In seiner Festrede erinnerte Turi Steiner, ehemaliger Bezirkschef der Kantonspolizei Zürich, an der Bundesfeier in Hagenbuch an die die Demokratie und Neutralität der Schweiz als Privileg. Dabei warb er für Respekt im Dialog und ein aktives Mitgestalten des Gemeindelebens.
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In seiner Festrede erinnerte Turi Steiner, ehemaliger Bezirkschef der Kantonspolizei Zürich, an der Bundesfeier in Hagenbuch an die die Demokratie und Neutralität der Schweiz als Privileg. Dabei warb er für Respekt im Dialog und ein aktives Mitgestalten des Gemeindelebens.
Zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner feierten am Samstagabend beim Schützenhaus Hagenbuch gemeinsam den 1. August. Gemeindepräsident Rolf Sturzenegger begrüsste den ehemaligen Bezirkschef Winterthur der Kantonspolizei Zürich, Turi Steiner, als Festredner. Dabei verriet er, dass sie beide mehr verbindet als ihre langjährige Tätigkeit bei der Polizei. Beide haben denselben Jahrgang, erlernten ursprünglich den Beruf des Automechanikers und lernten sich bereits 1989 während der Polizeigrenadierschule kennen. Sturzenegger bedankte sich zudem beim OK und den vielen Helferinnen und Helfern für den grossen Einsatz für die Feier sowie bei DJ Roberto Zanolli für die musikalische Unterhaltung.
Sich aktiv für das Dorf einsetzen
Turi Steiner bezeichnete Hagenbuch aus seinen Erfahrungen heraus als funktionierende und polizeifreundliche Landgemeinde und sich selbst scherzhaft als «alten, weissen Mann» und Grossvater vom Land. Unter anderem erinnerte er sich an die Abstimmung zu den Windrädern im Jahr 2023 an der Gemeindeversammlung in Hagenbuch, die ihm in Erinnerung geblieben sei und «etwas angestossen» habe.
Für seine Ansprache habe er sich intensiv mit Hagenbuch beschäftigt und auf der Website der Gemeinde, die ihn sehr beeindruckt habe, einen Satz entdeckt, der ihm besonders gefallen habe. Die Einwohnerinnen und Einwohner würden eingeladen, am Gemeindeleben teilzunehmen und sich in Vereinen, Gruppierungen oder politischen Parteien aktiv für das Dorf einzusetzen. Denn eine Gemeinde funktioniere nur dann. Diesen Gedanken bezeichnete der Festredner als passend zur Schweiz und ihrer Geburtstagsfeier.
Blick auf eine unruhige Welt
Schliesslich richtete Steiner den Blick noch kurz auf das Weltgeschehen. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie politische Spannungen in den USA zeigten, wie unsicher die Welt geworden sei. Doch es habe auch früher schon «verrückte Zeiten» gegeben.
Bei der Arbeit an der 150-jährigen Chronik eines Vereins habe er sich intensiv mit der Geschichte beschäftigt. Er sei froh, dass sich die Schweiz aus früheren Kriegen herausgehalten habe. «Die Neutralität der Schweiz ist nicht das Dümmste», sagte Steiner. Während andere Länder in den Weltkriegen unzählige Menschen verloren hätten, sei die Schweiz von den grossen Zerstörungen verschont geblieben.
Demokratie als Privileg
Besonders eindringlich sprach er über die direkte Demokratie auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene. Diese sei einzigartig und ein grosses Privileg, das es zu bewahren gelte. «Wir können unsere Meinung einbringen.» Das sei keine Selbstverständlichkeit. Er appellierte an die Anwesenden, sich aktiv am Gemeindeleben zu beteiligen und dabei aber auch auf den Ton zu achten.
Festlicher Ausklang
Nach der Festrede stimmten die Besucherinnen und Besucher gemeinsam die Nationalhymne an. Anschliessend sorgte DJ Roberto mit bekannten Melodien für einen gemütlichen weiteren Abend. Mit Musik, Gesprächen, etwas vom Grill und einem kühlen Getränk liessen die Gäste den Nationalfeiertag in der von Dorfvereinen betriebenen Gastwirtschaft in geselliger Atmosphäre ausklingen.
BETTINA STICHER