Das ganze Dorf an einem Strang, der grosse Äschli 2025
16.04.2026 ElggDer Grosse Umzug der Aschermittwochgesellschaft in Elgg vom letzten Jahr schrieb schwarze Zahlen. Dies gelang nebst dem Wetterglück dank durchdachter Planung, breiter Unterstützung und einem Verkehrskonzept, das Vorbild für künftige Veranstaltungen ist.
Der Grosse ...
Der Grosse Umzug der Aschermittwochgesellschaft in Elgg vom letzten Jahr schrieb schwarze Zahlen. Dies gelang nebst dem Wetterglück dank durchdachter Planung, breiter Unterstützung und einem Verkehrskonzept, das Vorbild für künftige Veranstaltungen ist.
Der Grosse Umzug (GrUm) anlässlich des 111-jährigen Bestehens der Aschermittwochgesellschaft Elgg war nicht nur ein Publikumsmagnet, sondern auch finanziell erfolgreich. «Wir hatten eine schwarze Null budgetiert und nicht mit einem Überschuss gerechnet», erklärt OK-Präsident Daniel Isliker.
Der erzielte Gewinn von 23’000 Franken ermöglichte es, den helfenden Vereinen zusätzlich zum Helferlohn weitere 9700 Franken als Anerkennung auszuzahlen, wie bereits an der Generalversammlung bekanntgegeben wurde. Zudem trägt er zu einem positiven Budget für das Jahr 2027 bei, das ansonsten aufgrund geplanter Investitionen ein Defizit aufgewiesen hätte.
Sorgfältige Planung und breite Unterstützung
Nach dem Defizit bei der letzten grossen Veranstaltung im Jahr 2014 (historische Festspiele zum 100. Geburtstag) habe man bei der Planung besonders darauf geachtet, Risiken zu minimieren und Kosten zu sparen. Gleichzeitig sei es gelungen, mit viel Fleiss deutlich mehr Sponsoren zu gewinnen. «Nachdem einige grosse Sponsoren weggefallen sind, haben wir viele kleinere Sponsoren sowie private Gönner gefunden», so Isliker.
Ein weiterer Erfolgsfaktor sei die Organisation der Festwirtschaft gewesen, die vollständig von lokalen Gastronomiebetrieben übernommen wurde. Zudem habe man bewusst auf Freiwilligenarbeit gesetzt und möglichst wenige Aufträge an externe Dienstleister vergeben. «Zum Schluss hat uns noch das Wetter belohnt», freut sich Daniel Isliker.
Enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde
Ein zentraler Punkt war laut dem OK-Präsidenten das Verkehrskonzept, das in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde umgesetzt wurde. «Mit guter Planung haben wir erreicht, dass während der gesamten Veranstaltung alle vier Gassen verkehrsfrei waren. Bereits ab Freitagnachmittag wurde das Dorf mit festen Gittern abgesperrt.»
Dieses Vorgehen sei deutlich weniger aufwendig als punktuelle Sperrungen. Gleichzeitig unterstreiche es die Bedeutung des Anlasses für die Gemeinde. Daniel Isliker: «Wir sind nicht einfach nur ein Verein, sondern eine Gesellschaft, die zum Erhalt eines wichtigen Elgger Kulturgutes und einer alten Tradition beiträgt. Der Äschli ist ein kultureller Traditionsanlass mit einer 500-jährigen Geschichte.»
Modell für zukünftige Veranstaltungen
Im Gegensatz zu vielen Dorfvereinen, die Veranstaltungen primär zur Finanzierung ihrer Vereinskasse organisieren, verstehe sich der «Äschli» als Anlass der Gemeinde. Daraus sei die Idee entstanden, dass künftig die Gemeinde die erarbeiteten Konzepte verwaltet und bei Bedarf zur Verfügung stellt und nicht mehr nur von OK zu OK übergeben wird.
Die erarbeiteten Pläne sind inzwischen gespeichert und können für zukünftige Anlässe, zum Beispiel die kommende Gewerbeausstellung des HGV, wiederverwendet und angepasst werden. «Alle Veranstalter stehen heute vor ähnlichen Herausforderungen», sagt Isliker. Die Anforderungen und Bewilligungsverfahren seien deutlich komplexer geworden, und auch das Verkehrsaufkommen habe in den letzten 25 Jahren stark zugenommen. «Wir können nicht mehr einfach hinstehen und sagen, du darfst hier heute nicht durchfahren.»
Zusammenarbeit im Dorf führt zum Erfolg
Nebst dem Verkehrskonzept spielen auch weitere organisatorische Aspekte eine wichtige Rolle, etwa feuerpolizeiliche Vorgaben, Feuerwehr und Sanitätsdienste. Hier habe man eng mit lokalen Vereinen zusammengearbeitet, «die ein besonders hohes Engagement für das Dorf zeigen», erklärt der OK-Präsident. «Beim GrUm hat sich diese Zusammenarbeit eindrücklich bewährt. Viele Vereine haben sofort zugesagt und eigene Ideen eingebracht, als sie angefragt wurden. Der finanzielle Aspekt stand dabei nicht im Vordergrund», betont Daniel Isliker. Umso grösser sei die Freude gewesen, den beteiligten Vereinen dank des Gewinns zusätzlich etwas zurückgeben zu können. Denn letztlich gelte: «Solche Anlässe leben vom Mitmachen.»
BETTINA STICHER





