Seit Jahrzehnten sammelt Kurt Heider lokale Zeitungsmeldungen und Bildausschnitte. Gelegentlich präsentiert er den sehenswerten Fundus einer breiteren Öffentlichkeit und erntet dabei viel Anerkennung.
«Ich bin kein Händler, sondern ein Sammler von lokalen ...
Seit Jahrzehnten sammelt Kurt Heider lokale Zeitungsmeldungen und Bildausschnitte. Gelegentlich präsentiert er den sehenswerten Fundus einer breiteren Öffentlichkeit und erntet dabei viel Anerkennung.
«Ich bin kein Händler, sondern ein Sammler von lokalen Alltagsgeschichten. Manche Texte und Bilder sind einst in der Lokalzeitung erschienen. Es sind überwiegend Postkarten aus der Politischen Gemeinde, deren Erscheinung einige Jahrzehnte zurückliegt», ergänzt der Angesprochene. Eine Vergangenheit, die heute – vorab bei den älteren Betrachtenden – nostalgische Gefühle und Aha-Erlebnisse auslöst. Die Texte und rund 250 Bildaufnahmen hat der passionierte Sammler in Bundesordnern sortiert und abgelegt. Wohl nicht ganz so, wie es professionelle Historiker tun würden. Als Lokalhistoriker darf sich Heider dennoch sehen lassen, zumal seine Sammelleidenschaft damit nicht Halt macht. Neun vergrösserte bildliche Darstellungen prangen beispielsweise im Foyer des Aadorfer Gemeindezentrums.
Den Panzer zweckentfremdet
Eine weitere Vorliebe gilt dem 78-Jährigen auch der liebevollen Pflege von Oldtimer-Autos, von denen er rund ein Dutzend besitzt und gelegentlich in Bewegung setzt. Dazu gehörte einst auch ein 42,5-tonniger Kampfpanzer mit einem 30,5-Liter-Motor. Auf dem privaten Kieswerkgelände liessen sich einige Runden drehen. Für Furore sorgte der Besitzer gleichwohl: Vor 25 Jahren liess er es sich nicht nehmen, mit dem Panzer 61 die Bahnhofstrasse zu befahren, um das Gefährt vor der «Linde» abzustellen – wohlwissend, dass die Befahrung von öffentlichem Grund verboten war. Das «corpus delicti» ging darauf an einen Sammler.
Schütze und Hockeyspieler
All diese Vorkommnisse charakterisieren das bewegte Leben von Kurt Heider nur unvollständig. Dieser beteiligte sich ausserdem zum Wohl der Gesellschaft in verschiedener Hinsicht. Während 28 Jahren war er Präsident der Vereinigten Schützen Aadorf (300 m). Den Schiesssport betrieb er ab der RS bis weit ins Erwachsenenalter, ohne unbedingt der Treffsicherste zu sein. Bei der Firma Griesser AG absolvierte er beruflich eine kaufmännische Lehre. Zehn Jahre nach Abschluss wechselte er zum Familienbetrieb «Kieswerk AG», wo er Geschäftsführer und einst Hauptaktionär war. Heute ist der Vater eines Sohns und einer Tochter noch präsidialer Verwaltungsrat der integrierten H. Bachmann AG. Weiterhin verfolgt der Witwer mit Verve das Weltgeschehen. Sportlich gesehen nahm er an über 100 Waffenläufen teil und war einige Jahre Mitglied beim Sportclub Aadorf. Seine Passion galt jedoch dem Eishockey. Beim EHC Aadorf spielte er schon als 16-Jähriger, danach beim EHC Wil in einer Plauschmannschaft.
Mit Ecken und Kanten
Sein facettenreicher Horizont greift jedoch über das Lokale hinaus. «Als Mensch gelte ich sowohl als aufmüpfig als auch unbequem. Ich lasse mich nicht gerne in eine Schublade einordnen. Ich vertrete möglichst klar meine Ansichten und bemühe mich dabei, sachlich zu argumentieren. Als engagierter und kritischer Bürger nehme ich am öffentlichen Leben teil und vertrete dabei meine Meinung. Zuweilen äussere ich mich auch als Schreiber von Leserbriefen», ergänzt der befragte Aadorfer.
KURT LICHTENSTEIGER