Das Mehrweckgebäude «Im See» nimmt Formen an
04.06.2026 ElggIm Gemeindezaus Elgg sind zurzeit Informationen zu den Wettbewerbs-Projekten für das Mehrzweckgebäude «Im See» ausgestellt. Unter anderem soll hier der Jugendtreff unterkommen. Das Siegerprojekt «ROOTBASE» wird nun weiterverfolgt.
Die Gemeinde will auf dem ...
Im Gemeindezaus Elgg sind zurzeit Informationen zu den Wettbewerbs-Projekten für das Mehrzweckgebäude «Im See» ausgestellt. Unter anderem soll hier der Jugendtreff unterkommen. Das Siegerprojekt «ROOTBASE» wird nun weiterverfolgt.
Die Gemeinde will auf dem Areal der Schul- und Sportanlage «Im See» ein neues Mehrzweckgebäude für verschiedene Nutzergruppen erstellen, so auch den Jugendtreff. Zwischen dem alten Garderobengebäude und der Skateranlage soll ein Neubau entstehen, der gemäss Aufgabenstellung des durchgeführten Projektwettbewerbs einladend, zweckmässig, durchdacht und vielfältig nutzbar ist.
Gleichzeitig sind der Aussenbezug und der Erhalt des Baumbestandes wichtige Kriterien.
Das Gebiet an der St. Gallerstrasse befindet sich im Wandel. Die neue Dreifachturnhalle wird hier gebaut, das Garderobengebäude erhält eine neue Nutzung und der neue Skaterpark ergänzt schon heute das sportliche Angebot.
Siegerprojekt «Rootbase»
Besonders überzeugte das Siegerprojekt «ROOTBASE», laut Jury durch seine starke architektonische Idee und das konsequent durchgearbeitete Konzept. Gelobt wurde die stimmige Differenzierung zwischen einem offenen, gemeinschaftlich genutzten Eingangsbereich und eher geschlossenen, intimen Räumen. Diese räumliche Abstufung unterstreiche die vorgesehene Nutzung. Die mehrseitige Ausrichtung des Gebäudes reagiere auf die unterschiedlichen Anforderungen und stärke die bestehenden Qualitäten des Ortes. Positiv hervorgehoben wurde auch der gedeckte Aussenbereich mit Bezug zum Skaterpark. Durchblicke vom Weg in die Baumgruppe stärkten zusätzlich die Einbettung des Gebäudes in die Umgebung.
Die Jury würdigte zudem die quadratische Form der Haupträume, die eine ausgewogene und gut nutzbare Qualität aufwiesen. Kritisch beurteilt wurden hingegen einzelne konstruktive Details. So sollen in der Weiterbearbeitung unter anderem die Fensteranteile überprüft sowie die Funktionalität von Küche und Garderoben verbessert werden. Auch die Materialisierung wurde aus ökologischer Sicht teilweise hinterfragt. Insgesamt attestierte die Jury dem Projekt jedoch eine «hohe gestalterische Qualität» und einen angemessenen Umgang mit dem Bestand.
Zweiter und dritter Platz
Das zweitplatzierte Projekt «LIDO» überzeugte vor allem mit effizienter Struktur und wirtschaftlichem Umgang mit den Flächen. Die reduzierte Gestaltung und die rationale Grundrissorganisation verliehen dem Projekt eine sachlich ruhige Erscheinung mit ansprechender Schlichtheit.
Gleichzeitig wurde bemängelt, dass der Charakter eines öffentlichen Gebäudes zu wenig zur Geltung komme. Als problematisch erachtet wurden die räumliche Qualität sowie die Funktionalität des Eingangsbereichs. Zudem werde der sorgfältige Umgang mit dem Baumbestand durch die Situation eines Baumes nahe dem Skaterpark relativiert. Insgesamt wurde das Projekt als architektonisch wertvoller und konstruktiv gut bearbeiteter Beitrag bewertet, «dessen Potential jedoch nicht vollständig ausgeschöpft wird».
Beim drittplatzierten Projekt «Subarbores» gefiel der Jury der gut funktionierende und übersichtlich organisierte Grundriss, der angemessene Fensteranteil sowie die sorgfältige Durcharbeitung.
Kritisiert wurden der architektonische Ausdruck und die «eher schwere Erscheinung des Gebäudes». Insgesamt wirke das Projekt gedrungen und in seiner Erscheinung nicht zeitgemäss. Zudem vermochten der gedeckte Aussenraum und die Verbindung zum Skaterpark nicht zu überzeugen.
Die Projekte «MUTZ» und «PAPIL-LON» wurden zwar nicht rangiert, erhielten aber ebenfalls Anerkennung für einzelne Qualitäten. «MUTZ» überzeugte durch einen effizienten und klar organisierten Grundriss, wirkte laut Jury jedoch zu gross dimensioniert und zu wenig in den Ort eingebunden. «PA-PILLON» wiederum wurde für seinen sensiblen Umgang mit dem Ort und die filigrane Holzbauweise gelobt. Gleichzeitig bestanden Zweifel an der Funktionalität und Robustheit des Entwurfs für einen Jugendtreffbetrieb.
Nationaler Projektwettbewerb
Für den Neubau hatte die Gemeinde Elgg einen nationalen Projektwettbewerb im selektiven Verfahren durchgeführt. Fünf präqualifizierte Architekturbüros reichten ihre Projekte anonym ein. Die Jury setzte sich aus Vertretern der Gemeinde sowie Fachpersonen aus Architektur und Innenarchitektur zusammen. Bewertet wurden unter den Aspekten Städtebau, Architektur und Freiraum der Architektonische Ausdruck, die Funktionalität, die Qualität sowie die Nutzbarkeit der Räume und Freiräume sowie die Einhaltung des Raumprogramms.
Unter dem Aspekt Wirtschaftlichkeit waren die Kriterien Erstellungskosten, Kosten für Betrieb und Unterhalt massgebend und unter dem Aspekt Umwelt die ökologische Nachhaltigkeit, ein niedriger Energiebedarf in Erstellung, Betrieb und Unterhalt sowie geeignete Konstruktionssysteme und Materialien.
Nach eingehender Prüfung empfahl die Jury schliesslich das Projekt «ROOT-BASE» der Naomi Hajnos GmbH aus Zürich zur Weiterbearbeitung. Den zweiten Rang belegte «LIDO» der Isler Architekten AG aus Winterthur, den dritten Rang «Subarbores» von häberli heinzer steiger architekten, Winterthur. Insgesamt standen Preisgelder von 35’000 Franken zur Verfügung.
Entscheid über Baukredit an Gemeindeversammlung
Über den Baukredit werden die Stimmberechtigten laut den Mitteilungen aus dem Gemeinderat («Elgger/Aadorfer Zeitung» vom 23. Dezember 2025) an einer Gemeindeversammlung – gemäss Gemeindeschreiber Marcel Aeschlimann voraussichtlich neu im Frühling 2027 – entscheiden. Im Finanzplan der Gemeinde ist für das Jahr 2027 ein Betrag von 1,35 Millionen Franken eingestellt.
Die Ausstellung im Foyer des Gemeindehauses dauert noch bis 12. Juni.
Die Unterlagen sind auch auf der Website der Gemeinde unter aktuelle Projekte ersichtlich.
BETTINA STICHER



