Die Pflegezentrum Eulachtal gestaltet sein Zuhause neu
24.03.2026 Elgg, Eulachtal, RegionDas Pflegezentrum Eulachtal wird seit Monaten bei laufendem Betrieb umgebaut. Neue Zimmer entstehen, Wände erhalten frische Farben, eine verbesserte Lüftung bringt mehr Komfort. Bewohnerinnen und Bewohner ziehen um, Handwerker gehen ein und aus – und zwischendrin wird ...
Das Pflegezentrum Eulachtal wird seit Monaten bei laufendem Betrieb umgebaut. Neue Zimmer entstehen, Wände erhalten frische Farben, eine verbesserte Lüftung bringt mehr Komfort. Bewohnerinnen und Bewohner ziehen um, Handwerker gehen ein und aus – und zwischendrin wird gefeiert.
Im Eingangsbereich steht eine Leiter, daneben Architekt Martin Würgler mit einem aufgeklappten Farbtonfächer in der Hand. Im offenen Deckenschlitz stecken bereits Musterplatten in Lindgrün, Creme und Weiss-Gelb. Ein Deckenelement wurde entfernt, damit man direkt sehen kann, wie die neue Gestaltung wirken wird – im Raum und im Zusammenspiel mit Wand und Boden. «Vielleicht könnte es ein bisschen Farbe an der Decke vertragen?», sagt Würgler zu Marianne Leimio.
Bei ihr laufen Baupläne, Termine und Umzüge zusammen – neben ihren Aufgaben als Betriebsleiterin und Pflegeexpertin für die stationäre Pflege im Eulachtal. Doch im Mittelpunkt steht nicht eine Person, sondern das gemeinsame Projekt.
Umbau als Teamleistung
Der Umbau läuft bei vollem Betrieb. Die Pflegeteams arbeiten temporär abteilungsübergreifend, Essräume werden zeitweise gemeinsam genutzt, Bewohnerinnen und Bewohner wohnen vorübergehend in anderen Zimmern. Möbel werden verschoben, Kisten beschriftet, Abläufe angepasst. «Wegen des Umbaus macht jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter täglich Kompromisse in der eigenen Arbeit. Diese gute Zusammenarbeit ist entscheidend, damit wir das Projekt erfolgreich umsetzen können», sagt Leimio. Geduld, Flexibilität und gegenseitiges Verständnis sind in diesen Monaten so wichtig wie Handwerk und Planung.
Bewohnende tragen Veränderungen mit
Doch nicht nur das Team leistet Aussergewöhnliches. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner sowie ihre Angehörigen begegnen den Veränderungen mit bemerkenswerter Gelassenheit. «Vorübergehende Zimmerwechsel, veränderte Wege oder neue Tagesabläufe bedeuten für viele eine grosse Umstellung», betont Marianne Leimio. «Umso wertvoller ist die Bereitschaft, diese Veränderungen mitzutragen. Die Gelassenheit und Offenheit, mit der uns viele begegnen, beeindruckt mich sehr.»
Dieser respektvolle Austausch zwischen Mitarbeitenden, Bewohnenden sowie Angehörigen schafft Vertrauen – und trägt wesentlich dazu bei, dass der Umbau gemeinsam gelingt.
Die zweite Etappe – anspruchsvoll und zentral
Im Zentrum der zweiten Etappe stehen nun vier neue Einzelzimmer im Ostflügel – jedes mit eigener Nasszelle. Um die Anschlüsse dafür zu ermöglichen, mussten Wasserleitungen über der Restaurantküche neu verlegt werden. Die Küche wurde für zwei Wochen ins Werkgebäude ausgelagert.
Überraschungen blieben jedoch nicht aus: Unter alten Einbauschränken kam eine 15 Zentimeter dicke Betonschicht zum Vorschein, die herausgemeisselt werden musste. «Wenn ein Haus so alt ist, tauchen immer wieder unerwartete Dinge auf», meint Leimio. Auch ein Wasserschaden und Asbestsanierungen forderten Flexibilität. Für besonders lärmsensible Bewohner wurden Gehörschutz-Kopfhörer organisiert – und mit kleinen Smileys verziert.
Doch die Mühen lohnen sich. «Es ist faszinierend zu sehen, wie aus einem Plan jeden Tag mehr Realität wird», sagt Leimio. Und der Zeitplan hält: Bis Ende Juni 2026 soll alles abgeschlossen sein.
Sichtbare und spürbare Veränderungen
Die neuen Zimmer wirken heller und freundlicher. Grosszügige Materialien in den Bädern erleichtern die Reinigung, separate Medizimmer bringen Ruhe beim Richten der Medikamente, die verbesserte Lüftung sorgt für ein angenehmeres Raumklima.
Jeder Stock erhielt sein eigenes Thema: Wald im ersten, Strand im zweiten, Berge im dritten. Der Künstler Marcel Spiess gestaltete die Wandbilder direkt vor Ort – oft begleitet von neugierigen Zuschauerinnen und Zuschauern. Im zweiten Stock wurde das geplante Strandmotiv auf Wunsch der Bewohnenden durch den Rheinfall ersetzt. «Am Rhein gibt es auch Strände»,erläutert Leimio, «es ist eine Frage der Perspektive.»
Die Rückmeldungen zeigen, dass das Konzept ankommt. Manche Angehörige äussern bereits, auf welchem Stock sie später selbst wohnen würden. Ein schöneres Kompliment kann es kaum geben.
Am 31. Januar wurde die zweite Umbauetappe gefeiert. Trotz kurzfristiger Einladung war der Speisesaal voll. Zur Musik von «Jimmy and the single malt’s» wurde getanzt, gelacht und angestossen. Die Stimmung war gelöst – ein wunderbares Fest. Man spürte: Den Leuten hat es gefallen. Und für einen Abend trat der Baulärm in den Hintergrund.
Der Blick nach vorn
Als nächstes entstehen nun neue Bewohnerlounges im ersten und zweiten Stock. In der vierten Etappe werden weitere Zimmer renoviert und die Eingangshalle neu gestaltet – mit mehr Licht und Orientierung. Das Pflegezentrum Eulachtal wird Schritt für Schritt weiterentwickelt – getragen von vielen Händen und mit einem gemeinsamen Ziel: ein Zuhause, das funktional, ruhig und wohnlich ist.
Im Eingangsbereich fällt der Blick noch einmal zur Decke. Lindgrün oder doch das wärmere Weiss? «Wenn alles fertig ist», bemerkt Leimio, «wird das Haus nicht nur schöner, sondern auch funktionaler sein – für Bewohnende, Angehörige und Mitarbeitende.»
Und während im Hintergrund wieder gehämmert wird, wirkt das Pflegezentrum Eulachtal schon jetzt ein Stück mehr wie das, was es sein will: ein Zuhause.
DANIELA SCHWEGLER, PFLEGE EULACHTAL




