Wunibalds entdeckter Badespass
09.06.2026 AadorfViele erinnern sich noch an die geheimnisvolle Adventszeit, als die rätselhafte Botschaft «Wunibald kommt» für neugierige Blicke und gespannte Gespräche sorgte. Damals erblickte der fröhliche Wichtel Wunibald erstmals das Licht der Weihnachtswelt – mit dem ...
Viele erinnern sich noch an die geheimnisvolle Adventszeit, als die rätselhafte Botschaft «Wunibald kommt» für neugierige Blicke und gespannte Gespräche sorgte. Damals erblickte der fröhliche Wichtel Wunibald erstmals das Licht der Weihnachtswelt – mit dem Ziel, Kinderaugen zum Strahlen zu bringen und auch Erwachsenen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Heute ist Wunibald längst mehr als nur eine winterliche Erscheinung. Er steht für gute Laune, unbeschwerte Lebensfreude und die besondere Atmosphäre rund um das Wunibald – und begleitet uns nun auch durch den Sommer. Nach seinem ersten grossen Auftritt am Weihnachtsmarkt und seiner Entstehungsgeschichte ist er mittlerweile fest im Dorfleben verankert.
Passend zur Sommerzeit erlebt man nun eine neue, herzerwärmende Episode ausseinem Leben: Wunibald entdeckt der Badespass – eine Geschichte voller Neugier und Abenteuer. Die folgende Geschichte bleibt dabei ganz in ihrem ursprünglichen Zauber erhalten und nimmt Gross und Klein mit auf ein weiteres Abenteuer des liebenswerten Maskottchens.
Mit einem Ächzen öffnete sich die kleine Eingangstür zu Wunibalds Behausung. Vorsichtig stellte er seinen Sack in die Küche. Der Duft der zuvor gewonnen Walderdbeeren stieg Wunibald abermals in die Nase und er freute sich über die Ernte. Bevor er sich aber dem Schmaus genüsslich hingeben konnte, wollte er noch zum Sport. Der ergatterte Schoggihase zu Ostern in der Bäckerei hatte doch seine Spuren an seinem Körper hinterlassen. Vor kurzem streifte er wieder mal dem Waldrand entlang und kam an dem umzäunten Gelände vorbei, welches mit grossen Becken voller Wasser bestückt war.
Er konnte sich anfangs keinen Reim dazu machen. Doch vor kurzem, als das Wetter endlich wärmer wurde, sah er Menschen in den Becken planschen und schwimmen. Eines Abends schlich er bewusst zu dem Gelände. Es waren nur noch wenige Leute anwesend und just in dem Moment fuhren zwei Autos vom Parkplatz. Wunibald huschte beim Eingang rein und versteckte sich bei den Garderoben. Plötzlich hörte er ein metallisches Klacken und einen Schlüssel, der im Schloss gedreht wurde. Pfeifend verliess ein Mensch die Badeanstalt. Zu Wunibalds Schreck bemerkte er, dass er eingeschlossen war. Herrje! Was sollte er nun bloss machen?
Wunibald wuselte durch die Badi, doch er fand keinen Ausgang. Allmählich wurde es auch bereits dunkel. Emsig rannte er an den Becken vorbei.
Dabei gelangte er auf die nasse Blechverkleidung des Wasserablaufs, rutschte aus und fiel im hohen Bogen in das Wasserbecken. Wild fuchtelte Wunibald mit den Armen unter Wasser und seine Füsschen strampelten so fest, dass es ihm Auftrieb gab. Prustend schnappte er nach Luft und klammerte sich an den Beckenrand. Er hustete das verschluckte Wasser aus und krabbelte auf den warmen Asphalt. Er atmete tief durch und begann zu lachen! Er blickte auf die kleinen Wellen im Wasser, griff an seinen tropfenden Bart und empfand eine tiefe Freude. Er hatte sich bis anhin immer vor dem Wasser gefürchtet. Nun wusste er aber, dass ihm nichts passieren konnte. Er stand auf, streckte seine Arme und Beine und trottete am Beckenrand entlang. Die Abkühlung hatte gut getan und das Wasser erfrischte ihn. Er konnte nicht anders und schritt ein paar Meter vom Becken weg, nur um sich dann urplötzlich abzudrehen, loszurennen und mit einem grossen «Platsch» ins Wasser zu springen. Diesen Spass wiederholte Wunibald ein paar Mal, bis er genug hatte. Da er kein Handtuch mit sich trug, rollte er sich ein paar Mal über die trockene Wiese. Da erblickte er ein kleines Loch im Zaun. Dies war seine Chance, um unbemerkt aus der Badi zu gelangen. Wunibald quetschte sich durch die schmale Öffnung und marschierte schnurstracks nach Hause. Das war ein Erlebnis!
Wunibald dachte an den Moment zurück. Seither hatte er Freude daran gefunden und schlich sich regelmässig abends in die Badi, um noch ein bisschen zu schwimmen. Er hatte bemerkt, dass dies seine Gesundheit förderte. Auch heute war ihm noch nach einer Abkühlung. Er packte seinen kleinen Rucksack mit einem Handtuch und machte sich auf den Weg zur Badi. Er schritt aus dem Unterholz an den Zaun und musste feststellen, dass die Badi übervoll mit Menschen war.
Es war ein grosser Radau mit sportlichen Aktivitäten, Essensdüften und Musik. Das sah nach einer Party aus. Wunibald schmunzelte: «Diese Leute hier im Dorf haben immer was zu feiern». Aber das gefiel Wunibald sehr und er suchte sich einen Weg, um an diesem Badifest teilhaben zu können. Mal sehen, was der kleine Wichtel erleben wird... Das Badifest wird garantiert mit ihm stattfinden.
KILIAN RENSCH

