«Der Sommer hat die Aadorfer Wasserversorgung gefordert»
15.10.2026 AadorfIm Rekordsommer 2026 gab es nicht nur ausserordentlich viele Hitzetage, sondern auch grosse Trockenheit. Die «Elgger/Aadorfer Zeitung» hat in ihrem Einzugsgebiet nachgefragt, was das für die Gemeinden bedeutet. In Aadorf ist die Situation angespannt, aber die Trinkwasserversorgung ...
Im Rekordsommer 2026 gab es nicht nur ausserordentlich viele Hitzetage, sondern auch grosse Trockenheit. Die «Elgger/Aadorfer Zeitung» hat in ihrem Einzugsgebiet nachgefragt, was das für die Gemeinden bedeutet. In Aadorf ist die Situation angespannt, aber die Trinkwasserversorgung jederzeit gewährleistet. Auf schonenden Umgang mit dem Wasser wurde hingewiesen. Investitionen sind geplant.
Herr Küng, Wie stand es diesen Sommer mit der Hitze und vor allem der langen Trockenperiode um die Wasserversorgung in der Gemeinde Aadorf ganz allgemein?
Matthias Küng: Der heisse und über längere Zeit sehr trockene Sommer hat die Wasserversorgung der Gemeinde Aadorf gefordert. Dank einer gut aufgestellten Wasserversorgung und einer vorausschauenden Bewirtschaftung konnte die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden. Die lange Trockenperiode hat dazu geführt, dass die verfügbaren Wasserressourcen stärker beansprucht wurden und die natürlichen Zuflüsse und Quellen weniger Wasser lieferten. Gleichzeitig stieg der Verbrauch zeitweise an. Insgesamt war die Situation angespannt, aber das EW Aadorf war jederzeit in der Lage die Trinkwasserversorgung sicherzustellen.
Können Sie konkrete Zahlen oder Vergleiche mit einem durchschnittlichen Jahr nennen?
Beim Grundwasserspiegel zeigte sich die Trockenperiode deutlich: Zum Vergleich mit dem Zehnjahresdurchschnitt lag der Grundwasserspiegel je nach Messstelle rund 1,5 bis 3,5 Meter tiefer. Der Grundwasserstand befand sich auf einem sehr tiefen Niveau, aber es mussten noch keine Massnahmen ergriffen werden. Es konnten immer noch Wassermengen an die benachbarten Gemeinden geliefert werden.
Woher stammt Aadorfs Trinkwasser? Aus eigenen Quellen, vom Grundwasser oder von externen Wasserversorgungen?
Das Trinkwasser der Gemeinde Aadorf stammt zum grössten Teil aus dem eigenen Grundwasser. Rund 75 bis 80 Prozent des benötigten Trinkwassers werden aus den Grundwasservorkommen gewonnen. Die restlichen 20 bis 25 Prozent stammen aus eigenen Quellen sowie aus einem Fremdbezug von einer externen Wasserversorgung.
Wie viel Wasser verbraucht die Gemeinde durchschnittlich pro Tag (Pri- vathaushalte, Industrie, Landwirtschaft)? Ist der Verbrauch an besonders heissen Tagen grösser?
Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 313’727m³ Wasser bezogen, was einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von rund 1719m³ entspricht. Ja, der Verbrauch ist an besonders heissen Tagen höher. Vor allem Gartenbewässerung, Poolbefüllungen und zusätzlicher Wasserbedarf können den Verbrauch deutlich erhöhen.
Beobachten Sie, dass der private Wasserverbrauch während Hitzeperioden stark zunimmt? Wenn Ja, um wie viel etwa?
Ja, beim Wasserverbrauch waren Schwankungen feststellbar, insbesondere auf Stundenbasis. Diese waren aufgrund der Hitze und Trockenheit erwartbar.
Beobachten Sie, dass der private Wasserverbrauch während Hitzeperioden stark zunimmt? Wenn Ja, um wie viel etwa?
Ja, auch beim Wasserverbrauch waren Schwankungen feststellbar, insbesondere auf Stundenbasis. Diese waren aufgrund der Hitze und Trockenheit erwartbar.
Musste die Gemeinde Aadorf zusätzliches Trinkwasser von anderen Ge- meinden oder einem regionalen Verbund beziehen? Wenn ja, woher?
Nein, ausser einer kleinen Menge für die Zone Häuslenen, was aber ein Normalzustand ist.
Wie gross ist normalerweise der Anteil des eigenen Wassers und wie gross der Anteil des zugekauften Wassers?
Der Anteil des zugekauften Wassers ist sehr klein. Siehe vorherige Antwort.
Mussten Sie aufgrund der Trockenheit bereits besondere Massnahmen ergreifen? Gab oder gibt es zum Beispiel einen Aufruf zum Wassersparen?
Nein. In der Zeitung wurde auf einen schonenden Umgang mit der Ressource Trinkwasser hingewiesen, dies gilt immer und nicht nur in Trockenphasen.
Sind Investitionen vorgesehen, etwa in Reservoirs, Leitungen, zusätzliche Wasserfassungen oder eine stärkere Vernetzung mit anderen Versorgungen? Es stehen weitere Investitionen in das Leitungsnetz und an die Vernetzung aller sechs Wasserzonen (Aadorf, Wittenwil, Ettenhausen, Guntershausen, Aawangen, Häuslenen) an.
Gibt es ein Szenario, bei dem trotz der guten Vernetzung tatsächlich mit einer Wasserknappheit gerechnet werden muss? Oder anders gefragt, wie lange wäre die Gemeinde Aadorf ohne Niederschläge noch problemlos mit Wasser versorgt?
Der Wasserstand wird täglich analysiert, damit eine mögliche Wasserknappheit genug früh erkannt werden kann. Eine Zeitangabe kann nicht abgegeben werden, da zuvor die Bevölkerung informiert/alarmiert und auf Sparmassnahmen/Kontierungen hingewiesen würde.
INTERVIEW: BETTINA STICHER
Miniserie zum Thema Wasser
Wasser ist dieses Jahr ein knappes Gut. Grosse Hitze und langanhaltende Trockenheit lassen die Wasserstände sinken. Die «Elgger/Aadorfer Zeitung» hat in Aadorf, Elgg und Hagenbuch nachgefragt, was das für die Gemeinde bedeutet, wie sie damit umgehen, von wo sie Wasser beziehen und ob Investitionen geplant sind. Die Interviews werden in Form einer Miniserie publiziert. Den Anfang macht heute die Gemeinde Aadorf.


