Aufwertung des Torweihers befürwortet
04.07.2026 ElggWie soll der Torweiher in Elgg künftig aussehen? Diese Frage beschäftigte am Dorfpalaver vom Dienstag. Während viele es begrüssen, den Weiher aufzuwerten, kritisierten andere Kosten, Lärm oder Sicherheit. Die Befürworter waren deutlich in der Mehrheit. Die Gemeinde ...
Wie soll der Torweiher in Elgg künftig aussehen? Diese Frage beschäftigte am Dorfpalaver vom Dienstag. Während viele es begrüssen, den Weiher aufzuwerten, kritisierten andere Kosten, Lärm oder Sicherheit. Die Befürworter waren deutlich in der Mehrheit. Die Gemeinde verfolgt das Projekt weiter.
Als ob Petrus die Diskussion mitgehört hätte, begann es pünktlich zum Ende der Veranstaltung wie aus Kübeln zu schütten. Der Torweiher profitierte vermutlich ebenso vom ersehnten Gewitter wie die hitzegeplagte Bevölkerung. Dass Wasser sehr wertvoll ist, darüber waren sich alle einig.
Zum Dorfpalaver im Werkgebäude konnte Richard Staub, Co-Präsident des Dorfvereins Elgg, rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüssen. Als Vertreterinnen der Gemeinde vor Ort waren Gemeinderätin Stephanie Hugentobler und Evelyne Krähemann, Bereichsleiterin Forst, Freizeit und Natur. Gemeindepräsidentin Ruth Büchi-Vögeli sass als Zuhörerin mit in der Runde.
Der Torweiher, einst als Wasserdepot für die Feuerwehr gebraucht und später als Entenweiher ein beliebter Treffpunkt, soll ökologisch aufgewertet und gleichzeitig als Naherholungsraum attraktiver gestaltet werden. Schon vor ein paar Jahren sei die Idee dazu entstanden und anschliessend von der Gemeinde weiterentwickelt worden, erklärte Staub.
Elemente der Aufwertung
Urban Fenner von der Fröhlich Wasserbau AG präsentierte zur Einleitung eine Studie mit verschiedenen Varianten. Vorgesehen sind unter anderem Flachwasserbereiche, zusätzliche Uferbepflanzungen und Stege. Ein Teil der Inseln könnten bestehen und die Birken sollen erhalten bleiben. Zudem sind weitere Elemente wie ein kleines Floss und zusätzliche Sitzgelegenheiten angedacht.
Ein zentrales Element der Projektidee ist ein Sedimentationsbecken beim Einlauf des Baches. Dieses soll als natürliche Pflanzenkläranlage wirken und Fein- sowie Nährstoffe filtern.
Ein weiteres Thema war die Wasserversorgung. Weil die Wasserentnahme aus dem Bach aufgrund kantonaler Vorgaben eingeschränkt ist, wurden verschiedene Möglichkeiten geprüft, den Wasserstand auch in heissen Sommern sicherzustellen.
Als Abgrenzung zur Strasse sind ein Zaun und ein Schilfgürtel vorgesehen. Für einen sicheren Ein- und Ausstieg werden abgestufte Zugänge vorgeschlagen. Das Mäuerchen rund um den Weiher soll bestehen bleiben.
Der Zugangsbereich ist beim bestehenden Gebäude geplant. Die tiefen Stellen (1,5 Meter) sollen bleiben. «Es gibt etwas weniger Wasserfläche und deutlich weniger Wasservolumen», erklärte der Fachmann.
Grosses Interesse am Torweiher
Dass so viele Leute hier seien, zeige, «dass das Thema bewegt», sagte die Moderatorin Barbara Fehr. Schon die Diskussion an der Budgetgemeindeversammlung vom Dezember 2025 habe verdeutlicht, dass der Torweiher der Bevölkerung am Herzen liege.
Im anschliessenden Austausch kamen unterschiedliche Erwartungen zur Sprache. Einige erinnerten sich an frühere Zeiten, als der Weiher zum Schlittschuhlaufen einlud oder ein beliebter Treffpunkt war. Bei vielen ist das Bedürfnis vorhanden, den Ort wieder stärker für die Freizeit zu nutzen. Gewünscht wurden unter anderem zusätzliche Sitzbänke, ein Picknicklatz mit Grillstelle, Orte zum Spielen.
Jemand brachten sogar die Idee ein, statt des Weihers einen Spielplatz zu realisieren. «Wir haben schon genug versiegelten Raum», wurde dem entgegengehalten und auf den Wert des Wassers fürs Mikroklima und die Artenvielfalt verwiesen. Auch ein Springbrunnen wurde erneut ins Gespräch gebracht. Dieser habe früher immer wieder Anlass zu Reklamationen gegeben, erinnerte Stephanie Hugentobler.
Kritische Stimmen: Kosten, Lärm, Sicherheit
Nicht alle Teilnehmenden konnten sich mit den Plänen anfreunden. Mehrere Votanten stellten die Investitionskosten infrage. Aus ihrer Sicht könnte der Weiher für deutlich weniger Geld erhalten werden. Der Torweiher habe seit 1540 funktioniert, nur in den letzten zehn Jahren habe es, vor allem wegen dem Mangel an Frischwasser, Probleme gegeben, sagte ein Gegner.
Vor allem Anwohner äusserten Bedenken wegen möglicher Lärm- und Abfallbelastung. Zusätzliche Sitzgelegenheiten oder Treffpunkte könnten Jugendliche oder «Nachtbuben» vermehrt anziehen. Schon heute werde die Nachtruhe nicht immer eingehalten. Hugentobler verwies darauf hin, dass die Polizei gerufen werden kann, falls Grenzen überschritten werden. Die Gemeinde hatte sich mit den Sorgen der Betroffenen bereits im Vorfeld auseinandergesetzt.
Diskutiert wurde auch über die Sicherheit. Der geplante Rückbau der bestehenden Zäune stiess auf Skepsis.
Stephanie Hugentobler erklärte, dass keine weiteren Sicherheitsmassnahmen vorgesehen seien. Vor dem heutigen Zaun habe es auch keine nennenswerten Unfälle gegeben. Man könne das aber auch noch einmal anschauen.
Naturnahe Gestaltung gewünscht
Einige der Anwesenden wünschten sich eine möglichst naturnahe Gestaltung. «Wasser trägt ganz viel zur Biodiversität bei. Mit diesem Projekt kann man mit wenig Mitteln einen grossen Nutzen erzielen», sagte jemand aus der Runde. Auch für die Jugend brach er eine Lanze. Diese sei ohnehin an verschiedenen Orten anzutreffen und brauche auch Raum.
Auch die Hoffnung auf einen neuen Ententeich tauchte auf. Da das Halten von kupierten Enten heute gesetzlich verboten sei, werde der Weiher diese Funktion künftig nicht mehr erfüllen. «Wildenten können den Weiher jedoch als Lebensraum nutzen», sagte die zuständige Gemeinderätin.
Ausgezeichnete Wasserqualität
Barbara Fehr fasste zwischendurch die Themen und Ansichten, die zum Teil sehr ausführlich und persönlich waren, immer wieder zusammen. Stephanie Hugentobler stellte Fakten richtig, erklärte Hintergründe und beantwortete Fragen. Zum Beispiel zum Heimatschutz, zur Baubewilligung, der Qualität des Wassers, zu Sicherheitsmassnahmen. Im Rahmen des Baugesuches würden sich die kantonalen Ämter äussern. «Die Qualität des Wassers ist ausgezeichnet», beruhigte sie. Das zeige die wachsende Fischpopulation. Hecht Jean-Claude sei dazu da, den Bestand zu regulieren. Auch die Binsen zeugten von der Wasserqualität.
Nach einer Konsultativabstimmung sprach sich schliesslich die grosse Mehrheit der Anwesenden für die Weiterverfolgung des Projektes aus. Der Ball ist jetzt beim Gemeinderat, der die Anregungen in die Planung aufnimmt. Der Entscheid bei Kosten von 250’000 Franken liegen bei der Exekutive. Einen konkreten Zeitplan gibt es gemäss der Vorsteherin Forst, Freizeit und Natur noch nicht.
Draussen vor dem Werkgebäude wurde wegen des einsetzenden heftigen Regens unter dem Dach noch ein wenig weiterdiskutiert.
BETTINA STICHER


