Berufe ım Fokus: Schwimmlehreri
16.06.2026 RegionCasandra Schmitt , Aadorf
«Der schonste Moment Ist, wenn aus Angst Freude und aus Unsicherheit Selbstvertrauen wird.»
Casandra Schmitt ist Schwimmlehrerin und leitet die Schwimmschule Aadorf, Ettenhausen. Der persönliche Kontakt und offene Kommunikation ...
Casandra Schmitt , Aadorf
«Der schonste Moment Ist, wenn aus Angst Freude und aus Unsicherheit Selbstvertrauen wird.»
Casandra Schmitt ist Schwimmlehrerin und leitet die Schwimmschule Aadorf, Ettenhausen. Der persönliche Kontakt und offene Kommunikation stehen im Zentrum der Arbeit von ihr und ihrem Team.
Welche Fähigkeiten sollte man mitbringen, wenn man sich für den Beruf Schwimmlehrerin entscheidet?
• Freude an der Arbeit mit Kindern und Menschen
• Geduld und Einfühlungsvermögen
• Verantwortungsbewusstsein
• Gute Kommunikationsfähigkeiten
• Begeisterung für Bewegung und Wasser
• Die Fähigkeit, individuell auf verschiedene Lernfortschritte einzugehen
Was sind die Erfolgserlebnisse, die Sie als Schwimmlehrerin haben?
Besonders schön ist es, wenn ein Kind seine Angst vor dem Wasser überwindet und plötzlich mit Freude und Selbstvertrauen schwimmt. Auch das Erreichen neuer Schwimmstufen oder das erfolgreiche Bestehen eines Abzeichens sind immer wieder schöne Momente. Die grössten Erfolgserlebnisse sind jedoch die strahlenden Gesichter der Kinder, wenn sie merken, was sie etwas geschafft haben.
Was gefällt Ihnen an diesem Beruf besonders? Was fasziniert Sie speziell?
Kein Kind ist wie das andere. Jedes bringt seine eigenen Stärken, Herausforderungen und Persönlichkeit mit. Es fasziniert mich, Kinder über einen längeren Zeitraum begleiten zu dürfen und ihre Entwicklung mitzuerleben. Zudem verbindet der Beruf Bewegung, Pädagogik und Sicherheit auf eine sehr sinnvolle Weise.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag als Schwimmlehrerin aus?
Ein grosser Teil meiner Arbeit findet direkt im Wasser statt. Dort begleite ich Kinder verschiedener Alters- und Leistungsstufen beim Schwimmenlernen. Dazu kommen die Vorbereitung der Lektionen, die Kursplanung, der Austausch mit Eltern sowie organisatorische Aufgaben rund um die Schwimmschule.
Welche besonderen Herausforderungen erleben Sie bei der täglichen Arbeit?
Kinder lernen sehr unterschiedlich schnell. Die Herausforderung besteht darin, jedes Kind dort abzuholen, wo es steht, und gleichzeitig die Gruppe als Ganzes weiterzubringen. Auch der Umgang mit Ängsten oder Unsicherheiten erfordert viel Geduld und Fingerspitzengefühl.
Was zeichnet eine gute Schwimmlehrerin aus?
• Freude, Empathie und Geduld
• Fachwissen und Sicherheitsbewusstsein
• Die Fähigkeit, Kinder zu motivieren
• Klare und verständliche Kommunikation
Welche Rolle spielt der persönliche Kontakt mit Kunden oder Klienten in Ihrem Berufsalltag?
Der persönliche Kontakt ist sehr wichtig. Einerseits arbeite ich eng mit den Kindern zusammen, andererseits ist auch der Austausch mit den Eltern zentral. Vertrauen und eine offene Kommunikation schaffen die Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Was war bis jetzt Ihr interessantester Auftrag?
Einen einzelnen Auftrag hervorzuheben, ist schwierig. Besonders spannend finde ich Erwachsene, die nie schwimmen gelernt haben und mit Ängsten ins Wasser kommen. Zu sehen, wie sie Vertrauen aufbauen und selbstständig schwimmen lernen, ist beeindruckend. Ebenso abwechslungsreich sind Trainingsgruppen und das Schulschwimmen, wo Kinder mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten gemeinsam gefördert werden. Gerade diese Vielfalt macht meinen Beruf so interessant.
Inwiefern spürt man die Modernisierung und Digitalisierung in Ihrem Beruf?
Die Digitalisierung ist auch im Schwimmunterricht spürbar. Kursanmeldungen, Kommunikation mit Eltern, Kursplanung und Administration laufen heute grösstenteils digital. Zudem stehen moderne Lehrmittel und Hilfsmittel zur Verfügung, die den Unterricht unterstützen.
Der eigentliche Kern unseres Berufs findet jedoch nach wie vor im Wasser statt. Schwimmen lernen erfordert persönlichen Kontakt, Vertrauen, individuelle Betreuung und direkte Rückmeldungen. Gerade bei Kindern ist die persönliche Begleitung entscheidend. Deshalb wird die Digitalisierung unseren Beruf zwar unterstützen, die Arbeit im Wasser und den direkten Kontakt mit den Menschen aber nicht ersetzen können.
Wie hat sich der Beruf Schwimmlehrerin in den letzten Jahren sonst noch verändert?
Das Thema Wassersicherheit hat an Bedeutung gewonnen. Eltern sind heute sehr sensibilisiert dafür, dass ihre Kinder früh und sicher schwimmen lernen. Zudem wird stärker auf individuelle Förderung und kindgerechte Unterrichtsformen geachtet.
Wieso sollte man sich für eine Ausbildung als Schwimmlehrerin entscheiden?
Der Beruf verbindet Verantwortung, Bewegung und die Arbeit mit Menschen. Man kann Kindern eine Fähigkeit fürs Leben vermitteln und erlebt täglich, wie sie über sich hinauswachsen. Es ist eine abwechslungsreiche und sinnstiftende Tätigkeit mit vielen schönen Erfolgsmomenten.
INTERVIEW: BETTINA STICHER

