AUGENGESUNDHEIT: Wenn Lesen und Gesichtererkennen schwieriger werden
06.10.2026 PublireportageWenn Lesen und Gesichtererkennen schwieriger werden
Was hinter einer nachlassenden Sehschärfe stecken kann – und welche Veränderungen man ernst nehmen sollte. Dr. med. Dirk Duwendag, Augenarzt im Augenzentrum Aadorf, informiert über ...
Wenn Lesen und Gesichtererkennen schwieriger werden
Was hinter einer nachlassenden Sehschärfe stecken kann – und welche Veränderungen man ernst nehmen sollte. Dr. med. Dirk Duwendag, Augenarzt im Augenzentrum Aadorf, informiert über Augengesundheit und die altersabhängige Makuladegeneration.
Die Zeitung lässt sich nur noch bei sehr hellem Licht lesen. Bekannte Gesichter sind aus der Entfernung schwerer zu erkennen. Manche Tätigkeiten werden mühsam, obwohl sie früher selbstverständlich waren. Oft werden solche Veränderungen dem Alter zugeschrieben. Doch eine nachlassende Sehqualität sollte man nicht einfach hinnehmen: Eine augenärztliche Untersuchung kann klären, was dahintersteckt und ob eine Behandlung helfen kann.
Eine mögliche Ursache ist die altersabhängige Makuladegeneration, kurz AMD. Sie betrifft einen kleinen, besonders wichtigen Bereich der Netzhaut: die Makula. Mit ihr erkennen wir feine Einzelheiten – etwa Buchstaben, Gesichtszüge oder die Zeiger einer Uhr.
Wenn die Mitte des Bildes unscharf wird
Eine AMD kann lange unbemerkt bleiben. Bei langsam fortschreitenden Veränderungen gewöhnt man sich mitunter an das schlechtere Sehen. Ist zunächst nur ein Auge betroffen, gleicht das andere die Einschränkung häufig aus.
Im weiteren Verlauf können Buchstaben verschwimmen, Einzelheiten fehlen oder gerade Linien verzogen erscheinen. Betroffen ist vor allem die Mitte des Blickfeldes. Das seitliche Sehen bleibt meist erhalten. Dennoch können Lesen und Gesichtererkennen erheblich erschwert werden.
Vereinfacht unterscheidet man zwei Formen: Die häufigere trockene AMD entwickelt sich meist langsam. Dabei entstehen Ablagerungen unter der Netzhaut; später können empfindliche Zellen zugrunde gehen. Bei der feuchten AMD bilden sich krankhafte Blutgefässe, aus denen Flüssigkeit oder Blut austreten kann. Diese Form kann das Sehen innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtern.
Gelegentlich jedes Auge einzeln prüfen
Veränderungen fallen leichter auf, wenn man die Augen getrennt prüft: Dazu abwechselnd ein Auge abdecken und beispielsweise einen Türrahmen betrachten. Erscheinen die geraden Kanten mit beiden Augen gleich?
Zur Selbstbeobachtung dient auch das sogenannte Amsler-Gitter: ein Raster aus geraden Linien mit einem Punkt in der Mitte. Mit der gewohnten Lesebrille betrachtet man den Punkt aus normalem Leseabstand, jeweils mit einem Auge. Dabei achtet man darauf, ob Linien gewellt erscheinen oder Bereiche des Gitters fehlen.
Neue Verzerrungen, ein neuer dunkler Fleck in der Mitte des Blickfeldes oder eine rasche Sehverschlechterung sollten Anlass sein, umgehend eine Augenarztpraxis zu kontaktieren. Bei einem plötzlichen deutlichen Sehverlust ist eine sofortige Abklärung erforderlich. Auch ein unauffälliger Selbsttest schliesst eine Augenerkrankung nicht aus.
Was eine Untersuchung klären kann
Bei der augenärztlichen Untersuchung wird unter anderem die Netzhaut beurteilt. Besteht der Verdacht auf eine Makulaerkrankung, kann eine optische Kohärenztomografie, kurz OCT, zusätzliche Informationen liefern. Diese berührungslose Untersuchung erzeugt detaillierte Schichtbilder der Netzhaut. Sie macht beispielsweise Flüssigkeitsansammlungen sichtbar und hilft, den Verlauf sowie das Ansprechen auf eine Behandlung zu beurteilen.
Frühe Behandlung kann Sehvermögen erhalten
Für die feuchte AMD stehen wirksame Medikamente zur Verfügung. Sie werden nach örtlicher Betäubung in das Auge injiziert und hemmen einen Botenstoff, der das Wachstum und die Undichtigkeit krankhafter Blutgefässe fördert. Ziel ist, die Erkrankung zu bremsen und möglichst viel Sehvermögen zu erhalten. Bei einem Teil der Betroffenen verbessert sich das Sehen auch wieder.
Meist sind wiederholte Injektionen und regelmässige Kontrollen notwendig. Eine wohnortnahe Behandlung kann die damit verbundenen Wege erleichtern. Im Augenzentrum Aadorf können diese Kontrollen und die Injektionen bei feuchter AMD vor Ort erfolgen.
Bei der trockenen AMD richten sich Kontrollen und weitere Massnahmen nach dem Stadium. Besonders wichtig ist der Verzicht auf das Rauchen.
Bereits verlorene Netzhautfunktion lässt sich häufig nicht zurückgewinnen. Deshalb sind augenärztliche Kontrollen im höheren Lebensalter auch dann sinnvoll, wenn im Alltag noch wenig auffällt. Welche Abstände angemessen sind, hängt vom individuellen Befund und den Risikofaktoren ab. Wer bereits schlechter sieht, sollte die Ursache untersuchen lassen – bevor weitere Einschränkungen selbstverständlich werden.
DIRK DUWENDAG





