Die Blauschwarze Holzbiene ist Biene des Jahres
28.03.2026 NaturZum zweiten Mal hat Bienen-Schweiz zusammen mit der Schweizer Bevölkerung die Biene des Jahres gewählt. Klare Siegerin ist die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea). Sie ist mit einer Körperlänge von fast 3 cm die grösste Wildbienenart in der Schweiz.
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Zum zweiten Mal hat Bienen-Schweiz zusammen mit der Schweizer Bevölkerung die Biene des Jahres gewählt. Klare Siegerin ist die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea). Sie ist mit einer Körperlänge von fast 3 cm die grösste Wildbienenart in der Schweiz.
Zur Auswahl standen drei Wildbienenarten, die verschiedene Eigenschaften der Bienenwelt repräsentierten. Die Blauschwarze Holzbiene konnte sich im Rennen um den Titel gegen die Glockenblumen-Scherenbiene und die Gelbbindige Furchenbiene klar durchsetzen. «Mit der Wahl möchten wir auf die Vielfalt der verschiedenen Bienenarten und ihre unterschiedlichen Bedürfnisse aufmerksam machen», erklärt Sarah Grossenbacher, Redaktorin der Schweizerischen Bienen-Zeitung. «Die Blauschwarze Holzbiene beeindruckt durch ihre Grösse, ihre blauvioletten Flügel und ihren laut-brummenden Flug. Sie zeigt eindrücklich, wie faszinierend und vielfältig die Welt der Wildbienen ist.»
Wenig wählerische Holz-Liebhaberin
Mit einer Grösse bis zu 3 cm zählt sie zu den grössten Wildbienen Europas und ist dennoch besonders sanft. Erkennbar ist sie an ihrem schwarzen Körper, den dunklen Haaren und den blau-violetten Flügeln. Ihren deutschen Namen verdankt sie ihrer besonderen Nistweise: Sie nagt fingerdicke, bis zu 30 cm lange Gänge ins Holz und verwendet das dabei entstehende Sägemehl, um mit Speichel Trennwände zwischen den Brutkammern zu bauen. In jede Zelle legt sie ein Ei und einen Pollenvorrat.
Mit klassischen Insektenhotels kann die Blauschwarze Holzbiene nichts anfangen. Sie ist auf sonnenbeschienene Totholzstrukturen wie abgestorbene Bäume oder dicke Äste angewiesen. Bevorzugt wird totes, aber noch festes Laubholz, etwa von Pappel, Weide oder Apfel.
Bei der Nahrungssuche ist die Blauschwarze Holzbiene wenig wählerisch. Sie zeigt jedoch eine Vorliebe für Lippen- und Schmetterlingsblütler. So kann man sie besonders häufig an Platterbsen oder Muskatellersalbei beobachten. Wer diese Pflanzen im Garten setzt, hat gute Chancen, diese auffällige Wildbiene zu beobachten.
Knapp die Hälfte der Wildbienen ist gefährdet
Während die Holzbiene relativ häufig ist, stehen viele andere Wildbienenarten unter Druck: Knapp die Hälfte gilt heute als gefährdet. Sie sind auf bestimmte Nistplätze – etwa Totholz, Pflanzenstängel oder offene Bodenstellen – sowie auf ein vielfältiges Blütenangebot angewiesen. Einige Arten sind sogar hochgradig spezialisiert und nutzen nur einzelne Pflanzengattungen oder -familien, wodurch sie besonders anfällig auf Veränderungen in der Landschaft reagieren. Neue Herausforderungen wie die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) belasten die Bestäuber zusätzlich.
Mut zu mehr Vielfalt
Wer der Blauschwarzen Holzbiene geeignete Lebensräume bietet – etwa sonnige Totholzstrukturen und ein vielfältiges Blütenangebot – tut automatisch auch etwas für viele andere Wildbienen, einschliesslich der spezialisierten Arten. Ein Mosaik aus Pflanzen und Strukturen – von offenen Bodenstellen über abgestorbene Pflanzenstängel bis zu einheimischen Blumen und Hecken – ergänzt das Angebot und schafft wertvolle Nist- und Nahrungsplätze für viele Bestäuberinnen.
Blühflächenprogramm von BienenSchweiz
«Um den knappen Nahrungsressourcen und den schwindenden Nistmöglichkeiten entgegenzuwirken, setzt sich BienenSchweiz mit dem Blühflächenprogramm aktiv für die Gestaltung von Lebensräumen ein», so Mathias Götti Limacher, Geschäftsführer von BienenSchweiz. Ein wichtiger Bestandteil des Programms bilden die Beratungen, welche von Fachpersonen durchgeführt werden und so nicht nur zu mehr blühenden Flächen auch im Sommer und Spätsommer verhelfen, sondern eben auch auf das Thema sensibilisieren. In den letzten drei Jahren konnten über 1 Mio. Quadratmeter geschaffen werden. Für 2026 sind rund 400’000 Quadratmeter geplant. Damit diese Fläche realisiert werden kann, ist BienenSchweiz auf Spenden angewiesen.
SARAH GROSSENBACHER, SCHWEIZERISCHE BIENEN-ZEITUNG

