Aktives Gewerbe und klare Worte
19.03.2026 AadorfDie 104. Generalversammlung des Gewerbevereins Aadorf zeigte ein lebendiges Vereinsjahr, wachsende Mitgliederzahlen und bot neben Rückblick und Ausblick auch Raum für kritische Stimmen zu aktuellen Bauprojekten.
Die ordentliche Generalversammlung des Gewerbevereins Aadorf fand ...
Die 104. Generalversammlung des Gewerbevereins Aadorf zeigte ein lebendiges Vereinsjahr, wachsende Mitgliederzahlen und bot neben Rückblick und Ausblick auch Raum für kritische Stimmen zu aktuellen Bauprojekten.
Die ordentliche Generalversammlung des Gewerbevereins Aadorf fand erstmals in der Eventlocation «HEIMatli» der Firma Heim AG statt. Präsident Patrick Bitzer durfte zahlreiche Mitglieder sowie Gäste, darunter Vertreter der Gemeinde, begrüssen. Ein besonderer Dank galt den Gastgebern der Firma Heim AG für die Organisation und die Gastfreundschaft.
Im Jahresrückblick wurde deutlich, wie aktiv das Vereinsjahr 2025 war. Bereits im Januar startete der Gewerbeverein mit dem traditionellen Neujahrsapéro im Restaurant und Hotel Heidelberg ins neue Jahr. Ebenfalls im Januar fand die Berufswahl-Tischmesse «Job4you» statt, an der über 100 Lehrberufe und mehr als 100 Aussteller aus dem lokalen Gewerbe vertreten waren. Die Veranstaltung bot Jugendlichen eine wichtige Plattform zur Berufsorientierung. Ein grosser Dank ging an Organisatorin Iris Brändli sowie an die Gemeinde Aadorf für die Bereitstellung der Infrastruktur.
Vielfältiges und aktives Vereinsjahr
Über das Jahr verteilt fanden mehrere «Gwerbler-Zmittag» statt, die den Austausch unter den Mitgliedern förderten. Ergänzt wurde das Programm durch einen Weiterbildungsanlass im Mai zum Thema Social Media mit Thomas Hutter und seinem Team. Mit Aktionen wie dem «Goldvreneli» im Frühling sowie der «Aadorfer Weihnachtspost» setzte sich der Verein gezielt für die Stärkung des lokalen Gewerbes ein. Auch der Weihnachtsmarkt im Dezember war gut besucht und bildete einen gelungenen Jahresabschluss. Der geplante Herbstplausch musste hingegen mangels Anmeldungen abgesagt werden. Ein besonderer Dank galt allen Helferinnen und Helfern für ihr Engagement.
Finanziell schloss das Vereinsjahr mit einem Verlust von rund 5300 Franken sowie einem ausserordentlichen Ertrag von 6360 Franken ab. Die Jahresrechnung wurde von der Versammlung einstimmig genehmigt. Auch das Budget 2026, das einen höheren Aufwand vorsieht, wurde angenommen. Die Mitgliederbeiträge bleiben unverändert bei 200 Franken.
Erfreulich entwickelte sich die Mitgliederzahl: Mit 13 Neueintritten und sechs Austritten zählt der Gewerbeverein neu 179 Mitglieder. Die neuen Betriebe nutzten die Gelegenheit, sich kurz vorzustellen.
Bestätigter Vorstand und Ehrung
Bei den Wahlen wurde der gesamte Vorstand einstimmig bestätigt. Präsident Patrick Bitzer, der seit 2022 im Amt ist, wurde ebenso wiedergewählt wie seine Vorstandskolleginnen und -kollegen. Für sein zehnjähriges Engagement im Vorstand wurde Finanzchef Markus Mazenauer geehrt. Präsident Bitzer betonte: «Ich bin dankbar, Markus Mazenauer im Team zu haben – er leistet einen grossartigen Einsatz.»
In der Revision kam es zu einem Wechsel: Nach neun Jahren trat Denise Baumann zurück. Neu wurden Katja Büchi und Paul Stäger gewählt.
Wunibald soll weiter wachsen
Ein besonderer Programmpunkt war die Vorstellung von «Wunibald», dem Maskottchen des Gewerbevereins. Kilian Rensch präsentierte die Geschichte des Wichtels, der ursprünglich für die Aadorfer Weihnachtspost geschaffen wurde. Bei einem öffentlichen Voting beteiligten sich rund 600 Personen an der Wahl seines Outfits. Wunibald soll künftig noch stärker präsent sein und möglicherweise auch in physischer Form auftreten. «Die Entwicklung der Figur ist weiterhin im Gange», sagte Kilian Rensch.
Lob und kritische Töne
In seinem Grusswort betonte Gemeindepräsident Matthias Küng die grosse Bedeutung eines aktiven Gewerbevereins für die Attraktivität der Gemeinde Aadorf. Er dankte für das Engagement und die zahlreichen Aktivitäten.
Gleichzeitig informierte er über aktuelle Themen wie bevorstehende Abstimmungen im Jahr 2027, laufende Projekte sowie Herausforderungen – unter anderem in der medizinischen Grundversorgung.
Auch sprach er die Abstimmung am 29. April an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung über die neuen Wassertarife an, da auch das Gewerbe betroffen ist. Deshalb freue er sich über eine hohe Anzahl Gewerbler an der Gemeindeversammlung.
Ebenso steht der Baukredit von 18,9 Millionen Franken für das neue Feuerwehr- und EW-Gebäude bald zur Abstimmung. Der Gemeinderat orientiere sich dabei an den Vorgaben der Kostenschätzung des Vorprojekts und wolle innerhalb dieses Rahmens das Optimum aus dem Baukredit herausholen. «Mehr soll der Bau nicht kosten», unterstrich er.
Und was beschäftigt die Menschen in Aadorf sonst noch? Leider gehe es bei der «Venus» immer noch nicht vorwärts. Er müsse wohl noch einige Jahre an diesem geschichtsträchtigen Gebäude vorbeifahren. Auch die Bahnhofund die Morgentalstrasse beschäftigen die Gemeinde – auch hier werde die Bevölkerung einbezogen.
Im Anschluss äusserte sich Stefan Reisp, Geschäftsführer und Inhaber der Heim AG, kritisch zu geplanten öffentlichen Bauprojekten. Er empfahl, bei öffentlichen Bauten für das «interne Gewerbe» vermehrt auf zweckmässige Lösungen zu setzen, anstatt finanziell sehr aufwendige Projekte – etwa im Bereich Feuerwehr oder Elektrizitätswerk – zu realisieren, die bei Abstimmungen oft geringe Erfolgschancen hätten.
Er führte aus, dass bei budgetierten Gesamtbaukosten von rund 19,8 Millionen Franken etwa 10 Millionen auf das Elektrizitätswerk entfallen würden. Bei einer Kapitalisierung von 3,5 Prozent entspreche dies einer jährlichen Belastung von rund 350’000 Franken beziehungsweise knapp 30’000 Franken pro Monat. Ein Handwerksbetrieb vergleichbarer Grösse könne sich solche Mietkosten kaum leisten, weshalb die Verhältnismässigkeit solcher Projekte zu hinterfragen sei.
Gemeindepräsident Küng entgegnete, dass öffentliche Bauvorhaben aufgrund gesetzlicher Vorgaben im Beschaffungswesen häufig teurer seien als private Projekte, da der Handlungsspielraum entsprechend eingeschränkt sei. Dies zeigte, dass auch an der Generalversammlung kritische Themen offen angesprochen werden können.
Zum Abschluss gab Bitzer einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten, darunter erneut die Berufswahlmesse sowie verschiedene Netzwerkveranstaltungen. Die nächste Generalversammlung findet am 15. März 2027 statt.
Der Abend klang bei einem gemeinsamen Essen aus – offeriert vom Gewerbeverein und zubereitet von Zehndi’s Metzg – und wurde für Gespräche und Vernetzung in angenehmer Runde genutzt.
EMANUELA MANZARI





