Die faszinierende Welt der Honigbienen erleben
14.07.2026 ElggEinen spannenden Einblick in den Alltag der Honigbienen sowie der Imker erhielten Interessierte am Sonntagnachmittag vor einer Woche im Heimatmuseum. Der Bienenzüchterverein Elgg und Umgebung präsentierte sich mit einer interaktiven Ausstellung.
An verschiedenen Posten konnten ...
Einen spannenden Einblick in den Alltag der Honigbienen sowie der Imker erhielten Interessierte am Sonntagnachmittag vor einer Woche im Heimatmuseum. Der Bienenzüchterverein Elgg und Umgebung präsentierte sich mit einer interaktiven Ausstellung.
An verschiedenen Posten konnten Besucherinnen und Besucher letzte Woche am Sonntagnachmittag im Heimatmuseum Elgg in die Welt der Honigbienen eintauchen, regionale Honigsorten vergleichen und vieles über Arbeit der Imkerinnen und Imker erfahren. Renate Katterbach, Präsidentin des Vereins Heimatmuseum, begrüsste rund 40 Personen, darunter auch Familien mit Kindern. «Zwischen Vitrinen und anderen Exponaten reden wir heute über die fleissigsten Arbeiterinnen der Welt: unsere Honigbienen», sagte sie. Ein Bienenzüchterverein im Heimatmuseum, das passe. «Schliesslich sammeln wir hier Geschichte, und die Bienen arbeiten seit Jahrtausenden daran mit.»
Nach ersten Erkundungen der Ausstellung in der Humbergtrotte trafen sich um 15 Uhr alle zum Vortrag von Vorstandsmitglied und Betriebsberaterin Kathrin Hauser. Das Vereinsleben bestehe nicht nur aus der Arbeit mit den Bienen, sondern auch aus viel gemeinsamem Erleben und Austausch, erklärte sie: «Ein Verein lebt vor allem von den Menschen dahinter.» Den Bienenzüchterverein Elgg und Umgebung verbinde die Begeisterung für die Honigbiene, die Liebe zur Natur und die Freude an einem Handwerk, das seit Generationen weitergegeben wird. «Nächstes Jahr dürfen wir unser 100-jähriges Bestehen feiern», so Hauser.
Hauptattraktion Honigdegustation
Die Begeisterung für die Bienen wolle man mit dieser Ausstellung teilen. An jedem Posten, mit Exponaten und einer Infotafel, standen Imkerinnen und Imker bereit, um Fragen zu beantworten. Die Hauptattraktion des Tages war, wie von Hauser angekündigt, die Honigdegustation. Die Gäste wurden eingeladen, verschiedene regionale Honigsorten zu kosten und deren Unterschiede zu entdecken, und sie nutzten die Gelegenheit auch ausgiebig. «Ich glaube, es gibt wenige Gelegenheiten, bei denen man so viele verschiedene Honige miteinander vergleichen kann», sagte die Imkerin.
Sie erklärte, dass jedes Glas Honig seine ganz eigene Geschichte erzähle, geprägt von den Jahreszeiten, den Blüten, den Gärten oder dem Wald, dem Wetter sowie der Arbeit der Bienen und der Imker. «Ich bin überzeugt, ihr werdet feststellen, dass jeder Honig seinen ganz eigenen Charakter hat.»
Verschiedene Honigarten
Mit eindrücklichen Zahlen verdeutlichte Kathrin Hauser die enorme Leistung der Honigbienen; Für ein einziges 500-Gramm-Glas Honig besuchen sie rund zwei bis drei Millionen Blüten.
Wer die verschiedenen Sorten aufmerksam probiere, könne feststellen, wie unterschiedlich Honig schmecken kann. Der helle Frühlingshonig hat gemäss Hauser ein mildes, blumiges Aroma. Er entsteht unter anderem aus dem Nektar von Obstbäumen, Löwenzahn und Raps. Sein hoher Traubenzuckergehalt sorge dafür, dass er auf natürliche Weise kristallisiere. Das sei ein Zeichen für seine Naturbelassenheit. Die Imker rührten den Honig, um eine cremige Konsistenz zu erhalten.
Sommerhonig hingegen sei dunkler und schmecke kräftiger und aromatischer. Je nach Standort sammeln die Bienen dafür Nektar von Lindenblüten, Sommerblumen oder Kräutern. Eine besondere Spezialität ist laut der Referentin der Waldhonig. Anders als Blütenhonig entsteht er nicht aus Nektar, sondern aus Honigtau, den Blatt- oder Rindenläuse ausscheiden. Er habe einen kräftigen, würzigen, leicht malzigen, manchmal sogar etwas harzigen Geschmack.
Andere Produkte der Bienen
An der Ausstellung erfuhr man auch anschaulich, dass ein Bienenvolk mehr hervorbringt als Honig. Präsentiert wurden zahlreiche weitere Bienenprodukte, die sowohl in der Naturheilkunde als auch im Alltag Verwendung finden.
Besonders grosses Interesse weckte Propolis. Mit diesem Harz verschliessen die Bienen kleinste Ritzen im Bienenstock und schützen sich vor Keimen, wie Hauser erklärte. Auch Menschen setzen Propolis unter anderem zur Pflege von Mund, Rachen und Haut sowie für Kosmetikprodukte ein.
Probiert werden konnten zudem frischer Wabenhonig direkt aus der Wabe, Blütenpollen und sogenanntes Bienenbrot. Ergänzt wurde das Angebot durch Lippenpflegestifte, Handcremes, Bienenwachs sowie Spezialitäten wie Met (Honigwein). Die Besucherinnen und Besucher konnten die Produkte direkt bei den Imkerinnen und Imkern kaufen. Im Freien gab es ein echtes Bienenvolk zu bestaunen und mit etwas Glück entdeckte man die Königin.
Einsatz für die Honigbiene
Neben der Wissensvermittlung machte der Verein auch auf die aktuelle Bienen-Initiative von BienenSchweiz und weiteren Organisationen aufmerksam. Diese setzt sich dafür ein, die Förderung der Bestäuberinsekten in der Bundesverfassung zu verankern. Wer wollte, konnte gleich vor Ort unterschreiben.
Um eindrückliche Erfahrungen und neues Wissen reicher sowie honigsüssem Geschmack im Mund, machten sie die Anwesenden wieder auf den Heimweg.
BETTINA STICHER


