Mit Freude, die in Begeisterung überging, habe ich kürzlich die zwei Kolumnen «Die kleinen Freuden des Alltags» und «Zämä gahts besser» von Sarah Utzinger gelesen. Zwei Beiträge, die auf unterschiedliche Weise daran erinnern, wie viel Wundersames im ...
Mit Freude, die in Begeisterung überging, habe ich kürzlich die zwei Kolumnen «Die kleinen Freuden des Alltags» und «Zämä gahts besser» von Sarah Utzinger gelesen. Zwei Beiträge, die auf unterschiedliche Weise daran erinnern, wie viel Wundersames im Alltäglichen steckt. Vielen Dank dafür. Kurz darauf durfte ich selbst genau so einen Moment erleben.
Der Coop in Aadorf scheint wahrlich ein besonderer Ort zu sein. Als bekennender Quarkliebhaber wollte ich – auch dank der zuvorkommenden Detailhandelsfachfrau – dem Soja-Skyr zur Abwechslung einmal eine Chance geben. Leider liess sich dieser an jenem Abend zwar nicht finden, dafür aber etwas anderes.
Draussen auf dem Parkplatz füllte ich die gekaufte Scheibenreinigungsflüssigkeit ins Auto. Kaum hatte ich damit begonnen, kam jemand auf mich zu und fragte ganz selbstverständlich, ob ich Hilfe brauche. Es standen gerade einmal drei Autos auf dem Parkplatz; dunkle, eisige Kälte – und doch dieses freundliche, aufmerksame Nachfragen, ganz ohne grosses Aufheben.
Es sind in der Tat keine spektakulären Geschichten nötig, wie in den Kolumnen thematisiert.
Ein kleiner Augenblick reicht, der zeigt, wie einfach Zusammenhalt sein kann: hinschauen, wahrnehmen, Hilfe anbieten.
Der Soja-Skyr trat in seiner Unscheinbarkeit lustigerweise ein weiteres Mal als Vermittler auf. Und da ich – wie Redaktorin Utzinger – den Milchprodukten treu bleibe, hatte ich ja genügend andere Auswahl.
Ja, manchmal nimmt man aus einem Einkauf etwas ganz anderes mit nach Hause.
In diesem Fall das gute Gefühl, gesehen zu werden und nicht allein unterwegs zu sein. Und die leise Bestätigung dessen, was beide Texte vermitteln: «Zämä gahts besser».
SEBASTIAN CLAUSS, WINTERTHUR