Kürzlich befand sich eine 75-jährige Frau, – anonymisiert mit den Intialen E.L. – auf dem Weg zum Bahnhof und stürzte dabei über den Trottoirrand. Dank der Hilfe eines passierenden Fahrzeuglenkers mit glimpflichem Ausgang.
Es genügte eine ...
Kürzlich befand sich eine 75-jährige Frau, – anonymisiert mit den Intialen E.L. – auf dem Weg zum Bahnhof und stürzte dabei über den Trottoirrand. Dank der Hilfe eines passierenden Fahrzeuglenkers mit glimpflichem Ausgang.
Es genügte eine Unaufmerksamkeit, und schon lag die Fussgängerin am Boden. Was danach geschah, verdient eine Ehrenmeldung. Die Verunfallte erzählt gleich selbst: «Ich war in Eile und etwas unaufmerksam. Ein Misstritt führte zu einem folgenschweren Sturz», beginnt die Frau ihr Narrativ. «Ich versuchte mich aufzurichten, was jedoch misslang. Gleichzeitig stellte ich fest, dass ich aus der Nase blutete. Meine ungemütliche Lage und meine Hilflosigkeit liessen einen vorbeifahrenden Autofahrer nicht kalt. Ein Mann, wohl um die 30 Jahre alt, hatte das Unheil bemerkt, hielt an und stieg unverzüglich aus dem Wagen. Dieses war beschriftet mit DHL (Deutscher Paket- und Brief-Express-Dienst)».
Mit Hilfe des Fahrzeuglenkers konnte die Frau aufstehen. Doch an weiterer Aufmerksamkeit fehlte es nicht. Der sympathische Mann mit Migrationshintergrund riet der Fussgängerin aufgrund eines Augenscheins, ärztliche Hilfe aufzusuchen. Den Weg dorthin scheute er nicht und brachte die Verunfallte sogleich in ärztliche Obhut. Darauf verabschiedete er sich und machte sich wiederum an seine Arbeit. «Dem fürsorglichen Mann drückte ich eine Zwanzigernote in die Hand. Ein Trinkgeld, das die gute Tat nicht aufzuwiegen vermag. Zumal man weiss, dass die DHL-Fahrer meist unter enormem Zeitdruck stehen. Dies macht das soziale Verhalten noch erwähnenswerter», so die Frau.
Sie berichtet weiter: «Der Arzt diagnostizierte bei mir einen partiellen Nasenbeinbruch. Davon und den damit verbundenen empfindlichen Schmerzen war Wochen später nichts mehr zu spüren. Die positive Erinnerung an die selbstlose Tat bleibt».
KURT LICHTENSTEIGER