Berufe im Fokus: Floristin EFZ Miriam Egli
05.05.2026 Aadorf«Floristik aus erster Hand erklärt»
Am 14. April wurde in unserem Format «Berufe im Fokus» der Beruf Floristin vorgestellt. Denise Rupp, Leiterin des Blumenladens Rupp, präsentierte dabei den Beruf Floristin/Florist in groben Zügen. Um ein ...
«Floristik aus erster Hand erklärt»
Am 14. April wurde in unserem Format «Berufe im Fokus» der Beruf Floristin vorgestellt. Denise Rupp, Leiterin des Blumenladens Rupp, präsentierte dabei den Beruf Floristin/Florist in groben Zügen. Um ein vertieftes Verständnis zu ermöglichen, möchte sie das Fachwissen durch ihre Mitarbeiterin weitergeben: Miriam Egli, seit 2020 im Betrieb tätig und ausgebildete Floristin EFZ, gibt detaillierte Einblicke in den Berufsalltag sowie in die Anforderungen und Tätigkeiten des Floristenberufs. Dadurch erhalten die Jugendlichen, die vor der Berufswahl stehen, einen umfassenden Einblick in diesen vielseitigen Beruf.
Wie läuft die Ausbildung zur Floristin konkret ab? Was lernt man im ersten Lehrjahr?
Miriam Egli: Im ersten Lehrjahr lernt man die Grundlagen: Berufskenntnisse, Verkaufskunde, Pflanzenkenntnisse und Botanik sowie Farben- und Gestaltungslehre. Im Betrieb beginnt man früh mit praktischen Arbeiten wie Blumen rüsten, Sträusse und Gestecke machen. Auch Sauberkeit und Ordnung spielen eine wichtige Rolle. Die Kundenbedienung kommt schrittweise dazu.
Welche Fehler machen Lernende am Anfang häufig?
Am Anfang ist die Spiralbindung oft schwierig. Wenn sie nicht sauber ausgeführt wird, können einzelne Stiele beschädigt werden.
Wie beginnt Ihr Arbeitstag?
Der Arbeitstag beginnt mit dem Wareneingang. Schnittblumen werden ausgepackt, angeschnitten und ins Wasser gestellt. Danach folgen Bestellungen, das Binden von Sträussen, das Pflegen der Pflanzen, das Vorbereiten von Geschenkartikeln sowie die Kundenbedienung.
Wie viel Zeit verbringen Sie mit Kundenberatung und wie viel mit handwerklicher Arbeit?
Der grössere Teil der Arbeit ist handwerklich. Für einen Strauss benötigt man etwa 10 bis 15 Minuten, spezielle Arrangements können auch bedeutend mehr Zeit in Anspruch nehmen.
Welche Aufgaben machen Sie täglich, welche nur gelegentlich?
Täglich gehören das Binden von Sträussen, die Pflanzenpflege und die Kundenbedienung dazu. Trauerfloristik, Hochzeitsfloristik sowie Dekorationen für Geburtstage und Firmenanlässe werden nach Kundenwunsch erstellt.
Wie entstehen Ihre Sträusse – nach Vorlage oder frei?
Man lernt in der Ausbildung die Grundlagen der Gestaltungskriterien. Danach arbeitet man oft nach Gefühl und kreativem Ausdruck. Manchmal wird ausprobiert und auch nochmals neu begonnen, wenn etwas nicht passt.
Was ist der Unterschied zwischen einem Alltagsstrauss und einem Hochzeitsstrauss?
Ein Hochzeitsstrauss ist feiner und filigraner gearbeitet. Er muss den ganzen Tag ohne Wasser schön bleiben. Deshalb ist der Aufwand deutlich höher als bei einem Alltagsstrauss.
Was ist körperlich anstrengend?
Man steht den ganzen Tag. Besonders vor intensiven Tagen wie Valentinstag oder Muttertag ist die Belastung hoch. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, dennoch ist langes Stehen besonders in der Lehre sehr anstrengend.
Gibt es auch schwierige Kundensituationen?
Wenn Kunden unzufrieden sind, ist es wichtig, auf sie zuzugehen und eine gute Lösung zu finden. Das erfordert Sensibilität und Einfühlungsvermögen.
Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nach der Lehre?
Es gibt verschiedene Weiterbildungen wie Meisterflorist/in, Zusatzlehren als Gärtner/in oder Spezialisierungen in Floristikschulen. Auch Werbung und Social Media gewinnen an Bedeutung in und nach der Ausbildung.
Wie sehen Sie die Zukunft des Floristenberufs?
Schnittblumen werden zunehmend zu Luxusartikeln, da die Preise der Blumen immer mehr steigen. Blumenläden entwickeln sich immer mehr zu Erlebnis- und Begegnungsorten, oft mit einem erweiterten Angebot. Auch Geschenkartikel gewinnen dabei an Bedeutung.
Viele Kundinnen und Kunden möchten zwar Schnittblumen kaufen, entscheiden sich jedoch häufig für andere Geschenkartikel, wenn eine grössere Auswahl vorhanden ist. Dies zeigt, dass ein vielseitiges Sortiment neben Blumen immer stärker geschätzt wird.
Für wen ist der Beruf geeignet?
Der Beruf eignet sich für Personen mit handwerklichem Geschick, Kreativität, Freude an Blumen und Menschen sowie psychischer und physischer Belastbarkeit.
Würden Sie den Beruf nochmals wählen?
Ja, auf jeden Fall. Der Beruf als Floristin bereitet mir auch heute noch sehr viel Freude und es ist schön, Menschen mit Blumen glücklich machen zu können.
Die Redaktion bedankt sich bei Denise Rupp und bei der Floristin Miriam Egli für den ausführlichen Einblick in ihren Beruf.
INTERVIEW: EMANUELA MANZARI
Ausbildung
Informationen über den Beruf Florist/Floristin EFZ und dessen Weiterbildungsmöglichkeiten unter: www.florist.ch
Aktuell werden im Blumenladen Rupp keine Lehrlinge ausgebildet.

