontraste, die beide ihren eigenen Zauber haben.
INTERVIEW: SARAH UTZINGER


