Äschli 2026: Spannung, Stolz und Tradition – Elgg erwacht
19.02.2026 ElggNoch lag Elgg im ersten Morgenlicht, als nach der frühen Tagwache um 4 Uhr, Punkt 7 Uhr der zweite Schuss dieses Tages durch Elgg hallte, diesmal beim Obertor. Ein unüberhörbarer Weckruf, der nicht nur die jungen Soldaten nochmals richtig wach werden liess, sondern auch den letzten ...
Noch lag Elgg im ersten Morgenlicht, als nach der frühen Tagwache um 4 Uhr, Punkt 7 Uhr der zweite Schuss dieses Tages durch Elgg hallte, diesmal beim Obertor. Ein unüberhörbarer Weckruf, der nicht nur die jungen Soldaten nochmals richtig wach werden liess, sondern auch den letzten Elgger-Stolz aus den Häusern lockte.
Alt und Jung versammelten sich entlang der prominenten Gassen, weitere blickten gespannt aus ihren Fenstern, um den Einzug der Äschlikompanie zu beobachten. Spannung lag spürbar in der Luft und die Aufregung wie Vorfreude auf den lang ersehnten grossen Tag belebten jede Faser.
Noch vor den ersten Sonnenstrahlen standen die «Wehrmänner» bereits auf ihren Posten am Torweiher bereit. Gemäss der Tradition sammelten die Tambouren unter der Leitung von Tambourmajor Tom Brodbeck die Kompanie. Für viele der Buben war es der erste Einsatz, für andere ein vertrauter Moment.
Mit Ehre, Glanz und Geschick wies Oberleutnant Elias Straumann seine Einheit an.
Das Trommeln der Tambouren, begleitet durch Oberpfeifer Gian-Noah Valsecchi und seine Truppe, vertrieben die mässig angenehmen Aussentemperaturen und auch die kalten Füsse blieben beim feierlichen Mitwippen im Takt gänzlich aus.
Die Uniformen wurden nochmals gestrafft, Holzgewehre angehängt, Lanzen und Armbrüste geschultert.
Jubelrufe und strahlende Gesichter umrahmten ein weiteres unvergessliches Äschli-Bild. Feldweibel Damjan Naskovic sorgte dafür, dass alles reibungslos vonstattenging, während Sappeur Simon Leibacher die Spitze der Umzugsschar übernahm.
Vorwärts, Marsch!
Nach dem Appell am Torweiher ertönte der Befehl: «Vorwärts, Marsch!». Die Kompanie setzte sich in Bewegung. Kanoniere unter Kanonierleutnant Ben Straumann rollten kleine Feldgeschütze voran, die Jäger mit Andrin Kupper als Anführer hielten aufmerksam Ausschau.
«Auch nach all den Jahren ist der Anlass immer wieder ein Highlight», rief ein Herr durch die feierliche Parade - den Junior auf den Schultern, der gebannt die marschierenden Soldaten beobachtete. Kleine Gesten, die die grosse Wertschätzung spürbar machten.
Tradition trifft Emotion
Heuer ging es zur Abholung des diesjährigen Hauptmanns, Sven Melliger, nicht wie üblich zum Elternhaus desselbigen, da dieses im etwas weiter entfernten Neu-Elgg liegt, sondern über die Schwimmbadstrasse, den Sommersbaumgarten und die Schützenhausstrasse erneut über die Schwimmbadstrasse zurück ins Landstädtchen und über die verschiedenen Gassen zum Hauptquartier, dem Restaurant Elggerhof. Dort wartete der fünfzehn Jahre junge Hauptmann zusammen mit Fähnrich Trevor Burri und seinen beiden Fahnenwachen auf den grossen Moment seiner ehrwürdigen Empfangnahme durch die Kompanie.
Feierlich wurde das Empfangszeremoniell vollzogen: Fähnrich Trevor Burri trat mit seinen Fahnenwachen vor, der erinnerungswürdige Säbelgruss folgte. Kanoniere, Jäger, Armbrüstler und Übermittler formierten sich neu und setzten den Marsch durch Elgg fort.
Hoch zu Ross ritt der Hauptmann mit seinem Kader und der gesamten Kompanie Richtung Schüblig-Empfang, wo die Holzgewehr-Trophäe ebenso wenig fehlen durfte wie ein weiterer Kanonenschuss, der den Gang zum z’Nüni im Werkgebäude verkündete.
Gäste-Empfang
Mit neuem Elan führte der Weg kurz vor 9.30 Uhr zum Bahnhof, wo die Züri-Elgger und Flaachtaler freudig erwartet wurden.
Ein weiterer Kanonenschuss folgte, bevor sich der Zug wieder in Bewegung setzte und seinen Weg durch die Strassen von Neu-Elgg fortführte.
Beim Park neben dem Bahnübergang wurde ein letzter Halt eingelegt: Mit Schoggiräupli und wärmendem Äschlitee, grosszügig spendiert vom Beck Fritz, stärkten sich die Burschen für die verbleibende Strecke. So gerüstet, gelang der Rückweg ins Dorf mühelos.
Ab 9 Uhr gehörte die Bühne zudem auch den Mädchen: In der alten EW-Scheune bot sich ihnen die Gelegenheit, ihr Können beim Schiessen unter Beweis zu stellen und sich miteinander zu messen.
Ein Fest für Generationen
So zeigte sich bereits der Äschli-Vormittag einmal mehr in voller Pracht: nicht nur als militärisch-historisches Schauspiel, sondern als lebendige Verbindung zwischen Generationen.
Jeder Trommelwirbel, jeder Marschschritt und jeder freundliche Gruss erinnert daran: Der Äschli ist mehr als ein Brauch – er ist ein Herzstück der Gemeinschaft.
SARAH UTZINGER



















