Eine kaum geplante Erfolgsgeschichte: 25 Jahre WAK
27.01.2026 Elgg2024 erklärte die UN-Generalversammlung das Jahr 2025 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften unter dem Motto «Genossenschaften bauen eine bessere Welt». In dieses Umfeld fällt das 25-Jahr-Jubiläum der Genossenschaft WAK (Wohnen, Arbeit und Kultur). Die WAK setzt ...
2024 erklärte die UN-Generalversammlung das Jahr 2025 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften unter dem Motto «Genossenschaften bauen eine bessere Welt». In dieses Umfeld fällt das 25-Jahr-Jubiläum der Genossenschaft WAK (Wohnen, Arbeit und Kultur). Die WAK setzt sich zwar nicht direkt für eine bessere Welt ein, schafft aber immer wieder viel Mehrwert in Elgg.
Vor 25 Jahren wurde die Genossenschaft für Wohnen, Arbeit und Kultur WAK gegründet. In dieser Zeit hat sich die Genossenschaft nicht nur für bezahlbaren Wohnraum eingesetzt, sondern auch für Kultur und Arbeit. So beherbergen sie unter anderm den Claro-Laden, die Cuendet Kunstgalerie, die Chäshütte, die Drogerie und neu auch einen Teil der Privatschule Schola Anima Nova.
Auch kulturell ist die WAK aktiv: Sie stellt Räume zur Verfügung, unterstützt Projekte finanziell und initiiert eigene Angebote. Dazu gehören die Wiederaufnahme des Elgger Jahrbuchs, der Bücherschrank, die Kleidertauschgarage sowie ein Kunstverleih in Zusammenarbeit mit der Cuendet Kunstgalerie. Manch jemand fragt sich: «Wieso das alles?»
Für ein lebendiges Elgg
Es gab weder lang gehegte Pläne noch ein ausgereiftes Konzept, sondern eine spontane Idee und viel Enthusiasmus.
Bereits in den Neunzigerjahren teilten sich Bernhard Egg und Erich Wegmann ein Büro. Nebenbei stellten sie fest, dass es für ihren Geschmack in Elgg zu wenig kulturelle Angebote gab. Daraus entstand die WAK. Der neu gegründete Verein organisierte während rund zwei Jahren ausschliesslich kulturelle Anlässe wie Theater, Ausstellungen und Konzerte. Dass der Verein später einmal Häuser besitzen würde, war damals nicht absehbar.
Als bekannt wurde, dass Frau Bosshard das Haus zur Waage, in dem der Claro-Laden untergebracht war, verkaufen wollte, wurde der Verein aktiv. Es war ungewiss, ob der Laden bei einem Verkauf hätte weiterbestehen können. Die WAK kaufte das Haus – ihr erstes. Damit war der Anfang gemacht. Später verkaufte der Verein die Liegenschaft weiter; heute befindet sich darin das Theater zur Waage.
Aus dem Verein wird eine Genossenschaft
2001 entschloss sich der Vorstand, den Verein in eine Genossenschaft umzuwandeln. Kurz darauf folgte der Kauf des Hauses zum Ochsen. Ein weiterer Meilenstein war der Bau des Bärenhofs auf dem ehemaligen Brandplatz.
Seither sind zahlreiche weitere Liegenschaften dazugekommen. Immer wieder werden der WAK Objekte angeboten, etwa von Personen ohne Nachkommen oder von Erben ohne Interesse an der Liegenschaft. Erich Wegmann, Präsident der WAK, sagt: «Es freut uns, dass die Menschen Vertrauen haben und wissen, dass ihre Liegenschaft bei uns in guten Händen ist. Sie merken, dass es uns wichtig ist, dass das «Stedtli» lebt. Dank unseren Immobilien können wir kulturelle Projekte unterstützen, was ein zusätzlicher Mehrwert ist.»
Für ein lebendiges Miteinander
Beim Kauf der Guhwilmühle stand der Erhalt des Restaurants sowie eine tragfähige Nachfolgelösung im Vordergrund. Der jetzigen Eigentümerin war wichtig, dass das traditionelle Restaurant auch bei einem Verkauf erhalten bleibt. Die Genossenschaft war nicht nur zum Kauf bereit, sondern gründete verschiedene Arbeitsgruppen, um ein breit abgestütztes und umfassendes Konzept für die Guhwilmühle zu erarbeiten.
Wie andere Genossenschaften setzt sich auch die WAK für ein lebendiges Miteinander ein. Anders als bei genossenschaftlichen Siedlungen teilt sie ihre Werte mit einem ganzen Dorf. Gemeinschaftsprojekte, Solidarität, Nachhaltigkeit und eine faire Wohnkostenstruktur prägen das Engagement.
ANJA C. WOLFER BAKA

