«Die Konflikte eskalieren immer weiter»
24.02.2026 Thurgau, RegionPräsident Chefadjutant Paul Meier spricht bei der Thurgauer Unteroffiziersgesellschaft (TUOG) über die Weltlage.
Der Krieg im Gazastreifen, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, oder chinesische Militärmanöver vor der Insel Taiwan: Überall auf der Welt ...
Präsident Chefadjutant Paul Meier spricht bei der Thurgauer Unteroffiziersgesellschaft (TUOG) über die Weltlage.
Der Krieg im Gazastreifen, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, oder chinesische Militärmanöver vor der Insel Taiwan: Überall auf der Welt scheint es zu brennen. TUOG-Präsident Paul Meier blickt am Freitagabend in der «Mühli» Matzingen bei der Begrüssung der 36 von insgesamt 172 stimmberechtigten Mitgliedern, Regierungsrätin Ruth Faller Graf und etlichen militärischen und politischen Gästen an der 20. Generalversammlung auf die momentane Weltlage. «Ich teile die Ansicht von Markus Reisner, Oberst der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt, dass wir uns in der Vorphase des Dritten Weltkriegs befinden», sagt Meier. Dabei weist er darauf hin, dass die Vorzeichen für einen solchen Konflikt bereits deutlich erkennbar sind: «Auf praktisch allen Kontinenten finden bewaffnete Konflikte statt, ohne dass Anzeichen einer Deeskalation erkennbar wären und seit der Zeitenwende gilt wieder die Macht des Stärkeren.» Das Training der NATO einer amphibischen Anlandung vor dem Truppenübungsplatz Putlos in Schleswig-Holstein und das Eindringen russischer Bomber und Kampfflugzeuge in die Luftverteidigungszone vor dem US-Bundesstaat Alaska, wozu mehrere Maschinen des Militärs zu einem Abfangeinsatz aufstiegen, betrachtet der TUOG-Präsident mit Sorge. Als weiteres nennt er den Austritts Polen aus dem Ottawa-Vertrag von 1997, der das Verbot von Antipersonenminen enthält, und dass zurzeit geprüft werde, ob kriminelle Organisationen oder Clan’s in Europa einen Support von Russland erhalten.
Was heisst das für die Schweiz?
Ferner erinnert er an eine im vergangenen Mai stattgefundenen NATO-Übung, bei der zehn ukrainische Soldaten als Drohnenspezialisten innert kürzester Zeit zwei NATO-Bataillone im Alleingang besiegten, dies mit dem Einsatz ihres hochentwickelten Gefechtsmanagementsystem Delta. «Wir sind gleich schutzlos wie die anderen europäischen Staaten, bezüglich der Infrastruktur und beispielsweise der Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin ist auch bei uns möglich», ermahnt Meier. «Im Luftraum sei die Schweiz machtlos, die F35A sollte 2030 in die Schweiz kommen, das Bodluv GR (Patriot) ist für 2030 und das Bodluv MR (IRIS-T SLM) ist für 2032 geplant», blickt der Präsident in die Zukunft. Er verhehlt nicht, dass auch die vollständige Ausrüstung fehle, die Schweizer Armee über keine wirksame Mittel zu Abwehr von Drohnen verfüge und man verlernt habe, zu verteidigen. Meier fordert, dass das Wissen aus der Vergangenheit der Schweizer Armee wieder neu gelernt werden müsse und im Umgang mit Drohnen Feuerbereitschaft, Abstände, Schanzen, Täuschung und Tarnung von Wichtigkeit sei. Dabei stellt sich für ihn die Frage, ob die Thematik «Marsch», wie sie im Reglement beschrieben ist, noch richtig sei. Schliesslich seine Feststellung mit Blick auf die Tätigkeit der Thurgauer Unteroffiziersgesellschaft: «Die kleine Gefechtstechnik können wir auch in der ausserdienstlichen Tätigkeit üben.» Regierungsrätin Ruth Faller Graf unterstreicht die Wichtigkeit der TUOG und freut sich über die zahlreichen jungen Gesichter in dessen Reihen, die bereit sind, für die Armee und deren Werte einzustehen. «Es scheint in der Gesellschaft noch nicht angekommen zu sein, wie gefährlich heute die Lage ist», stellt sie fest und fordert: «Neben einer starken Armee braucht es für die Verteidigung unseres Landes auch eine Bevölkerung, die sich der Bedrohung bewusst ist.»
Jahrespreis für Hptfw Janez Györi, Frasnacht
Einstimmig genehmigen die Anwesenden die Jahresberichte des Präsidenten und des Technischen Leiters Florian Berchtold zusammen mit der von Kassier Joe Thalmann präsentierten Rechnung 2025 und das Budget 2026. Ebenfalls diskussionslose Zustimmung gibt es für die Beibehaltung des Jahresbeitrages. Hptfw Janez Györi, Frasnacht, gewinnt den beliebten Wanderpreis vor Chefadj Paul Meier, Matzingen, Wm André Hofer, Bottighofen, Adj Uof Florian Berchtold, Besenbüren, Fw Peter Ehrbar, Lengwil, Fw Albert Stäheli, Kümmertshausen, Oberst i Gst Urs Ehrbar, Ermatingen, Adj Uof Gabriel Ibig, Münchwilen; Wm Heinrich Vetterli, Bottighofen; und Hptfw Elias Rüegg, Frauenfeld. Geehrt werden zudem als Veteranen des Schweizerischen Unteroffiziersverbandes: Oberst Urs Alig, Oblt Frank Muggli, Oberst Andreas Sallmann, Major Hans Munz, Hptm Friedrich Straehl, Oblt Hans Milz und Adj Uof Heinz Labhart.
WERNER LENZIN

