Am letzten Freitag wurden auf dem Lindenplatz in Elgg Äpfel und Birnen für den Elgger Hochstamm-Most angeliefert und gewogen. 5,3 Tonnen kamen dieses Jahr zusammen. Daraus entstehen rund 3500 Liter Süssmost. Das Projekt hat zum Ziel, die ökologisch wertvollen ...
Am letzten Freitag wurden auf dem Lindenplatz in Elgg Äpfel und Birnen für den Elgger Hochstamm-Most angeliefert und gewogen. 5,3 Tonnen kamen dieses Jahr zusammen. Daraus entstehen rund 3500 Liter Süssmost. Das Projekt hat zum Ziel, die ökologisch wertvollen Hochstammobstgärten der Region zu erhalten.
Beladene Traktore fahren vor, Säcke werden auf einen Anhänger gehievt und dort entleert. Am vergangenen Freitag herrscht frühmorgens um 7 Uhr Betrieb auf dem sonst noch ruhigen Lindenplatz in Elgg. Lieferanten bringen die Früchte aus den Hochstammobstgärten der Umgebung. Im kleinen Waaghüsli werden diese dann von Urs Rutishauser von der Gruppe Elgger-Hochstammmost gewogen, bevor sie zur Verarbeitung in die Mosterei Edi Bosshard nach Münchwilen weitergehen.
Drei Landwirte beteiligten sich dieses Jahr am Projekt des Naturschutzvereins Elgg und Umgebung und der Heimatschutz-Vereinigung/Viva Elgg. Sie lieferten rund 4,8 Tonnen Äpfel und 500 kg Birnen. Daraus werden etwas Frischmost und etwa 650 Packungen Elgger Süssmost produziert, abgefüllt in Säcke mit jeweils fünf Litern Saft, wie Rutishauser informiert. Verwendet wird ausschliesslich ungespritztes Obst aus Hochstammobstgärten in Elgg und Hagenbuch. Auch auf Klärmittel wird bei der Produktion verzichtet.
Ernte fällt dieses Jahr kleiner aus
Die diesjährige Menge sei etwa im Mittel der Jahre, erklärt Urs Rutishauser. Hingegen sei die Anzahl der Obstlieferanten noch nie so klein gewesen. Dies führt er einerseits auf die Hitze und Trockenheit in diesem Sommer und die dadurch geringeren Erntemengen zurück. Einzelne ehemalige Lieferanten seien pensioniert und hätten keine Nachfolger. Wieder anderen habe es vom betrieblichen Ablauf her nicht gepasst oder sie hätten keine Zeit dafür gefunden.
Projekt besteht seit 27 Jahren
Ins Leben gerufen wurde das Projekt vor 27 Jahren von Freiwilligen des Naturschutzvereins Elgg und Umgebung in Zusammenarbeit mit der Heimatschutz-Vereinigung/Viva Elgg. Hinter der Produktion des regionalen Mosts steckt mehr als die Herstellung eines Getränks. Die Hochstammobstgärten prägen seit Generationen das Landschaftsbild rund um Elgg und bieten zahlreichen Tierarten einen wertvollen oder sogar unentbehrlichen Lebensraum. Gleichzeitig stellt die Vielfalt der traditionellen Obstsorten ein bedeutendes Kulturgut dar.
Mit dem Verkauf des Mosts soll deshalb der Erhalt der wertvollen Hochstammobstgärten unterstützt werden. Die beteiligten Landwirte erhalten für ihre Früchte einen guten Preis, wie dem Flyer zur Ernte 2026 zu entnehmen ist. Über diesen kann auch gleich die Bestellung aufgegeben werden. Ausserdem wird der Elgger Hochstamm-Most unter anderem im Claro-Laden Elgg, im Hofladen Hohbüel sowie in der Landi Räterschen und am HVE-Marktstand am Elgger Wochenmarkt verkauft.
BETTINA STICHER