Das budgetierte Defizit des ZVV für die nächsten zwei Jahre liegt bei total 872 Millionen Franken. Es liegt gegenüber den Annahmen der Vorjahresplanung um knapp 57 Millionen tiefer. Für das Defizit beantragt der Regierungsrat einen Rahmenkredit.
Der ...
Das budgetierte Defizit des ZVV für die nächsten zwei Jahre liegt bei total 872 Millionen Franken. Es liegt gegenüber den Annahmen der Vorjahresplanung um knapp 57 Millionen tiefer. Für das Defizit beantragt der Regierungsrat einen Rahmenkredit.
Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) erfüllt seine Aufgaben innerhalb eines Rahmenkredits, der vom Kantonsrat für eine Fahrplanperiode von in der Regel zwei Jahren festgelegt wird. Dieser stützt sich auf die politischen Rahmenbedingungen und Leitlinien, die der Regierungs- und der Kantonsrat im Rahmen der Grundsätze über die mittel- und langfristige Entwicklung von Angebot und Tarif im öffentlichen Personenverkehr für die Jahre 2025 bis 2029 festgesetzt hat.
Zunehmender Aufwand …
Gegenüber dem letzten Budget für das aktuelle Jahr steigt der Gesamtaufwand bis Ende 2026 um 74 Millionen auf total 1,24 Milliarden Franken an. Ausschlaggebend für den Anstieg sind insbesondere folgende Punkte:
In den nächsten zwei Fahrplanjahren sind weitere Ausbauten und Verbesserungen des öffentlichen Verkehrsangebots angedacht. Damit sollen in erster Linie die hohe Qualität des bestehenden Angebots und ausreichende Kapazitäten auf allen Linien sichergestellt werden. Die Mehrkosten für diese Angebotsänderungen belaufen sich in den nächsten zwei Jahren auf gut 23 Millionen Franken.
Zudem wirken sich die höheren Kapitalfolgekosten aufgrund des hohen Ersatz-, Erweiterungs- und Erneuerungsbedarfs von Depots, Werkstätten und Rollmaterial sowie der weiteren Umsetzung der Dekarbonisierungsstrategie aufwandsteigernd aus.
Und schliesslich fällt der Wegfall der sogenannten «Vorteilsanrechnung» im Jahr 2026 stark ins Gewicht. Seit 1996 erhält der Kanton Zürich vom Bund finanzielle Abgeltungen für seine Investitionen in die erste Neubaustrecke der Zürcher S-Bahn. Seit 2011 beträgt diese Abgeltung pauschal 45 Millionen Franken pro Jahr. Da die Vereinbarung mit dem Bund im nächsten Jahr planmässig ausläuft, fehlt diese Aufwandminderung ab 2026 in der Rechnung des ZVV.
… aber auch höhere Einnahmen
Voraussichtlich steigen aber auch die Einnahmen, insbesondere die Erlöse aus Ticketverkäufen deutlich an. Das Mobilitätswachstum wird aufgrund der derzeit positiven Entwicklung auch für die folgenden zwei Jahre optimistisch eingeschätzt. Insgesamt dürfte im Vergleich zum laufenden Budget der Verkehrsertrag bis ins Jahr 2026 um gut 44 Millionen Franken ansteigen.
Der Kostendeckungsgrad sinkt unter diesen Voraussetzungen – insbesondere infolge des Wegfalls der Vorteilsanrechnung – leicht von 65 Prozent im nächsten auf 62,3 im Jahr 2026. Er liegt damit aber immer noch deutlich über dem von Regierungs- und Kantonsrat festgelegten Zielwert von 60 Prozent.
(PD)