Ein herzlicher Empfang trotz Hitze
04.07.2026 ElggAm vergangenen Samstagmorgen fand bei hochsommerlichen Temperaturen der traditionelle Neuzuzügeranlass der Gemeinde Elgg statt. Wegen der Hitze wurde der Treffpunkt kurzerhand vom Gemeindehaus auf den Lindenplatz verlegt, wo kühle Getränke für die Gäste bereitstanden.
...Am vergangenen Samstagmorgen fand bei hochsommerlichen Temperaturen der traditionelle Neuzuzügeranlass der Gemeinde Elgg statt. Wegen der Hitze wurde der Treffpunkt kurzerhand vom Gemeindehaus auf den Lindenplatz verlegt, wo kühle Getränke für die Gäste bereitstanden.
Gemeindepräsidentin Ruth Büchi-Vögeli hiess die 58 anwesenden neuen Elggerinnen und Elgger willkommen und stellte ihre Aufgaben im Gemeinderat vor. Sie wies darauf hin, dass der Neuzuzügeranlass in Zusammenarbeit mit der Primar- und Sekundarschule sowie der katholischen und der reformierten Kirche organisiert wird. Im Anschluss stellte sie sämtliche Behördenmitglieder vor – sowohl die anwesenden als auch jene, die nicht vor Ort sein konnten – und gab einen Überblick über die amtierenden sowie künftigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte. Als ihre rechte Hand präsentierte sie Gemeindeschreiber Marcel Aeschlimann.
Anschliessend nahm Büchi-Vögeli die Gäste mit auf einen historischen Streifzug durch Elgg. Der Ort wurde erstmals 760 nach Christus urkundlich erwähnt und zählt zu den historischen Landstädtchen im Kanton Zürich. Sie schilderte den charakteristischen Grundriss der mittelalterlichen Altstadt mit ihren Gassen im Viereck – Hinter-, Ober- Vorder- und Untergasse – sowie die 500-jährige spätgotische reformierte Kirche beim Lindenplatz, dem Ort des heutigen Anlasses.
Zu Elgg gehören die oberen Höfe mit Oberhof, Heurüti, dem Burghof beim Schloss und dem Sennhof. Seit der Fusion mit der Gemeinde Hofstetten im Jahr 2018 zählt zudem der Schauenberg zu Elgg – mit 892 Metern über Meer der höchste Punkt der Gemeinde. Per 31. Dezember zählte Elgg 5226 Einwohnerinnen und Einwohner, eine Zahl, die seither weiter gestiegen sein dürfte. Die Gemeindepräsidentin erzählte zudem die Geschichte von Schloss Elgg, das seit 1712 im Besitz der Familie Werdmüller ist. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz, wird nicht bewohnt und ist nicht öffentlich zugänglich – bei privaten Führungen besteht jedoch gelegentlich die Möglichkeit, einen Blick hineinzuwerfen. Für Wanderfreudige erwähnte sie die Route durchs Farenbachtobel, die beim Farenbachweiher beginnt, am Restaurant Guhwilmühle vorbeiführt und bis zum Schauenberg reicht. Im Winter lockt bei entsprechender Schneelage zudem eine Langlaufloipe.
Ein ganz besonderes Städtli
Wie wohl bereits aufgefallen sei, so Büchi-Vögeli, handle es sich bei Elgg um ein ganz besonderes Städtli. Wer letztes Jahr bereits im Dorf gewohnt habe, habe dies am 18. Februar miterlebt: Um vier Uhr morgens läuteten Kanonenschüsse, Trommeln und Pfeifen die Tagwache ein. Büchi-Vögeli erklärte den Ablauf des Äschlimittwochs und betonte, dass dies der wichtigste Tag im Elgger Jahreskalender sei – ein Tag, an dem auch ausgewanderte Elggerinnen und Elgger zurückkehren, um ihn gemeinsam zu erleben. Sie ging zudem auf das 111-Jahr-Jubiläum der Äschlimittwoch-Gesellschaft ein und erwähnte, dass Stefan Roth für die Bevölkerung das Elgger Lied komponiert habe. Thomas Egli habe für die Tambouren und Pfeifer die Melodie ergänzt, während Familie Schnyder und Marianne Gisler den Text dazu verfassten. Den krönenden Abschluss bildete an diesem Morgen der «CHORus ELGG», der das Elgger Lied live auf dem Lindenplatz zu Gehör brachte – ein eindrückliches Erlebnis für alle Anwesenden.
Im Anschluss übernahm Marcel Aeschlimann das Wort und stellte seinerseits seine Aufgaben vor. Die Gemeindeverwaltung umfasst insgesamt 34 Mitarbeitende: 17 Personen im Gemeindehaus sowie 17 Personen im Aussendienst, etwa im Forst, im Strassenteam, in der Wasser- und Abwasserversorgung sowie im Liegenschaftenunterhalt. Das Wichtigste sei, so Aeschlimann, dass die Verwaltung für die Bevölkerung da sei. Er rief die Anwesenden dazu auf, sich bei Anliegen oder Fragen unbedingt zu melden, und machte zudem auf den Newsletter der Gemeinde Elgg aufmerksam.
Kurz danach stellten Andreas Ruckstuhl, Präsident der katholischen Kirche Elgg, und Katharina Wachter, Vizepräsidentin der reformierten Kirchenpflege Eulachtal, ihre Arbeit sowie die sehr breit gefächerten Aktivitäten vor und luden alle Gäste herzlich dazu ein. Ruckstuhl erwähnte, dass die meisten Anlässe ökumenisch seien. Beide machten die Anwesenden auf die jeweiligen Homepages aufmerksam, um dort vorbeizuschauen und teilzunehmen, da jede und jeder willkommen sei.
Der Sommermarkt und «Musig Elgg»
Die Gemeindepräsidentin lud die Anwesenden nach dem Elgger Lied dazu ein, gemeinsam durch das Dorf bis zum Sommermarkt zu spazieren. Dort vermischte sich die Stimmung des Neuzuzügeranlasses mit jener der Marktstände, bis die Melodien der «Musig Elgg» erklangen. Ruth Büchi-Vögeli erklärte, dass das Dorf durch die Neugründung der «Musig Elgg» zusammen mit anderen Chören – wieder musikalisch geworden sei.
Vor Ort erklärte die Marktchefin des Sommermarkts, Annelies Meier, die Wichtigkeit der Märkte und die Aktivitäten, die jedes Jahr stattfinden.
Anschliessend wurde es Zeit, sich zu verabschieden und Richtung Schulhaus der Sekundarschule zu laufen. Die Gruppe konnte sich in der Zwischenzeit austauschen, bis man beim schattigen Platz des Sekundarschulhauses eintraf. Bettina Brennwald, noch amtierende Präsidentin der Sekundarschule Elgg, stellte sich vor und präsentierte auch ihren Nachfolger Patrick Villiger, der am kommenden Dienstag das Zepter übernimmt.
Sie erklärte, wie die Sekundarschule mit den Typen A, B und C aufgebaut ist. Besonders stolz erwähnte sie den Umbau des Altbaus, der unter Denkmalschutz steht. Die Schulverwaltung stehe für Fragen gerne zur Verfügung, ebenso Schulleiter Urs Schöttli. Sie lud die Gäste ein, einmal hineinzuschauen. Die Elgger Schule ist eine Kreisschulgemeinde: Zusammen mit der Nachbargemeinde Hagenbuch bildet sie eine eigenständige Schulgemeinde mit fünf Schulpflegern. Es handelt sich um keine grosse Schule – rund 200 Kinder werden ab kommendem Sommer auf elf Klassen verteilt.
Armin Bähler, ebenfalls noch amtierender Präsident der Primarschulpflege, stellte kurz die Primarschule vor. Diese zählt 460 Kinder, und die Schule befindet sich im Wandel: Die Kinderzahl wächst, während die Lehrerzahl pro Klasse sinkt. Es gibt sechs Kindergärten. Alle Spielplätze sind öffentlich zugänglich, sodass die Kinder jederzeit spielen können. Besonders wertvoll sei das Schwimmen in Elgg dank dem Hallenbad, denn alle Elggerinnen und Elgger können schwimmen – und das solle auch so bleiben. Zudem erwähnte er den Bau der Dreifachturnhalle.
Apéro und Vereine runden den Tag ab
Bei der Entsorgungsstelle erklärte Gemeinderat Daniel Hungerbühler (Ressort: Bevölkerung und Sicherheit) wie die Abfallentsorgung funktioniert und weshalb die korrekte Entsorgung so wichtig ist. Fehlwürfe, betonte er, kosten schlicht Geld. Die kleineren Sammelstellen im Gebiet Bürgerstock würden nach und nach durch neue Unterflurcontainer ersetzt. In Elgg sei man fleissig daran: 20 Stück stehen bereits, Ziel seien 30 bis 33 Unterflurcontainer. Ergänzend gebe es einen Abfallkalender mit Daten und Sammeltouren.
Nach den reichlichen Informationen durften sich die Gäste beim Werkhofgebäude eine Erfrischung mit Würsten und frischen Getränken gönnen, während die «Musig Elgg» nochmals aufspielte und die fröhliche Stimmung weitertrug. Ruth Büchi-Vögeli schloss die Rede ab und stellte die vor Ort anwesenden Vereine vor: die Äschlimittwochgesellschaft, das Heimatmuseum, die Trachtengruppe, die Feuerwehr, den Samariterverein, die Turnvereine und den Bienenzüchterverein. Sie machte darauf aufmerksam, dass Elgg über 50 Vereine zählt. Ausserdem bot sie allen die «Elggermanne» und stellte gleich klar: Grittibänz sei das falsche Wort für das Elgger Gebäck – es heisst eindeutig «Elggermanne». «Früher wurden sie jeweils zum Samichlaus verschenkt», ergänzt sie.
Frische Würste und Gemüsespiesse lagen derweil bereits auf dem Grill, worüber sich die Neuzüger und Neuzügerinnen in der Mittagszeit sichtlich freuten.
Auf die Frage bei den Gästen, wie es sich in Elgg lebe, gab es von allen Seiten nur eine Antwort: sehr gut. Die ausgelassene Stimmung sprach für sich.
EMANUELA MANZARI




