Es sind oft die unscheinbaren Begebenheiten, ja auf den ersten Blick Nebensächlichkeiten, die im Trubel des täglichen Lebens bereichernde Erinnerungen schaffen. Manchmal genügt ein leerer Platz im Kühlregal. Und ein Becher Soja-Skyr.
Die Einkaufsliste ist endlich voller ...
Es sind oft die unscheinbaren Begebenheiten, ja auf den ersten Blick Nebensächlichkeiten, die im Trubel des täglichen Lebens bereichernde Erinnerungen schaffen. Manchmal genügt ein leerer Platz im Kühlregal. Und ein Becher Soja-Skyr.
Die Einkaufsliste ist endlich voller heldenhafter Häkchen und Mama (in diesem Fall meine Wenigkeit) nach der «Poschti-Odysee» mit wehenden Fahnen auf der Zielgeraden. Doch das Töchterlein, den Einkaufszettel aufmerksam prüfend, holt mich sogleich in die Realität zurück: «Mami, dein Soja-Skyr fehlt noch.» Stimmt. Genau deshalb bin ich ja extra noch in diese Filiale gefahren.
Die Ernüchterung folgt prompt: Dort, wo das erhoffte kühle Dessert stehen sollte, herrscht gähnende Leere.
Zögerlich, beinahe schüchtern, wende ich mich an die emsige Detailhandelsfachfrau, die zwischen vollen Joghurtkisten fast verschwindet, und erkundige mich höflich, ob sich ein Exemplar des vermissten Soja-Quarks vielleicht noch im Lager oder auf den frisch angelieferten Paletten verstecke.
Trotz der offensichtlichen Arbeitsfülle folgt eine geduldige, freundliche Auskunft: Aktuell könne sie leider nicht sagen, ob das Gesuchte noch auftauche oder erst mit der nächsten Lieferung eintreffe. Wir bedanken uns und ziehen weiter.
Während das Töchterlein an der Kasse fröhlich Artikel für Artikel einscannt und ich überlege, ob ich eine weitere Suchstrategie entwerfen soll, geschieht das Unerwartete – und das gleich im Doppelpack.
Wie aus dem Nichts steht die aussergewöhnliche Fachverkäuferin strahlend vor uns: «Ich han en gfundä!», ruft sie freudig.
Sie hat sich doch tatsächlich auf die Suche gemacht. Nicht aus Pflicht und erst recht nicht, weil Zeit im Überfluss vorhanden gewesen wäre, sondern aus Aufmerksamkeit, Engagement und dem schlichten Wunsch, uns eine Freude zu bereiten.
Noch während ich diesen Augenblick staunend festhalte, höre ich neben uns eine hoch erfreute Stimme: «Oh, was für eine Überraschung!»
Eine weitere Kundin, ebenfalls auf der Suche nach genau demselben Becher. Ein kurzer Blick, ein stilles Lächeln über die geteilte Vorliebe!
Wer hätte gedacht, dass ein unterschätzter Soja-Skyr ein solches Amüsement auslösen kann? (Der Vollständigkeit halber sei erwähnt: Auch herkömmlicher Quark geniesst hier natürlich hohe Wertschätzung!)
Solche Begegnungen erinnern daran, woraus das Leben im Kleinen besteht: aus Achtsamkeit, Freundlichkeit und der Bereitschaft, gelegentlich eine kleine Extrameile zu gehen. Und das Beste daran: Dazu sind weder Wanderschuhe noch Marathon-Sneakers nötig.
Ein aufrichtiges Dankeschön an die zuvorkommende Detailhandelsfachfrau im Coop Aadorf. Sie hat nicht «nur» einen Quark gefunden, sondern dem Alltag für einen Moment besondere Bedeutung verliehen.